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Der Bundestrainer treibt den Umbruch im DFB-Team ohne Rücksicht auf Verluste voran. Drei Bayern-Stars sind bei den nächsten Länderspielen nicht dabei.

Knallharter Schnitt bei der deutschen Nationalmannschaft!

Joachim Löw plant das Team der Zukunft ohne Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels. Das teilte der Bundestrainer dem Weltmeister-Trio am Dienstag in München vor dem Länderspielauftakt gegen Serbien (20 März) und Niederlande (24. März) mit.

Löw leitet damit endgültig den Umbruch nach dem WM-Debakel 2018 ein. "2019 ist für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Jahr des Neubeginns", sagte Löw.

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"Es war mir ein wichtiges Anliegen, den Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern meine Überlegungen und Planungen persönlich zu erläutern."

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Löw: "Weichen für die Zukunft stellen"

Der Bundestrainer war mit Manager Oliver Bierhoff und Co-Trainer Marcus Sorg extra nach München gereist, um ihnen mitzuteilen, dass er vorerst nicht mehr mit ihnen plane. Der Bundestrainer dankte den drei Weltmeistern von 2014 "für viele erfolgreiche, außergewöhnliche und einmalige gemeinsame Jahre".

Nun aber sei es an der Zeit, "die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir wollen der Mannschaft ein neues Gesicht geben. Ich bin überzeugt, dass das nun der richtige Schritt ist". Zuvor hatte Löw bereits Sami Khedira (Juventus Turin) eröffnet, dass er keine Rolle mehr spielen wird.

"Die jungen Nationalspieler erhalten den nötigen Raum zur vollen Entfaltung. Sie müssen nun die Verantwortung übernehmen", betonte Löw, der zuletzt sogar die Position von Kapitän und Torwart Manuel Neuer infrage gestellt hatte.

Herausforderer Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) hatte zuvor seine Ambitionen selbst untermauert.

Boateng schon im November nicht dabei

Präsident Reinhard Grindel vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bestärkte Löw in dessen harter Entscheidung. "Ich begrüße es, dass er den Umbruch unserer Nationalmannschaft jetzt weiter entschlossen voranbringt. Der Beginn der Qualifikation für die EURO 2020 ist genau der richtige Zeitpunkt für personelle Veränderungen", sagte Grindel.

Auch DFB-Direktor und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gab Löw Rückendeckung: "Wir wollen nun konsequent den Neubeginn auch im Kader sichtbar machen."

Am 17. Februar hatte Bierhoff Müller im SPORT1-Interview noch Hoffnung gemacht. "Thomas ist eine gute Persönlichkeit und ein toller Spieler. Auch bei Bayern hat er sich wieder etabliert, insofern wird er auch weiterhin ein wichtiger Spieler für uns sein."

Boateng war schon im November bei den letzten Länderspielen nicht nominiert. Löw sprach anschließend lediglich von einer Pause für den Verteidiger. Ob der 30-Jährige ins DFB-Team zurückkehre, wusste Löw zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Das wird man sehen. Ich weiß nicht, was in drei, vier Monaten ist."

Boateng enttäuscht

Boateng zeigte sich nach dem "aufrichtigen Gespräch" mit dem Bundestrainer "traurig" und teilte in einer ausführlichen Twitter-Botschaft mit: "Ich war immer extrem stolz, das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen und werde vor allem den Sommer 2014 nie vergessen. Dennoch hätte ich mir natürlich einen anderen Abschied für uns gewünscht."

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