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Die deutsche Nationalmannschaft startet gegen Serbien ins neue Länderspieljahr. Joachim Löw und Leroy Sane stellen sich vorher den Fragen. Die PK zum Nachlesen.

Das von Misserfolgen geprägte Länderspieljahr 2018 ist abgehakt, die deutsche Nationalmannschaft startet personell verändert und voller Tatendrang in 2019. Bevor es am Sonntag in der EM-Qualifikation in die Niederlande geht, steht zum Auftakt das Testspiel gegen Serbien an. (Länderspiel: Deutschland - Serbien am Mittwoch um 20.45 Uhr im LIVETICKER)

Bundestrainer Joachim Löw hatte im Vorfeld mit der Ausbootung des Bayern-Trios Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller für Diskussionen gesorgt. Nun soll der Fokus aufs Sportliche gelenkt werden.

Wie das gelingen soll und wie Löw für die Partie gegen Serbien plant, erklärte er am Dienstagmittag auf der Pressekonferenz des DFB. Die Spieler Leroy Sane und Lukas Klostermann begleiteten den Bundestrainer.

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Die Pressekonferenz zum Nachlesen im TICKER:

+++ Pressekonferenz ist beendet +++

Keine Fragen mehr, die PK ist beendet.

+++ Sane über Unterschiede zu ManCity +++

"Man muss sich immer Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Spieler auf unserem Niveau sollten mit beiden taktischen Ausrichtungen umgehen können. Jeder weiß, welche Qualitäten Rüdiger und Gündogan haben, Toni mit seiner Zweikampfstärke und Ilkay mit seinem Positionsspiel. Wir haben generell in unserem Team auf jeder Position sehr viele Qualitäten", sagt Sane auf SPORT1-Nachfrage.

+++ Sane über Vaterrolle +++

"Das gibt mir sehr viel. Wenn ich nach Hause komme und weiß, meine Tochter ist da, dann kann ich abschalten und bin nur für sie da", sagt Sane über seine Vaterrolle.

+++ Klostermann über Führungsspieler +++

"Das Thema Führungsspieler hat für mich nichts mit dem Alter zu tun. Wenn ich Leroys Entwicklung anschaue, hat er sehr viel richtig gemacht. Da macht es für mich keinen Unterschied, ob er ein paar Jahre älter ist oder gleich alt ist", sagt Klostermann.

+++ Sane über Guardiola, Premier League und Bundesliga +++

"Er hat einen sehr, sehr großen Anteil daran. Er versucht, jeden Spieler besser zu machen und an den Details zu arbeiten. Ich unterhalte mich vom ersten Tag an mit ihm auf Englisch, auch wenn mein Englisch anfangs nicht so gut war. Ich denke, die englische Liga ist einen Tick vor der deutschen. Wir hatten vor ein paar Jahren auch mehr Mannschaften dabei, ich denke das wird wieder wechseln, man sollte das nicht so sehr kritisieren", sagt Sane.

+++ Ungewohntes für Klostermann +++

"Die Anreise war ungewohnt, weil ich sonst immer zur U21 gereist bin. Es ist schön für uns drei, dass wir dabei sein können", sagt Klostermann.

+++ Sane sieht noch Luft nach oben +++

"Natürlich muss ich mich in die Nationalmannschaft einbringen. Ich musste mich eingewöhnen. Wenn man am Anfang nicht so viele Minuten hat, ist es nicht so einfach. In einen Rhythmus zu kommen, ist nicht so einfach. Mein Ziel ist, immer gut zu spielen. Ich will da weitermachen, wo ich in den letzten Spielen aufgehört habe, aber da gibt es noch einiges zu verbessern", sagt Sane.

+++ Sane über sein Outfit +++

"Das ist für jeden Geschmackssache. Ich habe morgens meinen Kleiderschrank durchgeschaut und dann ist es dazu gekommen", sagt Sane.

+++ Sane will voran gehen +++

"Ich habe mir als Ziel gesetzt, auf dem Platz mehr voranzugehen und meine Leistung bringen", sagt Sane.

+++ Sane freut sich +++

"Ich freue mich für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich sehe es als Herausforderungen und das mag ich", sagt Sane.

+++ Klostermann "gut aufgenommen" +++

"Ich kenne Leroy noch aus seiner Zeit in Wattenscheid. Ich bin grundsätzlich sehr gut aufgenommen worden. Ich kann nichts Negatives sagen", meint Klostermann.

+++ Sane und Klostermann folgen +++

Leroy Sane und Lukas Klostermann nehmen nun auf dem Podium Platz nachdem Löw alle Fragen beantwortet hat.

+++ Löw noch mal über die Taktik +++

"Alles über den Haufen zu werfen, wäre falsch. Wir müssen Anpassungen vornehmen. Dass der Ballbesitz nach der WM völlig tot ist, ist falsch. ManCity und Barcelona dominieren über Ballbesitz. Was uns gefehlt hat, ist das Tempo. Das hatten wir nicht mehr in dem Maße wie zuvor. Wir brauchen Ballbesitz, aber wir müssen ihn auch in die richtige Entschlossenheit und ins richtige Tempo ummünzen. Wir wollen weiter agieren, mit Tempo in den Aktionen", sagt Löw.

+++ Löw über Reus +++

"Marco hat eine sehr starke Form, er ist die Triebfeder des Dortmunder Spiels. Er nimmt dort eine Führungsposition ein. Ich hoffe, dass er bei der Nationalmannschaft dauerhaft dabei sein kann, dass er auch die jungen Spieler führen kann. Bei ihm ist es immer eine Frage der Gesundheit, seine individuellen Fähigkeiten sind aber sehr groß. Er hat in Dortmund viel Verantwortung auf dem Platz übernommen, ich hoffe, dass das auch bei uns so sein wird", sagt Löw über Reus.

+++ Löw noch mal über Neustart +++

"Wenn man solche Entscheidungen trifft, die für mich alternativlos waren, geht man auch ein gewisses Risiko ein. Man weiß nicht genau, wo man steht. Wir wollen ja auch eine gute Qualifikation spielen. Aber ich bin bereit, dieses Risiko einzugehen, weil ich von den jungen Spielern überzeugt bin. Rückschläge muss man einkalkulieren. Daraus wird man immer wieder lernen. Mein Vertrauen in die Spieler ist groß, das ist eine gute Basis für die Zukunft", sagt Löw.

+++ "Kritik nichts Neues" +++

"Wir haben über Jahre hinweg viele Erfolge gehabt, wir haben aber auch Fehler gemacht und daraus gelernt. Wir wissen, dass wir nach der schlechten WM ein ganz anderes Auftreten brauchen. Dass man als Nationaltrainer liefern muss und von Ergebnissen abhängt, ist klar. Das weiß ich seit Jahren, mit Kritik kann ich auch umgehen. Wir haben auch intern den Finger in die Wunde gelegt, darüber diskutiert, wo wir ansetzen können, was wir für Spieler entwickeln wollen. Das ist für mich nichts Neues", sagt Löw.

+++ Löw über Sanes Outfit +++

"Ich habe gestern nicht gesehen, wie er hier bei der Mannschaft eingetroffen ist. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken. Das ist für mich kein Thema", sagt Löw über Sanes auffälliges Outfit.

+++ Vergleich zwischen England und Deutschland +++

"Es gab sechs Duelle im Achtelfinale, davon hat Deutschland nur einen Punkt gemacht, alle anderen gingen verloren. Das hat schon eine klare Aussagekraft. Die Spieler in England berichten von einer hohen Intensität. Unsere Spieler, die bei Bayern oder wie Toni Kroos auch bei Real Madrid spielen, können diese Intensität aber auch gehen", sagt Löw auf SPORT1-Nachfrage über den Vergleich zwischen England und Deutschland.

+++ Löw über den Spielaufbau +++

"Was das Spiel von hinten heraus betrifft, gibt es keine neue Idee. Ich möchte keine langen Bälle, sondern das Spiel aus der Abwehr heraus. Natürlich gibt es da ein, zwei Varianten. Die Spieler, die jetzt da sind, müssen das jetzt erfüllen. Da greifen die gleichen Mechanismen, die ich möchte. Mats Hummels und Jerome Boateng haben das über die Jahre immer besser gemacht und perfektioniert. Das müssen jetzt die anderen machen, da gibt es von mir keine andere Idee. Grundsätzlich wollen wir hinten rausspielen", sagt Löw auf SPORT1-Nachfrage.

+++ Löw über Sane +++

"Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Im Moment kommen sie sowohl bei uns als auch bei ManCity sehr gut zur Geltung. Er hat noch viel mehr Potenzial", sagt Löw über Sane.

+++ Löw über neue Abwehr +++

"Acht Spieler unserers Kaders könnten aktuell noch in der U21 spielen. Die meisten Spieler haben weniger als 30 Länderspiele. Süle und Rüdiger sollen in der Abwehr eine wichtige Rolle spielen. Rüdiger war auch schon bei den Turnieren dabei. Sie haben schon etwas mehr Erfahrung, diese Spieler können die Stabilisatoren in der Abwehr dieser neuformierten Mannschaft sein", sagt Löw.

+++ Löw über seinen Zahn +++

"Meinem Zahn geht es insgesamt wieder besser. Ich musste kurzfristig zur Wurzelbehandlung, aber die Schmerzen sind soweit weg, daher ist alles okay", sagt Löw.

+++ Löw über kurze Vorbereitung +++

"Ich hätte natürlich gerne ein paar Einheiten mehr. Viele Spieler haben erst am Sonntag über 90 Minuten gespielt, da können wir kein intensives Training machen. Man kann ein paar Schwerpunkte setzen und ein paar Videos zeigen. Das ganze Training ist darauf ausgelegt, wie wir es gegen Holland machen können. Man muss über Gespräche und Training den richtigen Mix finden", sagt Löw.

+++ Löw über die beiden Spiele +++

"Das wichtigere Spiel ist natürlich das am Sonntag gegen die Niederlande. Die Trainingseinheiten und das Spiel morgen sind natürlich auch wichtig, aber alles ist auf Sonntag ausgerichtet. Das Serbien-Spiel kommt uns entgegen, weil es uns auf die Spielweise des Gegners am Sonntag vorbereitet", sagt Löw: "Ich muss mir einen Eindruck machen, wie die Frische bei den einzelnen Spielern ist. Natürlich habe ich meine Gedanken und Überlegungen, aber es ist auch wichtig, wie sich einige Spieler fühlen."

+++ Keine Entscheidung im Tor +++

"Im Tor haben wir noch keine Entscheidung getroffen. Wir werden das Abschlusstraining abwarten. Wir haben im nächsten Jahr viele Wettkämpfe. Marc wird auf jeden Fall die Möglichkeit bekommen. Wir werden heute Abend noch mal mit den Torhütern darüber sprechen", sagt Löw zur Torhüterfrage.

+++ Gnabry nicht für Serbien eingeplant +++

"Ich habe Serge noch nicht gesehen, er konnte noch nicht trainieren und wird heute auch nicht das Abschlusstraining mitmachen. Für morgen ist er nicht eingeplant", sagt Löw.

+++ Löw: "Vertrauensvolles Verhältnis zu Grindel" +++

"Es war klar, dass es nach der Entscheidung Diskussionen geben wird. Ich kann den Fokus schon auf den Fußball legen. Was der Präsident gesagt hat, empfand ich nicht als Kritik an meiner Person. Grundsätzlich haben wir ein sehr offenes und vertrauensvolles Verhältnis. Ich sah das auch nicht als Kritik an meiner Arbeit", sagt Löw. 

Am Rande des FIFA-Kongresses in Miami vergangene Woche hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel gesagt: "Ich glaube, dass es klug gewesen wäre, schon am Dienstag selbst, am Tag der Entscheidung, im Rahmen einer Pressekonferenz persönlich einerseits die Wertschätzung für die Spieler deutlich zu machen, andererseits die inhaltlichen Gründe der Öffentlichkeit zu vermitteln, warum man jetzt einen anderen Weg gehen will - so überzeugend, wie er das auf seiner Pressekonferenz (am Freitag, d.Red.) gemacht hat." Dann wären "sehr viele Missverständnisse vermieden worden".

+++ Löw über Taktik +++

"Wenn wir gut organisiert waren, haben wir eigentlich keine Probleme gehabt. Das Verteidigen nach Ballverlusten und von Standards muss besser werden. Und das schnelle Umschalten ist ein ganz wichtiges Thema. Da müssen wir unsere Schnelligkeit auch ausnutzen können. Das müssen wir vor allem wieder lernen. Das war z.B. in Frankreich oder beim Heimspiel gegen die Niederlande stark verbessert. Wir waren in der Lage, das Tempo in der gegnerischen Hälfte zu erhöhen", sagt Löw.

+++ Löw über Kimmich +++

"Joshua Kimmich wird bei uns auf jeden Fall im Mittelfeld auf der Sechs spielen. Das hat sich in der Nations League etabliert. Mit Kroos zusammen ein spielstarkes Mittelfeld zu haben, hat sich bewährt", sagt Löw. Bezüglich einer Dreier- oder Viererkette will sich Löw nicht festlegen: "Da müssen wir flexibel sein. Es ist wichtig, verschiedene Grundordnungen spielen zu können."

+++ Löw erläutert seine Agenda +++

"Auf der Agenda stehen zwei Dinge. Zum einen taktische Dinge, die wir mit den Spielern besprechen müssen. Auf der anderen Seite stehen wir vor einer neuen Herausforderung. Wichtig ist, dass wir mit mehr Tempo spielen müssen. Zweitens müssen wir den jungen Spielern das Gefühl geben, dass wir ihnen unser absolutes Vertrauen entgegenbringen, dass sie sich entwickeln und falls es mal Rückschläge gibt, dass wir ihnen mit Ratschlägen zur Seite stehen. Sie brauchen das Vertrauen von uns Trainern für die nächsten Wochen", sagt Löw.

+++ Kader ist vollzählig +++

Auch der zuletzt wegen einer Erkältung fehlende Serge Gnabry ist in Wolfsburg eingetroffen, erklärt Pressesprecher Jens Grittner.

+++ Die Protagonisten sind da +++

Der Bundestrainer nimmt auf dem Podium Platz.

+++ Zunächst kleine Trainingsgruppe +++

Beim ersten Training der Nationalmannschaft am Montag in Wolfsburg umfasste die Trainingsgruppe lediglich acht Spieler. Auch Bundestrainer Joachim Löw war aufgrund einer Zahn-OP noch nicht mit von der Partie.

+++ Erstes Duell mit Serbien seit 2010 +++

Das DFB-Team bekommt es vergleichsweise selten mit Serbien zu tun. Zuletzt traf Deutschland bei der WM 2010 in Südafrika auf die Mannschaft vom Balkan. Damals unterlag die Löw-Truppe in der Vorrunde mit 0:1. Aktuell rangiert Serbien in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 31. Der Weltmeister von 2014 ist nur noch auf Rang 16 platziert.

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