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München - In seiner Kolumne "Auf den Punkt" erklärt SPORT1-Moderator Thomas Helmer unter anderem, warum er die Nominierung von Sebastian Rudy nicht nachvollziehen kann.

Liebe Fußballfreunde, der Punkt ist:

Ich war am Mittwoch im Stadion dabei: Schöne Stimmung, wie immer in Dortmund, und eine richtig erfrischende erste Halbzeit. Aber in der zweiten Hälfte hat man gesehen, wo die Probleme liegen, nämlich im Defensivverhalten.

Punkt 1: Hummels zurück in die DFB-Elf! Das junge Team braucht ihn

Als ehemaliger Abwehrspieler sage ich, da müssen wir dringend was tun. Und deshalb immer wieder die Frage nach Mats Hummels! Würde er der jungen Mannschaft nicht etwas mehr Halt geben? Ich fand zum Beispiel Niklas Süle auch sehr unsicher, ungewohnt unsicher.

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Ich weiß, dass Jogi Löw wahrscheinlich nicht über seinen Schatten springen wird, aber ich bin dafür, Mats wieder dazu zu nehmen. Denn er kann den jungen Spielern Hilfestellung geben, selbst wenn er nicht immer spielt.

Punkt 2: Rudys Nominierung hebelt das Leistungsprinzip aus

Die größte Überraschung war: Sebastian Rudy. Der hatte nun wirklich keine gute Saison letztes Jahr. Und die Begründung: Er kennt die Abläufe. Ich habe mich gefragt, was damit gemeint ist. Welche Abläufe? Vor dem Spiel? Beim Mittagessen? In der Autogrammstunde? Das ist eine etwas dünne Antwort des Bundestrainers.

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Ich habe auch nicht verstanden, warum er eingewechselt wurde. Nichts gegen Sebastian Rudy persönlich, aber das Leistungsprinzip wurde da ein bisschen sehr aus den Angeln gehoben.

Punkt 3: Robin Koch war die positive Überraschung

Überrascht war ich, wie Robin Koch gespielt hat. Er hat mir sehr gut gefallen! Er war sehr bissig, sehr aggressiv, hat nicht versucht, etwas Besonderes zu machen, sondern sich ganz auf die Defensive konzentriert. Man hat nicht gemerkt, dass es sein erstes Länderspiel war.

Punkt 4: Waldschmidt hat es verdient, Volland aber auch!

Man hat gesehen, dass es bei uns nicht ganz einfach ist vorne in der Spitze. Es war für Luca Waldschmidt verdammt schwierig. Aber es ist völlig verdient, dass er eine Chance bekommen hat. Er hat sehr viel Dynamik und Torgefahr – und hier in Hamburg hat man das mal wieder übersehen...

Wenn Waldschmidt es verdient hat, dürfen wir aber auch andere nicht vergessen: Kevin Volland zum Bespiel. Er ist sehr konstant, hat auch schon wieder vier Treffer gemacht, bereitet viele Tore vor, hat aber offenbar keine Chance. Löw setzt da vor allem auf sehr schnelle Spieler.

Punkt.

Euer Thomas Helmer

Als Spieler von Borussia Dortmund und Bayern München gewann Thomas Helmer drei deutsche Meisterschaften, zwei Mal den DFB-Pokal und den UEFA-Pokal 1995/96. Als Abwehrchef der deutschen Nationalmannschaft wurde er 1996 Europameister. Seit 2012 moderiert er für SPORT1 den Fan-Talk und den CHECK24 Doppelpass.

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