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Kiew - Bastian Schweinsteiger sieht die Entwicklung beim DFB-Team kritisch. Der Ex-Nationalspieler macht sich für eine Boateng-Rückkehr stark - und vermisst defensive Weltklasse.

Beim FC Bayern verbuchten sie Titel ohne Ende, in der deutschen Nationalmannschaft wurden sie 2014 in Rio sogar Fußball-Weltmeister:

Nun hat Bastian Schweinsteiger, inzwischen Fußball-Experte für die ARD, beim Nations-League-Spiel in Kiew gegen die Ukraine sich für die Rückkehr von Jérôme Boateng ins DFB-Team ausgesprochen.

Darauf hingewiesen, dass sein früherer Mannschaftskollege bei den Münchnern Triple-Siegern wieder zu alter Stärker zurückgefunden habe, Bundestrainer Joachim Löw die Tür für Boateng insofern vielleicht doch wieder öffnen sollte, erklärte der frühere Mittelfeld-Star: "Ich persönlich sage immer: Die Besten sollten spielen. Die besten Spieler, die es in Deutschland gibt. Und da sehe ich Jérôme Boateng auf einem sehr hohen Niveau, man hat's ja auch in der Champions League gesehen."

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Vor allem mit Blick auf die zuletzt immer wieder wackelnde deutsche Defensive erklärte Schweinsteiger in diesem Zusammenhang: "Idealerweise spielt man mit einer Viererkette - damit sind wir auch Weltmeister geworden."

Schweinsteiger: Kritik an DFB-Team-Defensive

Wenn er indes "die Spieler aktuell sehe - die absolute Weltklasse, das absolute Format sehe ich momentan nicht. Es sind alles junge talentierte Spieler", so Schweinsteiger.

Auch wenn es Niklas Süle, Emre Can und Lukas Klostermann zuletzt gut gemacht hätten und bei ihm eine "gewisse Hoffnung" vorhanden sei: "Wir sind noch nicht soweit, um zu sagen: Wir haben eine super-Abwehr, und die funktioniert 1A."

Zur zusehends schwindenden Identifikation der deutschen Fans mit dem Nationalteam meinte Schweinsteiger: "In den letzten 19 Länderspielen wurden, glaube ich, 41 Spieler getestet, das ist sehr viel. Da kann es dann zu Problemen kommen, da können Automatismen nicht stimmen, es gab viele Gegentore, da stimmt noch nicht alles.

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Der 36-Jährige fügte an: "Da verstehe ich die Leute. Man kann sich nicht mehr 100-prozentig mit dem DFB-Team identifizieren. Ich habe jetzt auch noch nicht so viel Fahnen auf den Autos gesehen, mit der Deutschlandflagge."

Löw wehrt sich erneut gegen Matthäus-Schelte 

Löw wies unterdessen die jüngste Kritik an seiner Personalauswahl und den Vorwurf der Arroganz zurück.

"Natürlich bin ich reflektiert", betonte der Bundestrainer vor dem Anstoß: "Nach jedem Spiel, nach jedem Training frage ich mich: Was hätten wir besser machen können, wo können wir den Hebel ansetzen?"

Er "akzeptiere" die Kritik, betonte Löw, "aber ich habe meine Gründe und weiß, was ich tue." Er gehe seinen Weg "aus Überzeugung", ergänzte Löw, "ich sehe das große Ganze - nicht immer nur ein einziges Spiel oder Ergebnis in einem Testspiel."

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Unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und der frühere Bundestrainer Berti Vogts hatten moniert, dass Löw im Länderspiel gegen die Türkei (3:3) eine B-Elf aufgeboten hatte. Löw begründete dies mit der hohen Belastung für seine Topstars um die Münchner Triple-Sieger.

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Als er am Freitag auf die Kritik angesprochen wurde, sagte Löw, diese sei ihm "völlig egal". Dies wurde ihm vielfach als Arroganz ausgelegt. Dass Matthäus aktuell anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des WM-Triumphs von 1990 mit seinen Weltmeister-Kollegen in der Toskana feiere, sei "vielleicht ganz gut für mich", witzelte Löw am Samstag: "Da kann er die Kritik nicht äußern."

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