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Lukas Nmecha durchlief die englischen Jugendnationalteams - und steht jetzt vor seinem Debüt für Deutschland
Lukas Nmecha durchlief die englischen Jugendnationalteams - und steht jetzt vor seinem Debüt für Deutschland © Getty Images
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München - Englische Talente wie Jadon Sancho mischen die Bundesliga auf. Mit Lukas Nmecha hofft ein weiterer Engländer auf den Durchbruch - in der deutschen U21.

Im Sommer 2017 erlebte Lukas Nmecha die wohl aufregendsten Wochen seiner noch jungen Länderspielkarriere.

Zunächst schoss der Stürmer sein Team bei der U19-EM mit einem Tor in der 90. Minute gegen Tschechien ins Finale. Dort gelang Nmecha auch gleich noch der Siegtreffer zum 2:1 gegen Portugal - für die englische Nationalmannschaft.

Zwei Jahre später tauchte sein Name überraschend im Aufgebot der deutschen U21-Nationalmannschaft auf. Während mit Jadon Sancho, Reiss Nelson und Reece Oxford aktuell drei englische Talente die Bundesliga aufmischen, könnte mit Nmecha nun auch die deutsche U21 von der englischen Ausbildung profitieren.

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"Er hat bei uns sein Interesse bekundet, für den DFB und sein Geburtsland Deutschland zu spielen. Wir möchten den Spieler bei diesem Vorhaben gerne unterstützen", sagte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaft.

Und Nmecha ist heiß auf sein Debüt. "Ich sehe Deutschland als meine Heimat an. Bis ich neun Jahre alt war, habe ich in Hamburg gelebt und habe auch heute noch einen großen Bezug zur Stadt und den Leuten."

Nmecha: Grünes Licht der FIFA fehlt

Wann der 20-Jährige seine Premiere im DFB-Dress feiert, ist allerdings noch offen.

Der DFB reichte einen Eilantrag auf Verbandswechsel bei der FIFA ein, doch die Genehmigung lässt noch auf sich warten. Man gehe "im Moment nicht davon aus, dass wir sie in den kommenden Tagen noch bekommen", sagte Trainer Stefan Kuntz. 

Das für den Kracher gegen Frankreich am heutigen Donnerstag geplante Debüt des gebürtigen Hamburgers fällt somit ins Wasser. Die nächste Chance bietet sich fünf Tage später - ausgerechnet in seiner Wahlheimat England gegen einige seiner früheren Weggefährten aus den U-Mannschaften der Three Lions.

Von Scouts von Manchester City entdeckt

2007 wanderte Nmecha mit seinen Eltern und seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Felix nach England aus. Dort kickte er zunächst bei dem kleinen Amateurklub Wythenshawe südlich von Manchester. Nur zwei Jahre später wurden Scouts von Manchester City auf Nmecha aufmerksam.

Unter Pep Guardiola feierte der bullige, aber zugleich dribbelstarke Mittelstürmer, der sowohl mit rechts als auch mit links über einen starken Abschluss verfügt, am 29. April 2018 sein Premier-League-Debüt.

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"Er sagte einfach: 'Zeig deine Qualität, spiele einfach und versuche, dich in der Statistik einzutragen'", offenbarte Nmecha hinterher die Worte, die ihm Guardiola mit auf den Weg gab.

Tor-Premiere für Preston North End

Bis zu seinem ersten Tor auf Profiebene musste er noch bis zum Neujahrstag 2019 warten. Da traf Nmecha für den Zweitligisten Preston North End, an den er noch bis Saisonende von ManCity ausgeliehen ist.

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Sein Werdegang blieb dem DFB nicht verborgen, schließlich herrscht auf seiner Position ein chronischer Notstand.

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"Er ist von Manchester sehr gut ausgebildet, zudem ist er sehr gut erzogen und ein familiärer Typ", sagt Kuntz über den Angreifer.

Zusammen mit seinem Bruder Felix, der ebenfalls bei ManCity unter Vertrag steht und schon sowohl für die deutschen als auch die englischen U-Mannschaften auflief, steht Lukas Nmecha schon länger im Fokus des DFB. Erstmals war er 2012 bei einem U15-Lehrgang dabei.

Nmecha "seit Längerem auf dem Zettel"

"Wir haben sie seit Längerem auf dem Zettel und wissen nicht genau, wie sich der Brexit auf ihr Arbeitsverhältnis auswirkt. Da haben wir einfach mal angeklopft und nachgefragt", erklärte Kuntz.

Und so präsentierte sich Nmecha bei der ersten Trainingseinheit am Dienstag bei kühlen vier Grad im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion abgehärtet in kurzer Hose und kurzärmligem T-Shirt. "Für ihn ist bereits Frühling", scherzte Kuntz.

Bis zum Sommer liegt hoffentlich die Spielgenehmigung vor, damit Nmecha seiner Länderspielkarriere möglichst ein weiteres Highlight hinzufügen kann - dann im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

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