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Leipzig - Joachim Löw hat auf der linken Seite vier Alternativen. Derzeit kann sich derzeit nur Philipp Max beweisen. Der Bundestrainer will zwei Linksfüße mit zur EM nehmen.

Aus vier mach zwei, aber nur noch einer ist dabei!

Philipp Max steht am Samstag gegen die Ukraine vor seinem zweiten Länderspiel und erneut winkt dem 27-Jährigen ein Startelfplatz ­­– auf der linken Seite.

Für den Eindhoven-Neuzugang eine Top-Situation, denn im 20-Mann-Kader von Joachim Löw ist Max der einzig verbliebene Kandidat als Linksverteidiger.

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Marcel Halstenberg (RB Leipzig/Adduktoren) wurde verletzungsbedingt erst gar nicht nominiert. Robin Gosens (Atalanta Bergamo) reiste mit Wadenproblemen an und ohne Einsatzzeit am Donnerstag wieder ab. Nico Schulz wurde vom Bundestrainer am Donnerstag aus dem Kader gestrichen. 

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Halstenberg lange in der Pole Position

Vier Linksfüße streiten sich um zwei EM-Plätze, aber wer macht das Rennen?

Halstenberg schien lange in der Pole-Position zu sein. Beim DFB-Lehrgang im September wurde er geschont. Im Oktober stand er gegen die Ukraine in der Startelf und wurde gegen die Schweiz eingewechselt. Der 29-Jährige spielte durchschnittlich. Löw: "Er war bei uns einige Spiele gesetzt und fällt jetzt aus."

Dafür nutzte Robin Gosens seine Chance im September. Auf der linken Seite spielte der 26-Jährige mit viel Selbstbewusstsein, bereitete gegen Spanien auch ein Tor vor. Im Oktober wurde es etwas ruhiger um ihn. In dieser Woche konnte er sich gar nicht beweisen.

"Er hatte bei uns einen guten Beginn, weil er dynamisch und torgefährlich ist", schwärmt Löw. Im SPORT1-Interview sagte Gosens selbstbewusst: "Ich räume mir Chancen ein und ich habe die Ambition, im nächsten Jahr die EM zu spielen. Ich bin jetzt so dicht dran und will es schaffen. Das geht vor allem über eine gute Saison im Verein."

Schulz schon abgeschrieben?

Philipp Max profitierte von den beiden Ausfällen und überzeugte mit einer über weite Strecken guten Partie gegen schwache Tschechen. Wie Gosens bereitete er bei seinem ersten DFB-Einsatz einen Treffer vor. Löw: "Er hat es gegen die Tschechen sehr gut gemacht, selbstbewusst und mutig gespielt. Das Tor hat er auch schön vorbereitet."

Schulz hingegen verpasste aufgrund zahlreicher Verletzungen seit Anfang September 2019 sieben Länderspiele. Gegen die Tschechen wurde er nur eingewechselt. Sein Manko: Im Vergleich zu seinen DFB-Konkurrenten ist er im Verein nur Reservist.

Auch verletzungsbedingt sammelte er unter Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund in dieser Spielzeit nur 29 Einsatzminuten. "Wenn ich bedenke wie er letztes Jahr im März in Holland gespielt hat: Es war schon sehr gut wie er kurz vor Schluss das entscheidende Tor macht, die Linie mit einem unglaublichen Tempo hoch und runter beackert hat, mit einer starken Härte im Zweikampf", sagte Löw, fügte aber hinzu: "Er ist jetzt nicht in der Form, wie man ihn kennt."

Löw: "Über ein Ranking zu sprechen, ist schwierig"

Ändert sich Schulz‘ BVB-Situation nicht, dürfte er im EM-Kampf die schlechtesten Karten haben. Abschreiben will ihn Löw aber noch nicht. Auf SPORT1-Nachfrage betonte der Bundestrainer: "Vor seiner Abfahrt habe ich mit ihm persönlich gesprochen: Ich weiß, welche verletzungsbedingten Probleme er die letzten Monate mit sich rumgeschleppt hat. Nico weiß von mir, dass ich von ihm als Spieler auf dieser Seite sehr viel halte."

Löw weiter: "Wenn er fit war und Rhythmus hatte, hat er bei uns absolut überzeugt. Das wird in dieser Phase nicht vergessen. In Dortmund kehrt durch die vielen Spiele jetzt auch die Zeit der Rotation ein. Hoffentlich macht er ein paar Spiele. Dann wird Nico wieder zu alter Stärke finden.”

Dennoch: Mit hoher Wahrscheinlichkeit kämpfen Halstenberg, Gosens und Max um die beiden EM-Plätze. Noch will sich Löw aber auf keine Rangfolge festlegen: "Über ein Ranking zu sprechen, ist schwierig. Lange Zeit gab es auf der linken Seite kaum Möglichkeiten."

Jetzt gibt es vier, aber nur zwei werden bei der EM dabei sein.

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