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Vor dem Spiel in der Europa League zwischen Athletic Bilbao und Spartak Moskau kam es zu schweren Ausschreitungen © Getty Images
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Vor dem Europa-League-Spiel zwischen Athletic Bilbao und Spartak Moskau kommt es zu Ausschreitungen. Ein Polizist stirbt. Fünf Personen werden festgenommen.

Tragödie am Rande des Spiels in der UEFA Europa League zwischen Athletic Bilbao und Spartak Moskau (1:2): Schwere Ausschreitungen vor dem Anpfiff haben einen baskischen Polizisten das Leben gekostet. Dies bestätigte ein Polizeisprecher.

Rund 200 Fans aus Russland hatten sich im Vorfeld der Begegnung eine brutale Straßenschlacht mit Ultras des baskischen Klubs geliefert. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Die Polizei hatte Mühe und Not, den Ausschreitungen ein Ende zu bereiten. 

Polizei nimmt fünf Personen in Gewahrsam

Der baskische Sicherheitsminister Josu Zubiaga sagte bei Cadena Ser, dass es derzeit jedoch keine Hinweise auf eine direkte Verbindung zu den Ausschreitungen gebe. Es habe "keine gewaltsame Aktion zum Tod des Beamten geführt". 

Ein 50 Jahre alter Polizist erlitt dabei einen Herzinfarkt und starb kurze Zeit später in einem nahe gelegenen Krankenhaus. Der Mann soll ohne Einwirkung von außen zu Boden gefallen sein, seine Kollegen begannen unmittelbar mit Wiederbelebungsversuchen. Dennoch kam jede Hilfe zu spät, kurz nach 22 Uhr wurde er für tot erklärt.

Die Krawalle begannen laut der spanischen AS eineinhalb Stunden vor Anpfiff des Spiels,  als russische Ultras ein Glas in einer Gruppe von Bilbao-Fans warfen. Anschließend bewarfen sich beide Fanlager mit Gläsern und Flaschen. Nebem dem verstorbenen Polizisten wurden vier weitere Menschen verletzt - drei russische Fans und ein Polizist, die in ein Krankenaus gebracht wurden.

Die Einsatzkräfte nahmen mindestens fünf Personen in Gewahrsam, darunter drei Russen. Über 500 Polizisten waren im Einsatz. Die Partie war als Hochrisikospiel eingestuft worden.

"Das ist Wahnsinn, ganz schlimm", sagte Javier Tebas, der Präsident des spanischen Ligaverbands, in einem offiziellen Statement. "Die russischen Ultras hätten gar nicht erst hierherreisen dürfen. Ich habe die FIFA und die UEFA mehrmals auf die Gefahr aufmerksam gemacht und jetzt ist das Schlimmste passiert, was passieren kann."

Der Fußball-Weltverband FIFA sieht mit Blick auf mögliche Krawalle bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) keine Probleme. "Man habe "komplettes Vertrauen" in das Sicherheitskonzept der Organisatoren, sagte ein FIFA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Bereits beim Confed Cup im vergangenen Jahr habe Russland "hohe Sicherheitsstandards, die bei so einem großen Event nötig sind", gewährleisten können.

Russischer Hooligan in München verhaftet

Am Donnerstagmittag hatte die deutsche Bundespolizei bereits einen international gesuchten Hooligan aus Russland am Flughafen in München verhaftet, der zum Spiel nach Bilbao reisen wollte.

Der Hooligan hatte bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich bei Randalen in Marseille im Vorfeld des Gruppenspiels zwischen Russland und England einen britischen Fußballfan schwer verletzt.

Die Behörden in Frankreich hatten seit November letzten Jahres nach dem 31-Jährigen mit internationalem Haftbefehl gesucht.

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