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Germany v Serbia - International Friendly
Germany v Serbia - International Friendly © Getty Images
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Die Fans der deutschen Nationalmannschaft widmen ihre Choreo vor dem Spiel gegen Serbien dem ausgebooteten Bayern-Trio - ansonsten war die Stimmung trostlos. Die Spieler nehmen sich in die Pflicht.

Die Fans der deutschen Nationalmannschaft haben den drei aussortierten Weltmeistern Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng vor dem Länderspiel in Wolfsburg gegen Serbien für ihre jahrelangen Verdienste im DFB-Trikot gedankt. 

Bei der Choreografie beim Einmarsch der Mannschaften war ein riesiges "Danke" über den drei Namen der Bayern-Profis zu lesen. Zwischen ihren Namen prangten drei Sterne in schwarz-rot-gold, darunter waren ihre Rückennummern 5, 13 und 17 zu sehen. Leon Goretzka: "Eine tolle Geste. Die drei Jungs haben sogar noch mehr verdient. Aber das war schon eine tolle Geschichte." Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie: "Das war das Danke der Fans. Danke haben wir ja auch schon gesagt. Danke wollten die Fans auch sagen, aber ohne, dass das als Verabschiedung zu sehen ist."

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Bundestrainer Joachim Löw hatte Müller, Hummels und Boateng vor zwei Wochen mitgeteilt, dass er für die EM-Qualifikation und die EM 2020 ohne sie plane. 

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Nach der beeindruckenden Choreo übertrug sich die anfänglich gute Stimmung allerdings nicht auf die Partie. Auf den Rängen war es fast totenstill, auf dem Platz hörte man die Kommandos der Spieler. Als dann auch noch das frühe 0:1-Gegentor durch Luka Jovic fiel (12.), war in der mit 26.101 Zuschauern ausverkauften Volkswagen Arena nahezu gar keine Stimmung mehr. Lauter wurde es kurz beim Ausgleich durch Goretzka (69.). 

Mehr noch: Den Rückstand zur Pause quittierte ein Großteil der Zuschauer mit gellenden Pfiffen. "Ich kann es nicht ganz verstehen", ärgerte sich Jonathan Tah. Der Innenverteidiger weiter: "Die Leute haben große Erwartungen und denken, es geht sofort wieder nach oben. Aber wie Oliver Bierhoff schon gesagt hat: Man braucht Geduld. Wir und die Fans auch.”

Nach der Pause zeigte das DFB-Team zwar eine klare Leistungssteigerung, der Funke sprang trotzdem nicht mehr über. Die Stimmung blieb bis zum Abpfiff durchwachsen. Verteidiger Thilo Kehrer dazu: "Es gab schon Spiele, bei denen mehr Stimmung war. Es war aber auch ein Freundschaftsspiel. Deswegen waren wir überhaupt froh, dass die Leute, die da waren, uns unterstützt haben."

Gündogan kritisiert Pfiffe

Torschütze Goretzka witzelte: "Ich könnte jetzt meinen, dass man das aus Wolfsburg kennt, aber das wäre wahrscheinlich unfair. Länderspiele sind immer etwas speziell, weil man keine organisierten Fangruppierungen hat, wie die Ultras in den Stadien. Ich glaube, wenn man turbulent spielen würde, dann würden die Zuschauer auch mitgehen."

Ilkay Gündogan, der in der zweiten Halbzeit erstmals die Kapitänsbinde trug, kritisierte die Pfiffe: "Die helfen einem nicht. Aber wir müssen verstehen, dass die Leute was geboten haben wollen. Wenn wir das nicht schaffen, bekommen wir Pfiffe – teilweise verständlich, teilweise nicht. Für mich sind sie ehrlicherweise nicht verständlich. Aber wir sind Profis und müssen mit der Situation umgehen können."

Fazit: Auf dem Weg zurück zur Party-Stimmung helfen fortan nur noch Siege und Tore. 

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