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Oliver Bierhoff sieht die DFB-Auswahl bei der EM 2020 eher in der Außenseiterrolle
Oliver Bierhoff sieht die DFB-Auswahl bei der EM 2020 eher in der Außenseiterrolle © Getty Images
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Nach dem enttäuschenden letzten Jahr stapelt Oliver Bierhoff tief. Der DFB-Manager sieht Deutschland im Kampf um den EM-Titel nur in der Außenseiterrolle.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff sieht das DFB-Team im Rennen um den EM-Titel im kommenden Jahr eher in einer Außenseiterrolle.

"Wenn wir die Vergleiche zu anderen Nationen wie den Holländern, Engländern oder Franzosen ziehen, darf man nicht damit rechnen", sagte Bierhoff der Bild am Sonntag auf die Frage, ob Deutschland bei der EM 2020 Titelanwärter sei. Es sei aber "immer unser Anspruch, um Titel mitzuspielen", sagte Bierhoff und stellte klar: "Wir wollen wieder an die Spitze kommen."

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Bierhoff gab auch Einblick in erste Erkenntnisse einer gemeinsamen Projektgruppe mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Diese will laut Bierhoff "bald" notwendige sportliche Maßnahmen für den gesamten deutschen Fußball präsentieren.

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Bolzplatz-Mentalität im Training

"Ein Aspekt, der schon jetzt ersichtlich wird: Wir haben in vielen Bereichen fast zu deutsch-systematisch gearbeitet und den Protagonisten - Spielern wie Trainern - zu wenige Freiheiten gelassen", erklärte Bierhoff: "Wir müssen es schaffen, die 'Bolzplatz-Thematik' im Trainingsalltag zuzulassen: Mit mehr Individualisierung, mehr Freiraum, mehr Kreativität."

Bierhoff nahm auch Stellung zu den Gründen und zum Zeitpunkt der Ausbootung des Weltmeiter-Trios Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller. 

"Wir waren nach der WM 2018 überzeugt, die Wende mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern zu schaffen. Sonst hätte man ja früher agiert", sagte Bierhoff. In letzter Zeit hatte dann aber ein Umdenken stattgefunden. 

Bierhoff nennt Gründe für Ausbootung

Ein Grund sei, "Räume und Platz zu schaffen, damit die jungen Spieler in ihre Rollen hineinwachsen können", sagte Bierhoff und fügte hinzu: "Wenn sie niemanden mehr haben, hinter dem sie sich verstecken können oder zurücktreten müssen, werden sie in die Verantwortung kommen."

"Ältere Spieler können junge Spieler führen und ihnen Halt geben. Sie können aber auch durch ihre Präsenz und Dominanz die jungen Spieler blockieren", sagte Bierhoff weiter: "Wir hatten jetzt das Gefühl, dass es besser ist, wenn die jungen Spieler mit viel Vertrauen in die erste Reihe gehen."

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