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Die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw nimmt nach dem Debakel gegen Spanien weiter zu. Nun setzt Weltmeister Philipp Lahm seinen Ex-Coach unter Druck.

Nach dem blamablen 0:6 der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien in der Nations League wird die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw immer größer. Nun meldet sich Philipp Lahm zu Wort und fordert Veränderungen des Bundestrainers. 

In einem Gastbeitrag in der Sport Bild forderte der Weltmeister-Kapitän von 2014 am Mittwoch von seinem ehemaligen Coach beim DFB: "Ich habe schon nach der WM 2018 gesagt, dass Jogi Löw seine Ansprache an diese Generation anpassen muss. Es liegt jetzt am Bundestrainer, seine Spieler von der Leine zu lassen."

Der Ehrenspielführer, 2014 nach dem WM-Triumph zurückgetreten, sieht in der Spielvorbereitung eine Schwachstelle beim Bundestrainer: "Mit den richtigen Worten kann er sie aufladen und motivieren. Der Reifeprozess dieser Mannschaft beginnt, indem die Spieler registrieren, für wen sie auf dem Platz stehen."

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Ob Löw überhaupt bereit ist, den Umbruch weiter voranzutreiben, ist ungewiss. Am 4. Dezember soll es eine Analyse zu dem Debakel geben. Ein Rücktritt des 60-Jährigen nach 14 Jahren im Amt ist möglich.

Lahm fordert: Löw muss "Begeisterung vermitteln"

Der ehemalige Verteidiger des FC Bayern, inzwischen Organisationschef für die Heim-Europameisterschaft 2024, erhöhte den Druck auf Löw. "Die Neuerfindung muss jetzt beginnen. Und sie muss sehr rasch sichtbar werden. Der Funke muss überspringen!"

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Es sind ungewöhnlich deutliche Worte des sonst eher zurückhaltenden Titelsammlers. Dabei sieht der 113-fache Nationalspieler das DFB-Team gut aufgestellt für die Zukunft.

Vor allem von der Offensive um Timo Werner, Leroy Sané und Serge Gnabry ist er überzeugt. "Die deutsche Nationalmannschaft ist wie gemacht für einen Vollgas-Fußball, wie ihn zum Beispiel der FC Liverpool spielt. Jetzt braucht es dazu noch unbedingte Begeisterung und Leidenschaft – und die muss der Bundestrainer seinen Spielern vermitteln", sagte Lahm.

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Immer wieder nimmt Lahm in dem Beitrag Löw in die Pflicht und zieht einen Vergleich zu den Weltmeistern von 2014: "Die Mannschaft von 2014 hat sich ein Jahrzehnt lang entwickelt und aus ihren Niederlagen gelernt. Diese Mannschaft muss jetzt ihre Lehren ziehen. Und sie braucht dazu einen Bundestrainer, der diesen Spielern vermittelt, was es bedeutet, für Deutschland zu spielen."

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