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Deutschland kassiert in der Nations League eine böse Klatsche gegen Spanien. Der Gruppensieg ist weg. Die Stimmen zum Spiel.

Ein Abend zum Vergessen für die DFB-Elf!

Mit 0:6 verlor Deutschland im letzten Gruppenspiel der Nations League gegen Spanien, zeigte dabei eine desolate Leistung. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Es war die höchste Niederlage seit 1931. Dadurch verpasste die DFB-Elf den Gruppensieg, der ging an Spanien. (Service: Die Tabellen der Nations League)

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SPORT1 fasst die Stimmen von ARD und von der Pressekonferenz zusammen:

Bundestrainer will alles hinterfragen

Joachim Löw (Bundestrainer DFB-Elf): "Es war ein rabenschwarzer Tag, es hat gar nichts funktioniert. Körperspannung, Zweikampfverhalten, es hat nichts funktioniert. Weder Defensive noch Offensive, da kann man keinen ausnehmen. Wir sind riesig enttäuscht und sauer. Nach dem 1:0 haben wir unser Konzept aufgegeben, haben Räume geöffnet. Spanien ist fußballerisch so gut, dass wir keine Chance mehr hatten."

... über die Taktik: "Wir sind irgendwo rumgelaufen, keine Organisation. Das war tödlich. Wir haben vorher Dinge klar besprochen, was wir wollen und was wir nicht wollen. Wir haben in der zweiten Hälfte versucht, Mann gegen Mann zu spielen, aber auch da waren die Spanier schneller und dynamischer. Es hat nichts funktioniert."

... auf die Frage nach einer Rückkehr von Hummels, Müller, Boateng: "Wir haben gesagt, dass wir den Spieler vertrauen. Heute haben wir gesehen, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir geglaubt haben. Wir vertrauen diesen Spieler und müssen zurückschlagen."

... über die Schlüsse aus dem Debakel: "Heute sind wir absolut zurückgeworfen worden. Wir müssen analysieren, wo wir die Hebel ansetzen. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen. Wir haben keine Möglichkeit, mit den Spielern etwas zu machen. Wir müssen das Spiel in den nächsten Tagen im Trainerstab aufarbeiten. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen. Wir dachten, dass wir schon weiter sind. Wir müssen jetzt schauen, was wir tun können und was der richtige Weg ist."

... über Kritik an seiner Person: "Es ist unsere Aufgabe, dass wir das alles hinterfragen, auch uns selbst. Man hat gesehen, dass man in der Defensive große Probleme hatte. Wenn ich sage, dass alles schlecht war, dann meine ich das auch so."

... über die Ziele für die EM: "Es kann nicht unser Ziel sein, dass die EM nur ein Vorbereitungsturnier für die weiteren Turniere ist. Wenn wir ein Turnier angehen, streben wir das Maximale an. Das ist kein Erfahrungsturnier für unsere Spieler. Ich zweifle nicht an diesen Spielern. Sie haben ihre Qualitäten. Heute haben wir müde gewirkt, wir haben schwerfällig gewirkt. Wir waren immer einen Schritt zu langsam."

Bierhoff bekräftigt Vertrauen in Löw

... auf die Frage, ob er sich Sorgen um seinen Job mache: "Da müssen sie andere fragen. Das kann ich so spontan nicht beantworten."

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor): "Alles ist verkehrt gelaufen. Es war ein bisschen wie die Finalniederlage 2008 gegen die Spanier. Man läuft immer hinterher. Sobald man ihn einmal hat, verliert man ihn. Wir haben ihn relativ zügig verloren, mussten dann hinterherhecheln. Das ist dann eine Kettenreaktion, dass die Mannschaft auseinanderfällt. Das darf uns natürlich nicht passieren. Wenn man dann gegen so eine spielstarke Mannschaft spielt, kommt es zu so einem Ergebnis. Es gibt keine Entschuldigung dafür. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, der gegnerische Torwart hatte nicht eine Parade im ganzen Spiel."

... über die Lehren aus dem Spiel: "Ich möchte nicht von fehlender Motivation sprechen, denken wir an das 7:1 gegen Brasilien. Mehr Motivation als diese brasilianische Mannschaft gehabt hat, kann man eigentlich nicht ins Spiel bringen. Am Ende zerfallen sie auf dem Platz. Das ist uns heute passiert. Ich hoffe, das ist ein einmalige Fall. Wir müssen daraus lernen. Wir müssen knallhart analysieren. Ich sehe keine Entschuldigung in dem Alter, es sind auch erfahrene Spieler dabei, viele, die schon international spielen. Das müssen wir jetzt verdauen und gute Schlüsse ziehen. Ich hoffe, dass wir genug Zeit haben, die vielen Abstimmungsprobleme in der Defensive abstellen können."

... über eine Rückkehr von Hummels, Müller, Boateng: "Die Antwort ist immer wieder die Gleiche. Es ist Entscheidung des Trainers, wen er nominiert. Ich teile diese, bin den Weg mitgegangen, finde ihn auch richtig. Man weiß, welche Qualität diese Spieler haben. Es ist ja auch noch eine Zeit hin. Man sollte das aber mal akzeptieren, wenn das so entschieden wurde."

... über das Vertrauen in Löw: "Das Vertrauen ist vollkommen da, daran ändert auch dieses Spiel nichts."

Manuel Neuer (Kapitän DFB-Team): "Ganz enttäuschend für uns alle. Für jeden von uns. Wir haben zusammen das Spiel vergeigt, komplett enttäuschend, auch von der Körpersprache. Wir hätten mehr sprechen müssen, gerade nach dem ersten Tor. Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt. Das war zu wenig. Für so ein Spiel gibt es keinen richtigen Zeitpunkt, das ist einfach nur enttäuschend. Alles kann uns helfen, auch ein Tiefschlag." (Service: Spielplan und Ergebnisse der Nations League)

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Toni Kroos (DFB-Team): "Es war nicht meine bitterste Niederlage, aber sicher eine der klarsten. Es tat weh. Wir haben keinen Zugriff bekommen. Spanien hat es uns vorgemacht wie man verteidigt. Wir wurden durch den Rückstand zu unruhig. In der zweiten Hälfte wollten wir früher draufgehen, auch das hat nicht geklappt, mit Ball und ohne Ball. Das Spiel müssen wir analysieren, das ist wichtig. Wir haben nur noch drei Spiele. Es gibt einiges zu tun, wie man sieht."

Serge Gnabry (DFB-Team): "Heute lief einfach gar nichts für uns. Wir haben keinen Zugriff bekommen. Spanien hat in der Höhe verdient gewonnen. Wir haben uns gegenseitig gepusht. Spanien hat es sehr gut, wir schlecht gemacht. Wir hatten keine Chance, da helfen keine Ausreden."

… über die Bedeutung: "Jetzt weiß man, wo man steht. Es ist nicht normal, dass wir gegen Spanien so hoch verlieren. Es regt zum Nachdenken an. Wir müssen das Beste daraus machen, nach so einem Tiefschlag wieder zurückzukommen."

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Bastian Schweinsteiger (ARD-Experte und Ex-Nationalspieler):

... während des Spiels: "Die Spanier haben uns deklassiert."

... nach dem Spiel: "Es war entsetzlich, ein Nackenschlag. Man kann gegen so eine Mannschaft verlieren, aber nicht 0:6. Was mich am meisten gestört hat, war, dass man sich nicht gewehrt hat, nicht als Mannschaft aufgetreten ist, sowohl gegen als auch mit dem Ball. Ein paar Spieler haben mitgemacht, ein paar nicht. Es hat sich nicht wie ein Team angefühlt. Man hat keine Kommandos gehört, nur die Spanier gehört. Sie waren uns in allen Belangen überlegen. Man muss nicht alles umwerfen, aber sich die richtigen Fragen stellen. Man muss etwas verändern, so darf man nicht als  Nationalmannschaft auftreten. Es gibt gewisse Werte, die eine deutsche Nationalmannschaft vertreten muss. Und das habe ich heute auf dem Platz nicht gesehen."

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