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In der EM-Qualifikation werden 20 der 24 Tickets vergeben. Die gescheiterten Teams können über die Nation-League-Playoffs nachrücken - ein wildes Konstrukt.

Entscheidung in der EM-Qualifikation: Bis zum kommenden Dienstag finden die letzten Qualifikationsspiele vor der paneuropäischen Europameisterschaft im kommenden Sommer statt.

Ein Großteil der nun 24 Tickets wird dann vergeben sein (die deutsche Nationalmannschaft kann ihres am Samstag gegen Weißrussland sichern) - aber noch nicht alle. Und was noch immer nicht jedem Fan bekannt sein dürfte: Der Weg, wie die letzten Startplätze verteilt werden, ist ein neuer, krummer und reichlich komplizierter - und nach Meinung vieler auch recht absurder.

Die Hintertür zum Turnier führt über die im Sommer beendete erste Auflage der Nations League (SERVICE: Tabellen der EM-Qualifikation).

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Nations League bildet Hintertür

Für die meisten Teams ist der Qualifikationsmodus sehr einfach: Die besten zwei Teams aus jeder der zehn Gruppen lösen automatisch das Ticket für die EM, die übrigen Teams gehen (zunächst) leer aus. (SERVICE: Spielplan der EM-Qualifikation)

Anders als in den vergangenen Jahren finden aber keine Playoff-Partien der nächstplatzierten Teams in der EM-Quali statt, sondern Playoffs auf Basis der Ergebnisse der EM-Quali und der Nations League. Und deren Zustandekommen ist eine Wissenschaft für sich.

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Prinzipiell läuft es so: Aus jeder der vier unterschiedlich stark besetzten Ligen (A bis D - nicht zu verwechseln mit den Gruppen) nehmen die vier in der EM-Quali bestplatzierten Teams an den Playoffs teil, die nicht bereits durch die EM-Qualifikation das Ticket zur Endrunde gelöst haben. Nations League A mit den stärksten Teams erhält also ebenfalls einen EM-Startplatz wie Nations League D mit den schwächsten Teams (Basis der Aufteilung der Ligen war der auf vergangenen Ergebnissen der Nationalmannschaften beruhende UEFA-Koeffizient vom Oktober 2017).

Den Erstzugriff auf die Playoff-Plätze hätten die 16 automatisch für die Playoffs qualifizierten Gruppensieger der Nations League. Für jeden, der sich in der EM-Quali direkt qualifiziert hat, rückt ein anderes, nicht über die Quali zur EM gestoßene Team aus der jeweiligen Nations-League-Liga auf - gegebenfalls auch aus einer schwächeren Liga, falls eine sonst keine vier Teams zusammenbekommt.

Weil auch die am schwächsten besetzte Liga D eine eigene Playoff-Runde bekommt, haben auch Fußball-Zwerge historisch gute Aussichten auf ein EM-Ticket. Stand jetzt würden Georgien, Nordmazedonien, der Kosovo und Weißrussland dort um den letzten Turnierplatz kämpfen.

Playoffs steigen erst 2020

Alle Playoffs einer Liga werden in einem der vier betroffenen Länder ausgespielt, es gibt zwei Halbfinals und ein Finale (kein Hin- und Rückspiel). Nur die Sieger der vier Finals rücken zur EM vor. (SERVICE: Tabellen der Nations League)

Die Auslosung der Playoffs findet am 22. November statt, acht Tage vor der eigentlichen EM-Auslosung. Da die Playoffs selbst erst im März 2020 ausgetragen werden, werden bei der EM-Auslosung also noch nicht alle 24 EM-Teilnehmer bekannt sein und stattdessen nur die "Sieger der Playoffs aus den Ligen A bis D" den anderen Gruppenmitgliedern zugelost.

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