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Leroy Sané (2.v.l.) ist einer der Gewinner der Länderspielwoche
Leroy Sané (2.v.l.) ist einer der Gewinner der Länderspielwoche © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago/Getty
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Basel - Sorgenkinder vom BVB, ein Torwart nutzt seine Chance. SPORT1 hat die Nationalmannschaft begleitet und nennt die Gewinner und Verlierer der ersten Länderspiele 2020.

In einer langen Länderspielwoche haben sich zwei Spieler hervorgetan, mit denen vorher nicht zu rechnen war. Für einen Top-Star wird es nicht einfacher. Einem Dortmunder droht weiterhin die Bank.

1:1 gegen Spanien, 1:1 gegen die Schweiz. Ernüchterung statt EM-Vorfreude. (Nationalmannschaft: Die Einzelkritik zum Remis gegen die Schweiz)

Mit einem stark veränderten 22er-Kader war Joachim Löw in die Länderspiel-Woche gestartet. Nico Schulz und Kai Havertz mussten allerdings vorzeitig abreisen. Auf eine große Rotation verzichtete der Bundestrainer dennoch. 

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SPORT1 hat die Nationalmannschaft in Stuttgart und Basel begleitet und nennt die Gewinner und Verlierer der ersten DFB-Woche des Jahres. 

GEWINNER

KEVIN TRAPP: Gegen Spanien kam der Noch-Frankfurter zu seinem vierten Länderspiel und hielt mehrfach glänzend. Dem 30-Jährigen war es zu verdanken, dass die deutsche Elf am Ende zumindest einen Punkt einsacken konnte. Gegen die Schweiz bekam zwar Bernd Leno seine Chance und hielt ebenfalls gut. Seinen Status als Nummer drei dürfte Trapp aber vorerst gefestigt haben. 

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ROBIN GOSENS: Mit einem Assist belohnte er sich für sein starkes DFB-Debüt gegen die Spanier. Auf der linken Seite hat der Legionär von Atalanta Bergamo gute Chancen, sich dauerhaft festzuspielen. Der 26-jährige ist schnell und hat einen guten Zug nach vorne. Auch gegen die Schweiz durfte er von Beginn an ran. Allerdings war er in der Länderspiel-Woche auch an beiden Gegentoren beteiligt. 

TONI KROOS: Der 30-Jährige ist und bleibt Löws Mittelfeldchef. Erklärtermaßen kann er sich zu den Länderspielen mittlerweile sogar selbst einladen. Mit seiner Ruhe stabilisiert er eine Mannschaft, die sich im Umbruch befindet. Mit schnellen Pässen in die Schnittstellen soll er zukünftig Leroy Sané, Timo Werner und Serge Gnabry füttern. Sowohl gegen Spanien als auch gegen die Schweiz hat er mit Ilkay Gündogan sehr gut harmoniert. 

NIKLAS SÜLE: Der Innenverteidiger meldete sich nach seiner monatelangen Verletzungspause stark zurück. In beiden Nations-League-Partien stand er in der Startelf. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob seine Stärken im Zentrum der Dreierkette langfristig zur Geltung kommen, denn ein typischer Aufbauspieler ist Süle nicht. Dennoch: Der 25-jährige geht als Abwehrboss ins EM-Jahr. 

LEROY SANÉ: Gegen die Schweiz war in der Offensiver bester Deutscher. In beiden Spielen war sein Tempo und sein Spielwitz zu erkennen. Sané ist aber auch anzumerken, dass bei ihm in den Abschlusssituation noch die Leichtigkeit fehlt. Mal verspringt ihm ein Ball, mal verpasst er das rechtzeitige Abspiel. Sané bleibt für Löw trotzdem ein Hoffnungsträger auf erfolgreiche DFB-Zeiten.

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VERLIERER

NICO SCHULZ: Was für ein Pech. Der Dortmunder reiste als erster Nationalspieler am Montag an und wenige Stunden mit Wadenproblemen wieder ab. Erarbeitet sich Schulz beim BVB keinen Stammplatz, dürfte es für ihn eng werden. Marcel Halstenberg und Gosens haben auf der linken Seite die Nase vorn. Löw wird Schulz aber nicht so schnell fallen lassen.

KAI HAVERTZ: Er kam, um wieder abzureisen, damit er in London den 100-Millionen-Deal einfädeln kann. Sein Wechsel zum FC Chelsea war das Thema der Woche. Havertz ist der Transfer zu gönnen, aber im DFB-Dress konnte er sich erneut nicht empfehlen. Stammspieler ist er bei Löw nicht und die Konkurrenz im Mittelfeld ist riesig. Im Oktober muss er liefern. 

JULIAN BRANDT: Gegen Spanien war der Dortmunder 90 Minuten außen vor, gegen die Schweiz stand er wieder nicht in der Startelf. Nach seiner Einwechslung war von ihm 45 Minuten kaum etwas zu sehen. Mit einem unnötigen Fehlpass leitete er das 1:1 ein. In Anbetracht der starken Konkurrenz wird sich seine Reservisten-Rolle bei Löw erstmal nicht ändern. Eine Nicht-Nominierung im Oktober ist unwahrscheinlich, wäre aber ein Denkzettel mit Signalwirkung an andere EM-Kandidaten, die unter Löw nur im Schongang spielen.  

EMRE CAN: Das nächste Dortmunder Sorgenkind. Gegen Spanien spielte er nicht gut und gab das auch nach Abpfiff offen und ehrlich zu. Gegen die Schweiz flog er als einziger Feldspieler aus der Startelf. Für ihn durfte sich Ginter in der Dreierkette zeigen, der überzeugte. Can bringt mit seiner Physis und seinem Ehrgeiz aber vieles mit, was dieser Mannschaft gut tut. Er unterstützte die Mannschaft auch lautstark von der Bank. Löw muss für ihn die passende Position finden. 

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