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München - Bei den Italienern fand in den vergangenen Monaten ebenfalls ein Umbruch statt. Italien-Legende Andrea Pirlo lobt die Entwicklung und hat auch einen Blick auf Deutschland. Er mahnt zur Geduld, aber macht Hoffnung.

2010 sind die Italiener bei der Weltmeisterschaft in der Vorrunde ausgeschieden. 2014 ebenso. 2018 qualifizierte man sich erst gar nicht. Eine Schmach für den vierfachen Weltmeister, dessen letzter Titel aus dem Jahr 2006 stammt, als man in Deutschland Weltmeister wurde.  

Beide Länder eint, dass das vergangene Jahr, bei den Italiener früher, bei den Deutschen später, zu einem sportlichen Umdenken geführt hat und ein Umbruch folgte. Bei der Squadra Azzurra übernahm Roberto Mancini den Cheftrainerposten im Mai. "Die Mannschaft" definierte sich vor allem mit Veränderungen beim Spielermaterial. Bundestrainer Joachim Löw blieb bekanntermaßen in Amt und Würden. 

Mancini, wie Löw auch, verjüngte seine Squadra, angeführt vom formstarken Ciro Immobile (Lazio Rom), unterstützt von Supertalent Federico Chiesa (AC Florenz) und Stefano Sensi (Inter Mailand).  

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"Ein neuer Zyklus hat begonnen"

Nun stehen beide Länder unmittelbar vor der EM-Qualifikation. In der Gruppe J sammelte das Mancini-Team 18 Punkte aus sechs Spielen. Mit einem Sieg gegen Griechenland im Olympiastadion in Rom am Samstagabend, hat man das EM-Ticket auch rein rechnerisch sicher.  

Die SPORT1-Reporter Valentina Maceri und Florian Plettenberg trafen Andrea Pirlo am Rande des Legenden-Spiels zwischen Deutschland und Italien (3:3) in Fürth
Die SPORT1-Reporter Valentina Maceri und Florian Plettenberg trafen Andrea Pirlo am Rande des Legenden-Spiels zwischen Deutschland und Italien (3:3) in Fürth. © SPORT1

"Sie haben aktuell einen Lauf, weil sie gut spielen. Nach der WM mussten auch die Italiener die Spieler austauschen. Ein neuer Zyklus hat begonnen. Aktuell spielen sie gut, aber es ist wichtig, diesen Weg auch fortzuführen”, sagt Italien-Legende Andrea Pirlo im Gespräch mit SPORT1.  

116 Länderspiele absolvierte Pirlo für die Italiener im Mittelfeld (13 Tore). Auch er gehörte dem Weltmeister-Kader von 2006 an und spielte ein prägende Rolle beim Titelgewinn. Die Entwicklung des deutschen Fußballs verfolgt der Ex-Profi, der im November 2017 im Alter von 38 Jahren sein Karriereende verkündet hat.  

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"Ich habe das ein oder andere Spiel gesehen. Vor allem auch das gegen Holland (2:4, d. Red.). Man sieht, dass definitiv ein Umbruch stattgefunden hat. Es sind einige neue Spieler dabei. Es braucht ein bisschen Zeit, um als Mannschaft zusammenzuwachsen und ein starkes Team zu formen”, mahnt der frühere Spielmacher.  

Pirlo: Deutschland zählt immer zu den Favoriten

Pirlo, 40, nimmt ebenso wahr, dass im deutschen Spiel längst nicht alles Gold ist, was kurzzeitig glänzt. Peinlich-Aus in Russland, Abstieg aus der Nations-League, zuletzt die Pleite gegen die Niederlande und international seit Jahren keine Erfolge deutscher Vereinsmannschaften.

"Ja, das hat man gesehen, wir verfolgen das DFB-Team und die Bundesliga auch in Italien. Sie hatten bereits Probleme bei der WM und auch jetzt tun sie sich schwer. Aber das passiert allen National-Teams in einer Umbruchphase”, sagt Pirlo und macht Deutschland, die am Sonntag in der EM-Quali auf den Tabellenletzten Estland treffen, dennoch Hoffnung auf Besserung – sogar schon bei der EM 2020. "Deutschland zählt immer zu den Favoriten. Wenn es darum geht, sind sie immer da." 

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