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Die Suche nach einem neuen Präsidenten für den DFB bringt einen neuen Kandidaten hervor. Es geht um einen Mann, den auch Uli Hoeneß für die richtige Wahl hält.

Es war schon zu einem Ritual geworden.

Fritz Keller lauschte in den vergangenen Jahren nach den Spielen seines SC Freiburg im Presseraum den Worten von Trainer Christian Streich und verspeiste dabei weitgehend unbehelligt sein Wiener Würstchen.

Doch mit der beschaulichen Ruhe im Breisgau ist es für den Klubchef des Bundesligisten bald vorbei. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat das 62 Jahre alte Patenkind des großen Fritz Walter am Donnerstag als Überraschungskandidaten für das Präsidentenamt aus dem Hut gezaubert.

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Die Findungskommission des DFB schlug Keller einstimmig zur Nominierung als Kandidat für das Amt als Verbands-Präsident vor.  

Hoeneß hält Keller für den richtigen Mann

Der aktuelle Präsident von Bundesligist SC Freiburg soll sich am 27. September 2019 im Rahmen des DFB-Bundestages zur Wahl stellen, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des DFB. Keller wird sich am 21. August in Berlin zunächst der Konferenz der Regional- und Landesverbände sowie der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorstellen. 

Anschließend soll er nominiert werden. Von seinem Amt in Freiburg würde Keller im Falle seiner Wahl zurücktreten.

Der Posten des DFB-Präsidenten ist seit dem Rücktritt von Reinhard Grindel im April vakant. 

DFB-Vizepräsident und Mitglied der Findungskommission, Dr. Rainer Koch, lobte den Kandidaten für dessen Nachfolge überschwänglich: "Fritz Keller ist ohne jeden Zweifel eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit allen Qualitäten für das Amt des DFB-Präsidenten. Jahrzehntelange Erfahrung mit enger Verbindung zum Profi- und Amateurfußball, auch zum Frauenfußball und der Jugendarbeit, sowie eine große unternehmerische Lebensleistung zeichnen ihn aus."

Keller sei der richtige Mann für die Zukunft -wie auch Uli Hoeneß findet: "Dass die Wahl auf Fritz Keller gefallen ist, halte ich für eine sehr gute Entscheidung. Ich bin überzeugt, dass Fritz Keller ein hervorragender Präsident des DFB sein wird", sagte der Präsident des FC Bayern. 

Keller ist Wunschkandidat des DFB

Die Findungskommission setzte sich neben Dr. Rainer Koch aus Dr. Reinhard Rauball, DFB-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge und DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann sowie seitens der DFL Peter Peters und Christian Seifert zusammen. Keller sei der einzige Kandidat gewesen, mit dem die Runde Gespräche führte. 

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Der gebürtige Freiburg  ist seit 1994 in der Führung des Sportclubs aus seiner Heimatstadt tätig. 1994 wurde er erstmals in den Vorstand gewählt. 2010 übernahm er den Vorstand des Gremiums, ehe er 2014 zum Präsidenten ernannt wurde. 

Zudem ist er Betreiber des Restaurant "Schwarzer Adler" in Oberbergen am Kaiserstuhl.

"Ausgestattet mit einem klaren Wertekanon und großer Bodenständigkeit, hat er sich sowohl in seinem Klub als auch beispielsweise im Rahmen der DFL Stiftung immer zur gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs bekannt", sagte Rauball über Keller, der zuerst an seinen Klub dachte.

"Es hat in den vergangenen Wochen sehr gute Gespräche mit der Findungskommission gegeben", sagte der designierte Präsident: "Mit Blick auf den SC Freiburg ist mir die Entscheidung, für das Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung zu stehen, alles andere als leichtgefallen. Mir hat die gemeinsame Arbeit im Klub immer große Freude bereitet."

Es hagelte Absagen für den DFB

Obwohl Keller laut DFB der einzige Kandidat war, hatte es eine Reihe von Absagen gegeben.

Der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der langjährige Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, der ehemalige adidas-Chef Herbert Hainer und auch Werder Bremens Ikone Marco Bode erklärten allesamt ihren Verzicht. 

Schon vor der Wahl Kellers steht fest, dass der künftige Präsident nicht mehr so viel Macht wie seine Vorgänger haben wird. Der Verband war zuletzt zu der Auffassung gekommen, dass die Amtsträger in der Vergangenheit auch an der Fülle der Tätigkeiten scheiterten. Die zuletzt amtierenden Verbandsbosse Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Grindel mussten alle vorzeitig gehen, das soll sich auf keinen Fall wiederholen. 

DFB braucht Stabilität

Klar ist auch, dass es in Zukunft im Verband eine deutlichere Trennung zwischen den wirtschaftlichen und den gemeinnützigen Aufgaben gibt. "Wirtschaftliche Aktivitäten eines Unternehmens mit einem Budget von mehr als 400 Millionen Euro und vielen hundert Hauptamtlichen müssen in modernen Unternehmensstrukturen abgearbeitet werden", sagte Koch zuletzt. 

Deshalb werden alle Aktivitäten, mit denen Geld verdient wird, künftig von der DFB GmbH verantwortet, gemeinnützige Aufgaben sollen dem DFB e.V. obliegen. Starker Mann der GmbH soll DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius werden, Oliver Bierhoff ist als Geschäftsführer Sport vorgesehen. Weiter sind dort unter anderem die EURO 2024 GmbH und die geplante Schiedsrichter GmbH angesiedelt. 

"Der DFB braucht nach unruhigen Zeiten vor allem Kontinuität und Stabilität an der Spitze. Fritz Keller ist ohne jede Frage eine hoch integre Persönlichkeit, die Glaubwürdigkeit und Identifikation vermittelt", sagte Curtius: "Seine Erfahrungen und seine Erwartungen an eine moderne Organisationskultur und -führung sind die beste Voraussetzung, um den Verband in eine gute Zukunft zu führen."

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