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München - Noch immer hallt die 0:6-Pleite der deutschen Nationalmannschaft nach. SPORT1-Experte Stefan Effenberg nimmt Joachim Löw in Schutz, glaubt aber dennoch an Konsequenzen.

Die höchste Niederlage seit fast 90 Jahren - und trotzdem bleibt Joachim Löw weiter Bundestrainer.

Zu Recht, findet Stefan Effenberg. "Für mich ist das die richtige Entscheidung", sagte der Ex-Nationalspieler in einem SPORT1 News Spezial am Tag nach dem peinlichen 0:6 gegen Spanien.

"Ein Trainer stellt die Jungs ein, auch mental. Aber im Endeffekt standen da Spieler auf dem Platz, die sehr wohl eine gewisse Qualität und zum Teil auch große Erfahrung haben“, erklärte der ehemalige Kapitän des FC Bayern.

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"Und wenn diese Jungs das nicht abrufen, muss man auch mal mit dem Finger auf sie zeigen und nicht nur auf Jogi Löw".

Insbesondere von vermeintlichen Führungsspielern wie Toni Kroos zeigt sich Effenberg enttäuscht. "Ich glaube, gestern war klar zu erkennen, dass Joshua Kimmich der wahre und richtige Leader dieser Mannschaft ist. Und damit ist es dann auch nicht Toni Kroos", führte der 52-Jährige aus.

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Effenberg deutet an: Löw sollte über Kroos nachdenken

"Er (Toni Kroos, d. Red) hat ja auch große Verdienste um den deutschen Fußball, auch bei Real Madrid war er immer eine zentrale Figur. Aber wenn du ein Führungsspieler sein willst, musst du das auch verbal machen, das gehört einfach dazu", machte Effenberg deutlich.

Kroos sei nicht der Typ dazu, was ihm der SPORT1-Experte auch gar nicht negativ auslegen will, dennoch legt Effenberg Löw durchaus ans Herz, über die Besetzung im Mittelfeldzentrum noch einmal nachzudenken.

"Ich bin mir sicher, dass dieses Spiel gestern ganz viele Antworten gegeben hat. Wenn Jogi Löw - und das wird er tun - dieses Spiel noch einmal im Detail analysiert, dann wird er auch zu der Erkenntnis kommen, auf wen er auf dem Weg zur EM setzen und auf wen er sich verlassen kann", sagte der Champions-League-Sieger von 2001.

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"Jogi Löw hat jetzt die Chance, personell Konsequenzen zu ziehen und das muss er auch tun. In meinen Augen nicht mit Boateng, nicht mit Hummels, nicht mit Müller, sondern mit den Spielern, die er jetzt zur Verfügung hat", teilte Effenberg mit.

"Warum nicht Neuhaus, warum soll er nicht die Möglichkeit bekommen, über viele Spiele hinweg zu zeigen, dass er auch großes Potenzial hat? Dann muss man sich eben von dem einen oder anderen verdienten Spieler verabschieden. Punkt."

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