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Die Ausbootung des Bayern-Trios Müller, Boateng und Hummels sorgt für große Wellen. Joachim Löw zeigt trotz öffentlicher Kritik keine Reue.

Die Ausbootung von Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels aus der deutschen Nationalmannschaft hat große Wellen geschlagen.

Vor allem die Art und Weise, mit der Bundestrainer Joachim Löw das Weltmeister-Trio verabschiedete, rief viel Kritik hervor.

Doch der Coach der DFB-Elf bereut sein Vorgehen nicht. "Ich würde es wieder so machen", sagte Löw bei einem Event der Bild-Zeitung in Berlin. Er habe den Spielern seine Entscheidung persönlich mitteilen wollen. 

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"Ich wollte auf keinen Fall, dass sie es aus den Medien erfahren. Ich habe mit den Spielern kurz danach telefoniert. Es war uns allen wichtig, dass unser gutes Verhältnis bestehen bleibt." Vor allem Thomas Müller hatte sich dennoch öffentlich beschwert ("Die Art und Weise macht mich sauer").

Zu Mesut Özil, der nach der verkorksten WM in Russland seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt hatte, habe er derweil nach wie vor keinen Kontakt gehabt. Das Gespräch wolle er aber weiterhin suchen und "die richtigen Worte finden." Das blamable Turnier sei nicht spurlos an ihm vorbeigegangen: "Mir ging es schon auch schlecht nach der WM. Das kann man mit Worten gar nicht beschreiben, was da passiert." Der 59-Jährige sprach von einer "Schockstarre". Man wisse, dass man "eine ganze Nation enttäuscht" habe. 

Löw: Sané fühlt sich in Manchester wohl

Im Gespräch mit der Bild-Zeitung äußerte sich der Bundestrainer auch zu dem Werben des FC Bayern um den deutschen Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City. "Bayern München ist immer eine gute Adresse, Deutschland kennt er, da fühlt er sich wohl. Sollte das klappen hier in Deutschland, wäre das sicher keine Verschlechterung für ihn", sagte Löw.

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Löw betonte aber auch, dass Sané mit ihm über das konkrete Interesse der Bayern noch nicht gesprochen hätte. Außerdem verwies der 59-Jährige darauf, dass sich Sané bei Manchester City "immer sehr wohl gefühlt" habe, auch wenn er "in diesem Jahr nicht all zu viel von Anfang an gespielt" habe. 

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Löw kündigte ein Gespräch mit seinem Offensivspieler über dessen Zukunft in der Vorbereitung auf die EM-Qualifikationsspiele am 8. Juni in Weißrussland und drei Tage später in Mainz gegen Estland (beide 20.45 Uhr) an. "Ich muss nächste Woche jetzt auch mal mit ihm sprechen", sagte Löw.

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff äußerte hingegen Zweifel, dass der Wechsel zustande kommt. "Ob jetzt der unbedingte Wunsch da ist, nach Deutschland zurückzukehren, glaube ich weniger", sagte er über Sanes Zukunftsplanung.

Löw erwartet offenen Pokal-Fight

Beim Finale des DFB-Pokals zwischen den Bayern und RB Leipzig (DFB-Pokal: RB Leipzig - FC Bayern, Sa. ab 20 Uhr im LIVETICKER) erwartet Löw derweil ein offenes Match. "Ich glaube, es gibt keinen ausgemachten Favoriten", sagte er.

Löw erklärte, dass er vor zwei Wochen das Bundesligaspiel beider Mannschaften in Leipzig gesehen (0:0) habe. Das sei ausgeglichen gewesen, auch wenn Bayern etwas feldüberlegen gewesen sei. "Aber die Leipziger sind schon gefährlich, können gut angreifen, haben gute Offensivkräfte und einen Stil, der den Bayern wehtun kann", sagte Löw. 

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