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München - Reiner Calmund kritisiert im CHECK24 Doppelpass die Nations League. Auch die Kritik von Matthäus wird diskutiert. Daniel Baier hat Verständnis.

Nach dem 2:1-Sieg der Deutschen Nationalmannschaft in der Nations League gegen die Ukraine ist ein heißer Streit um die DFB-Elf entbrannt.

Ging es nach Reiner Calmund, bräuchte man Spiele wie das vom Samstagabend überhaupt nicht. "Die Nations League, interessiert mich nicht, das ist Scheißdreck, eine Witzveranstaltung", polterte der langjährige Manager im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 (LIVE im TV und STREAM).

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Für Calmund sei der Wettbewerb nicht mehr als eine gute Vorbereitung auf die anstehenden Turniere. "Gegen die Ukrainer hat mich nur interessiert, ob wir gut spielen", erklärte der 71-Jährige.

Baier: "Kann mit Nations League nicht viel anfangen"

Von den anderen Gästen bekam er Zuspruch für diese Aussagen. "Ich kann mit der Nations League generell nicht viel anfangen", erklärte Daniel Baier, langjähriger Kapitän des FC Augsburg. Marcel Reif ging sogar noch einen Schritt weiter: "Nationalmannschaften werden nur noch bei Turnieren relevant sein. Wir müssen den Schwachsinn, der zwischen den Turnieren passiert, abschaffen", erklärte der SPORT1-Experte.

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Für Calmund sind Ergebnisse solcher Spiele sekundär. "Wir haben in München 1:5 gegen England verloren, später gegen Rumänien ebenfalls mit 1:5. Das waren Testspiele. Wir sind 2002 trotzdem Vizeweltmeister geworden", erklärte er. Allerdings sei dazugesagt: Das 1:5 gegen Rumänien war 2004.

Doch nicht nur der Wettbewerb steht am Pranger, auch Bundestrainer Joachim Löw sah sich nach dem 3:3 im Testspiel gegen die Türkei am vergangenen Mittwoch, bei dem er Spieler des FC Bayern München und von RB Leipzig geschont hatte, Kritik ausgesetzt – insbesondere von Lothar Matthäus.

"Ich wundere mich, wenn ich sehe, dass da viele Spieler wie Nico Schulz für Deutschland auflaufen, die in ihren Vereinen auf der Bank sitzen. Genau deshalb schaltet für Deutschland keiner mehr den Fernseher ein", hatte der Rekordnationalspieler in der Bild kritisiert.

Verständnis für Matthäus-Kritik

Auch Bastian Schweinsteiger hatte sich am Samstagabend in der ARD ähnlich geäußert. "Ich persönlich sage immer: Die Besten sollten spielen. Die besten Spieler, die es in Deutschland gibt." In den vergangenen 19 Länderspielen habe Löw 41 verschiedene Spieler getestet. "Da verstehe ich die Leute. Man kann sich nicht mehr 100-prozentig mit dem DFB-Team identifizieren", erklärte der Weltmeister von 2014.

Dem pflichtete Baier bei. "Als Fan verstehe ich Lothars Aussagen. Für mich sind viele Spieler in der Nationalmannschaft, die da aktuell nicht hingehören. Die haben zwar eine tolle Qualität, aber ich bin damit groß geworden, dass die Spieler in der Nationalmannschaft spielen, die in der Liga die beste Leistung bringen", sagte der 36-Jährige, der im Sommer 2020 seine Karriere beendet hatte.

Allerdings schränkte er ein: "Löw hat sich festgelegt, er will eine neue Hierarchie, hat verjüngt und einen Schnitt gemacht, das muss man akzeptieren und kann man nicht jede Woche verändern. Auch wenn in der Bundesliga andere Topleistungen bringen und vielleicht sogar die Besten auf ihrer Position sind."

Für Reif ist diese Diskussion allerdings zu einseitig. "Wenn du die Bayern-Spieler in so einem Spiel wie gegen die Türkei spielen lässt, grenzt das an Körperverletzung. Das kannst du nicht machen. Das war alternativlos", erklärte der SPORT1-Experte und fragte: "Wen hätte er sonst nominieren sollen?"

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