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Eintracht Frankfurt besiegt Inter Mailand und träumt seinen Europa-League-Traum weiter. Zugleich bewahrt die SGE die Bundesliga vor der Komplett-Katastrophe.

Die europäische Abenteuerreise der SGE geht nach einer magischen Nacht im San Siro weiter, ein letztes deutsches Fähnchen weht noch im internationalen Geschäft.

Mit 1:0 (1:0) siegte der DFB-Pokalsieger im Rückspiel bei Inter Mailand und erreichte damit das Viertelfinale der Europa League.

Eintracht einziger deutscher Vertreter

Alle anderen hoben die Hand zum Abschied: Der FC Bayern musste sich dem FC Liverpool beugen, Borussia Dortmund schied gegen die Tottenham Hotspur aus, Schalke 04 kassierte ein Debakel bei Manchester City.

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Es ist die Liste des deutschen Desasters und sie liest sich ebenso fürchterlich wie beschämend. Ganz zu schweigen von jenen Teams, die schon zuvor raus waren: die TSG Hoffenheim komplettiert das Champions-League-Quartett. In der Europa League waren es Bayer Leverkusen und RB Leipzig.

Bei all dem kollektiven Versagen sehnte sich die Fußball-Nation nach einem Gewinner - und findet ihn in Eintracht Frankfurt.

Bobic schwärmt und "tadelt" Jovic

"Ich bin sehr stolz. Die Jungs haben es sich verdient, weil sie eine überragende Leistung gebracht haben", sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei RTL.

"Wir freuen uns riesig über den fantastischen Sieg gegen Inter Mailand. Das ist Wahnsinn", sagte Frankfurts Verteidiger Martin Hinteregger: "Es hat alles exzellent funktioniert, wir sind einfach nur glücklich."

Torjäger Luka Jovic (6.) ließ die Hessen nach dem 0:0 im ersten Achtelfinal-Duell in der Vorwoche jubeln. Erstmals seit 1994 (damals im UEFA-Cup) zogen sie damit in einem europäischen Klubwettbewerb in die Runde der letzten Acht ein und schwangen sich am Tag nach dem bitteren Königsklassen-K.o. von Bayern München zum großen deutschen Hoffnungsträger auf. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

"Er hat mir drei versprochen", sagte Bobic über den Helden des Abends, Jovic.

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Am Ende wurde es nur eines, aber das reichte. Bei der Auslosung am Freitag in Nyon erwarten die Frankfurter gespannt ihren nächsten Gegner.

Eintracht-Fans erobern San Siro

Mehr als 13.500 Eintracht-Fans hatten ihre Mannschaft nach Italien begleitet, ein Auswärts-Rekord für die Europa League. Am Nachmittag versammelten sich die Anhänger vor imposanter Kulisse auf dem Vorplatz des Mailänder Doms, marschierten dann gemeinsam zum altehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion. Dort sorgten sie, obwohl ganz oben unters Dach gepfercht, von Beginn an für eine begeisternde Europapokal-Atmosphäre.

Die Mannschaft ließ sich davon inspirieren und entfachte prompt einen furiosen Angriffswirbel. Nach nicht einmal drei Minuten traf Sebastien Haller per Abstauber die Latte, nur zwei Minuten später setzte sich Jovic im Laufduell durch und erzielte per Lupfer die Führung.

Co-Trainer Christian Peintinger, der den nach seinem Innenraumverweis im Hinspiel gesperrten Chefcoach Adi Hütter vertrat, sah bei seiner Premiere an der Seitenlinie eine perfekte Anfangsphase seiner Mannschaft.

Inter zu behäbig

Erst langsam löste sich auch Inter aus seiner anfänglichen Schockstarre und näherte sich dem Tor der Gäste an. Die vermeintlich beste Möglichkeit ließ der frei durchstartende Keita Balde allerdings verpuffen, indem er sich den Ball zu weit vorlegte. Auf der Gegenseite wurde einem Treffer von Haller wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Zudem verpassten Mijat Gacinovic (39.) und Jovic (40.) das 2:0 nur knapp.

Zur Pause blieb es bei der knappen Frankfurter Führung, doch auch nach dem Seitenwechsel nahm der Bundesligist den Fuß nicht vom Gaspedal. Während die Fans auf den Rängen weiter für eine echte Gänsehaut-Stimmung sorgten und die rund 30.000 Inter-Tifosi locker übertönten, widerstand die Eintracht der Versuchung, sich hinten einzuigeln.

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Obwohl Mailand seine Offensivbemühungen nun merklich intensivierte, spielte auch der Gast weiter mutig nach vorne.

Der Lohn waren etliche weitere Chancen, etwa für Haller (55.), Gacinovic (56.), Jovic (61./68.) und Filip Kostic (65./78.). Zwar wurde auch Inter jetzt phasenweise gefährlich, Matteo Politanos Schlenzer (57.) und ein Distanzschuss von Milan Skriniar bedeuteten die bis dato besten Möglichkeiten für die Gastgeber. 

Insgesamt aber wirkte die Eintracht-Defensive um den sehr umsichtigen Makoto Hasebe bis in die Schlussphase extrem sattelfest.

Pyro in Eintracht-Kurve

Für einen kleinen Wermutstropfen sorgten einige Unverbesserliche unter den Eintracht-Anhängern, die in der Schlussphase Pyrotechnik zündeten und sogar eine Leuchtrakete in einen Inter-Block feuerten. Als Wiederholungstäter droht der Eintracht im schlimmsten Fall ein Zuschauer-Ausschluss für das nächste Heimspiel.

Das Gros der Eintracht-Fans wendete sich mit Gesängen gegen die Pyromanen.

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