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Der angezählte DFB-Präsident Reinhard Grindel steht nach Medienberichten unmittelbar vor seinem Rücktritt. Seine Nachfolge werde kommissarisch geregelt.

Reinhard Grindel wird nach übereinstimmenden Medienberichten noch am heutigen Dienstag als DFB-Präsident zurücktreten. Entsprechende Informationen von Bild und Sport Bild bestätigte ein DFB-Präsidiumsmitglied dem ZDF

Interimistisch sollen die Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch den Verband führen. 

Der DFB kündigte an, im Laufe des Tages eine Erklärung zu versenden. 

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Bislang hielten sich die Gerüchte, wonach Grindel zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur beim DFB-Bundestag im September bewegt werden soll.

Offenbar ist einigen Verbands-Funktionären die Liste der Verfehlungen ihres Präsidenten mittlerweile einfach zu lang. Die Zahlungen an Grindel, über die das Nachrichtenmagazin Der Spiegel am Freitag berichtet hatte, könnten das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht haben.

Es geht um insgesamt 78.000 Euro, die der gebürtige Hamburger als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH zwischen Juli 2016 und Juli 2017 erhalten hat.

Gerücht um dubioses Geschenk

Am Montagabend tauchte ein neues Gerücht auf, das Grindel schwer belasten könnte. Einem Bericht der Bild zu Folge soll der DFB-Chef vor etwa eineinhalb Jahren eine Luxusuhr zum Geburtstag geschenkt bekommen haben.

Die Uhr, die einen Wert im niedrigen fünfstelligen Bereich haben soll, kam angeblich vom ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis. Er war zwölf Jahre lang Präsident des ukrainischen Fußball-Verbandes, organisierte die EM 2012 und gehörte bis Februar 2019 wie Grindel der UEFA-Exekutive an.

Angeblich hat Grindel das Geschenk dem DFB nicht gemeldet und es als Präsent eines guten Freundes angesehen.

Grindel kommt durch Seiteneingang des Fußballmuseums

Am Montagabend war Grindel bei der Eröffnung der "Hall of Fame" im Deutschen Fußballmuseum statt wie üblich über den Roten Teppich nur durch den Seiteneingang gekommen, um den Kontakt zu den Journalisten zu vermeiden.

Kritik von Matthäus und Rettig

Stattdessen wurde die Kritik bei der DFB-Gala lauter. "Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen", kritisierte Lothar Matthäus.

"Beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert", ergänzte der Rekordnationalspieler. Auch St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig ging verbal auf Distanz: "Einen Platz in der Hall of Fame würde Grindel heute sicher nicht bekommen. Das Erscheinungsbild des DFB ist schon seit längerer Zeit verbesserungswürdig."

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