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Fritz Keller ist seit dem 29. September 2019 DFB-Präsident
Fritz Keller ist seit dem 29. September 2019 DFB-Präsident © Getty Images
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München - Fritz Keller präsentiert am Dienstag einen Fünf-Punkte-Plan für mehr Nachhaltigkeit im Fußball. Dabei geht es auch um das Thema Gehaltsobergrenze.

DFB-Präsident Fritz Keller hat einen Fünf-Stufen-Plan für mehr Nachhaltigkeit im Fußball vorgestellt.

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen. Deshalb gilt es jetzt, nicht nur abzuwarten, sondern aus dieser Krise zu lernen und die einmalige Fußballstruktur in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten", erklärte Keller am Dienstag.

Ein Learning: Der gesamte Fußball, auch an der Spitze, müsse sich künftig wieder stärker besinnen und näher an die Menschen heranrücken.

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Die zunehmende Kommerzialisierung sowie steigende Gehälter und Ablösesummen haben teilweise zu einer Entfremdung vom Fußball gesorgt.

"Wir müssen selbstkritisch sein, uns hinterfragen sowie uns mit dem Blick von außen auf den DFB sagen lassen, was wir in der Vergangenheit falsch gemacht haben, um aus unseren Fehlern zu lernen", sagte Keller, der zudem von einer Aussprache mit Karl-Heinz Rummenigge berichtete.

Die EM 2024 in Deutschland soll "ein Leuchtturm für Nachhaltigkeit" werden, kündigte Keller an.

Der Plan des Präsidenten beinhaltet unter anderem, das DFB-Netzwerk für Präventiv-Tests zu nutzen und über Gehaltsobergrenzen und andere "sinnvolle Regulierungen des Fußballs" nachzudenken.

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Dazu soll das Ehrenamt gestärkt werden und ein "breiter Dialog mit allen Interessensgruppen auf Augenhöhe" geführt werden.

Die fünf Punkte im Überblick:

1. DFB-Netzwerk für Präventiv-Tests nutzen

Keller nimmt den Fußball in der "Verantwortung, sich mit seiner positiven Kraft einzubringen". Deswegen könnten "präventive und möglichst großflächige Testung helfen, das Virus zielgerichtet einzudämmen, bis ein Impfstoff entwickelt sein wird."

Falls sich Politik und Wissenschaft für einen solchen Weg entscheiden, werde der "Fußball seinen Beitrag zum Gelingen dieser Maßnahme leisten: mit seiner verbindenden Kraft, seiner Popularität, Logistik und Infrastruktur, vor allem aber mit seinen sieben Millionen Mitgliedern und rund 25.000 Vereinen".

2. Gehaltsobergrenzen und sinnvolle Regulierung des Fußballs

Der Profifußball müsse den Menschen wieder näher gebracht werden. "Wir müssen über eine Gehaltsobergrenze nachdenken", schreibt Keller. In einer Medierunde fügte er hinzu: "Es gibt unsinnige Gehälter und Ablösesummen, die nicht mehr glaubhaft sind."

Er hat eine Reform des Financial Fair Play im Blick und will dafür mit den Kollegen auf nationaler und internationaler Ebene sowie UEFA-Boss Aleksander Ceferin diskutieren.

Keller fügt hinzu: "Provisionen für Spielerberater und immense Transfersummen irritieren die Gesellschaft zunehmend und entfremden sie von unserem geliebten Sport. Der gesamte Fußball ist aufgefordert, endlich zufriedenstellende Antworten auf diese Problemstellungen zu geben."

3. Enkeldenken: Wir brauchen neue Maßstäbe für Erfolg

Keller fordert: "Die vielfältigen Themen der Nachhaltigkeit - auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene - müssen im Fußball einen höheren Stellenwert einnehmen als bisher."

Vereine und Verbände müssen langfristig denken und nicht von Saison zu Saison. Man müsse gemeinsam "verbindliche Nachhaltigkeits-Standards entwickeln, die dann auch in der Lizensierung Beachtung finden."

4. Fußball zukunftssicher machen - Ehrenamt stärken

Keller will die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Vereinen stärken. "Wir müssen die Bedingungen, unter denen diese Heldinnen und Helden des Alltags freiwillig ihre Freizeit investieren, ganz praktisch verbessern. Digitalisierung ist hier ein wichtiges Stichwort", sagt er.

Die Infrastrukturen des Sports sollen "zukunftsfest" sein, Vereine sollen Rücklagen bilden dürfen.

5. Breiter Dialog mit allen Interessensgruppen auf Augenhöhe

Keller peilt einen "breiten Dialog für mehr Nachhaltigkeit im Fußball" an. Er möchte, dass sich alle, die "Freude am Fußball haben, Verantwortung tragen oder betroffen sind", am Dialog teilnehmen.

Keller betont: "Die Stärkung des Fan-Dialogs als ein Teil unserer Dialogoffensive ist mir persönlich dabei besonders wichtig."

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