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EM 2020: Nationalmannschaft bezieht Quartier in Herzogenaurach, Bundestrainer Joachim Löw will sich mit dem DFB-Team für die EM 2020 qualifizieren
Bundestrainer Joachim Löw will sich mit dem DFB-Team für die EM 2020 qualifizieren © Getty Images
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Die deutsche Nationalmannschaft wird bei der anstehenden EM im kommenden Jahr sein Lager beim Ausrüster-Partner aufschlagen. Der Ort scheint gut gewählt.

Als Manuel Neuer vom EM-Quartier "Campo franko" hört, signalisiert er mit einem Lächeln und erhobenem linken Zeigefinger seine Zustimmung.

"Ich find', in Herzo ist es top. Das machen wir auf jeden Fall", lässt der Kapitän aus dem Urlaub wissen - und damit gibt es für Oliver Bierhoff keinen Zweifel mehr: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schlägt ihr EM-Quartier 2020 im fränkischen Herzogenaurach auf. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw wird in der "World of Sports" von Partner adidas wohnen und trainieren.

DFB-Team auf den Spuren von Brasilien 

Das Areal wird bis zum Einzug der Stars um den 10. Juni nach deren Wünschen teilweise neu gestaltet. "Es soll die Philosophie vom Campo Bahia umgesetzt werden", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Wie bei der WM 2014 soll das Quartier auf der Jagd nach dem Titel ein Schlüsselfaktor werden - und wie damals ist auch 2020 ein WG-Konzept geplant.

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Unter dem Motto "1 Partnerschaft - 1 Ziel", dazu ein Pokal-Emoji und die deutsche Flagge, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag seine Wahl mit. Dazu gab es einen 60-sekündigen Spot, in dem augenzwinkernd das vermeintliche Zustandekommen des Deals nachgestellt wird.

 

DFB-Team zum Anfassen

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted antwortet dort auf ein Mietgesuch der "erfolgreichen Fußballmannschaft zum Anfassen" in der Süddeutschen Zeitung. Sein Angebot - "hochmoderne Gebäude, fleißige Greenkeeper, ein Stadion" - findet in einer Umfrage von DFB-Direktor Oliver Bierhoff in der internen Whatsapp-Gruppe bei Neuer, Ilkay Gündogan und Serge Gnabry Anklang. "Das Feedback ist eindeutig", schreibt Bierhoff, "wir sind dabei."

Tatsächlich waren die Spieler in die Auswahl eingebunden. "Sie müssen bei der Gestaltung der neuen Mannschaft Mittreiber sein", sagte Bierhoff. Er sieht "perfekte Möglichkeiten, um in ein Turnier zu gehen: Optimale Reisebedingungen, super kurze Wege vor Ort". In einem Waldstückchen habe der DFB-Tross "eine kleine Oase. Es wird sehr eng und klein, damit wir als Mannschaft zusammenkommen."

Herzogenaurach idealer Standort 

Die fränkische Kleinstadt Herzogenaurach liegt rund 190 km und damit knapp zwei Busstunden von der Münchner Allianz Arena entfernt, wo das DFB-Team im Falle der Qualifikation bei der EURO (12. Juni bis 12. Juli) mindestens zwei Gruppenspiele bestreiten wird. Der Nürnberger Flughafen, auf dem kein Nachtflugverbot herrscht, ist in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Ein Umzug wäre erst zum Halbfinale und Endspiel in London angedacht.

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Bierhoff wünscht sich auf dem halboffenen Firmengelände des Partners, wo 5600 Mitarbeiter tätig sind, ein Flair wie in einem Olympischen Dorf. Auf dem Areal, in das adidas seit 1999 rund eine Milliarde Euro investiert hat, gibt es ein Fußballstadion für 4000 Zuschauer.

Die DFB-Elf bereitete sich dort auf den Confed-Cup 2005 vor, Argentinien um Lionel Messi ein Jahr später auf seine WM-Spiele - und scheiterte im Viertelfinale am "Sommermärchen"-Gastgeber. Hier wären auch öffentliche Einheiten für Neuer und Co. möglich.

Fitnessstudio, Tennis- und Beachvolleyball-Platz, Basketballfeld oder Kletteranlage - alles ist schon vorhanden. Auch adidas-Boss Rorsted geht hier gerne ins Gym. Neu gebaut werden muss nur die eigentliche Unterkunft. "Da steht noch nichts - das ist die gleiche Geschichte wie in Brasilien. Wir werden uns da jetzt mit Volldampf ransetzen", sagte Bierhoff.

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Turniervorbereitung an einem anderen Ort 

Als reinen Werbedeal wollte er die Entscheidung nicht verstanden wissen - wenngleich der DFB und adidas ihre jahrzehntelange Partnerschaft erst im vergangenen September vorzeitig bis 2026 ausgedehnt hatten. "Das ist keine Marketinggeschichte, sondern eine Quartierwahl", sagte er.

Ihre Turniervorbereitung wird das DFB-Team an einem anderen Ort bestreiten. "Wir wollen bewusst einen Break haben - Stichwort Lagerkoller", sagte Bierhoff. Für den Fall, dass sich die Spieler dann in "Herzo" in EM-Stimmung bringen wollen, ist vorgesorgt: Im Firmenarchiv lagern Schätze wie Spielbälle, Trikots der deutschen Finalhelden oder Fritz Walters Schuhe vom "Wunder von Bern".

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