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Bundestrainer Joachim Löw und sein Team haben die WM analysiert und einen Umbruch vollzogen. Jetzt verrät Löw seine Erkenntnisse aus dem Debakel in Russland.

Bundestrainer Joachim Löw sieht die Offensive als Schlüssel für künftige Erfolge an. Es sei "nicht mehr so wie früher, dass Defensive Turniere gewinnt", sagte der 59-Jährige im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vor den beiden EM-Qualifikationsspielen am Freitag gegen die Niederlande in Hamburg und am Montag gegen Nordirland in Belfast: "Wer Tore erzielt, gewinnt Turniere."

Erkenntnisse der WM-Blamage

Bei der Aufarbeitung des frühen WM-Scheiterns in Russland habe sich Löw die Frage gestellt: "Wie sieht der Fußball der Zukunft aus, und wie sieht der Spieler der Zukunft aus?" Dabei habe er erkannt, dass es "bei den kognitiven Fähigkeiten noch Steigerungspotenzial gibt".

Es gehe um "Handlungsschnelligkeit" und "richtige Entscheidungen", sagte Löw: "Eins-gegen-eins-Spieler sind wichtig geworden, und wir haben Spieler, die das können." 

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Fortschritte erkennbar

Nach dem eingeleiteten Umbruch erkennt er bereits Fortschritte: "Die Jüngeren haben Lust, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind talentiert, motiviert, lernwillig."

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Mit Blick auf die EM habe er "schon klare Vorstellungen" vom erweiterten Spielerkreis. "Es gibt ein Gerüst", sagte Löw: "Wir brauchen eine gewisse Kontinuität, denn die Mannschaft muss sich ja auch einspielen."

Löw sehnt sich nach Privatsphäre

Im Interview bezog Löw außerdem Stellung zu seiner Zukunft. Der 59-jährige sehnt sich nach etwas mehr Privatsphäre und sieht seine Zeit als Bundestrainer in nicht allzu ferner Zukunft enden. "Der ewige Jogi bin ich sicher nicht, nein. Noch mal 13 Jahre werde ich sicher nicht Bundestrainer sein."

Löw hatte sein Amt nach der WM 2006 von seinem damaligen Chef Jürgen Klinsmann übernommen. Sein Vertrag läuft bis zur WM 2022 in Katar.

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Manchmal habe er die "Sehnsucht", sich wie ein normaler Bürger bewegen zu können, gestand Löw. Zwar freue er sich über die fast durchweg positive Resonanz, die ihm in der Öffentlichkeit entgegengebracht werde, aber: "Sobald ich vor die Türe gehe, habe ich keine Privatsphäre mehr. Weniger für mich als mehr für meine Freunde oder Familien-Mitglieder ist der Umgang damit nicht immer so einfach."

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