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Hamburg - Emre Can reagiert erbost auf sein Champions-League-Aus. Juventus habe ihm die Königsklasse zugesichert, er habe auch deshalb auf einen Wechsel verzichtet.

Nach Emre Cans harter Kritik an seinem Arbeitgeber Juventus Turin ist der Mittelfeldstar in den sozialen Medien überraschend deutlich auf den italienischen Serienmeister zugegangen.

"Aus Respekt vor Juventus und meinen Teamkollegen, deren Erfolg schon immer meine oberste Priorität war, werde ich nichts mehr sagen und weiter auf dem Platz kämpfen", schrieb Can auf Twitter und Instagram. "Ich werde Juventus Turin immer dankbar sein und wie sie mich unterstützt und unterstützt haben, da ich Teil des Klubs bin, besonders während meiner Verletzungszeit."

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Am Dienstagabend hatte Juventus Turin überraschend verkündet, dass Can nicht für die Champions League gemeldet wurde - wie auch Mario Mandzukic.

Am Mittag hatte sich der deutsche Nationalspieler noch ganz anders angehört, als er auf die Entscheidung mit Unverständnis reagiert und den Verantwortlichen des italienischen Rekordmeisters Wortbruch vor.geworfen hatte

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Emre Can: "Macht mich sauer und wütend"

"Es macht mich sauer und wütend, wie man mit mir umgeht, obwohl ich letzte Saison in der Champions League gute Spiele gemacht habe", sagte Can am Mittwoch im Kreise der Nationalmannschaft in Hamburg. (EM-Qualifikation: Deutschland - Niederlande am Fr. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

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Das Königsklassen-Aus für Can - es kam auch für ihn selbst überraschend.

"Ich habe damit nicht gerechnet. Es ist sehr schockierend für mich. Man hat mir letzte Woche etwas anderes versprochen und gesagt. Ich kann das nicht nachvollziehen", wetterte der 25-Jährige.

Juventus-Trainer Sarri rief Can an

Die Nachricht überbrachte ihm Neu-Trainer Maurizio Sarri am Dienstag per Telefon. "Ich habe einen Anruf vom Trainer bekommen, unter einer Minute - und ohne Begründung hat man mir gesagt, dass ich nicht in der Liste dabei bin. Ich kann es mir nicht erklären. Bis jetzt hat man mir keinen Grund genannt", schimpfte Can.

Besonders bitter: Der gebürtige Frankfurter verließ sich auf das Versprechen der Italiener, weshalb etwa ein Wechsel zu Paris Saint-Germain nicht zustande kam.

"Ja, ich hatte Gespräche mit Vereinen und mein Berater auch. Paris war auch dabei", verriet Can. "Wir sind aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich bei Juventus bleibe. Eine Bedingung war, dass ich in der Champions League dabei bin. Das haben sie mir versichert, aber nur einen Tag nach dem Transferschluss haben sie mir gesagt, dass ich nicht dabei bin. Wenn ich gewusst hätte, dass ich nicht in der Champions League spiele, wäre ich nicht geblieben.“

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Champions League für Can unverzichtbar

Vieles deutet darauf hin, dass das Kapitel Can und Juventus nun im Winter zu Ende gehen könnte. "Ich werde meine Konsequenzen ziehen, wenn ich zurück bin, und mit dem Verein reden, denn ich muss und will in der Champions League spielen", kündigte Can an. "Ich habe keine faire Chance gehabt, mich irgendwie zu beweisen."

Bei Bundestrainer Joachim Löw unternimmt Can nun Frustbewältigung. Seinen letzten Länderspiel-Einsatz hatte der Mittelfeldspieler im Oktober 2018 in der Nations League gegen die Niederlande, den kommenden Gegner in der EM-Quali. Bei der 0:3-Pleite agierte er damals fehlerhaft und zurückhaltend. Fortan blieb er ohne Einsatz, wurde anschließend auch nicht mehr nominiert.

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Jetzt will er wieder durchstarten und sich im Zentrum behaupten. Sein Vorteil ist seine Flexibilität, Can kann auch auf der rechten Außenbahn spielen.

Can freut sich über Nominierung von Löw

"Ich bin seit vier Jahren dabei und jetzt gefühlt einer der Ältesten. Ich will hier den nächsten Schritt machen und Leistung auf dem Platz zeigen. Die Konkurrenz ist aber sehr groß. Jeder hier ist ein Topspieler. Ich glaube aber an mich und glaube daran, dass ich mich hier durchsetzen kann", erklärte Can selbstbewusst.

Anders als über den Anruf von Sarri, freute er sich über den von Löw ganz besonders: "Ich war zu Hause auf der Couch, als mich der Trainer angerufen hat. Er hat mich dann gefragt, ob ich fit bin. Ich habe dann gesagt: 'Ja.' Dann hat er gesagt: 'Okay, du bist dabei.' Das hat mich unheimlich gefreut. Mein Ziel ist es, immer in der Nationalmannschaft zu sein."

Zumindest dieses Ziel hat Can nun wieder erreicht. Die Königsklasse hingegen bleibt ihm mindestens bis zur Winterpause verwehrt: Erst dann könnte Juventus ihn für die K.o.-Phase nachnominieren - oder Can durch einen Vereinswechsel in die Champions League zurückkehren.

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