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 Kevin Trapp und seine Mannschaftskollegen sind heiß auf das Spiel gegen Inter
Kevin Trapp hielt einen Elfmeter von Marcelo Brozovic © Getty Images
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Frankfurt am Main - Die Eintracht geht mit einer ordentlichen Ausgangsposition ins Rückspiel gegen Inter. Zwei Mal gibt es Ärger um Elfmeter-Entscheidungen.

Die Fans sorgten noch Minuten nach dem Abpfiff mit ihren Gesängen für eine Gänsehautatmosphäre, die Spieler von Eintracht Frankfurt standen zunächst aber ein wenig unschlüssig auf dem Rasen: Mit dem 0:0 gegen Inter Mailand erlitten die Hessen im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League zwar den ersten kleinen Dämpfer, doch die couragierte Leistung in der zweiten Halbzeit macht Mut für das Rückspiel im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion. Der Traum vom ersten europäischen Viertelfinale seit 24 Jahren lebt.

"Inter muss jetzt gewinnen. In Mailand ist auf jeden Fall etwas drin. Wir haben unsere Chancen. Uns reicht ein Unentschieden mit einem Tor und ein Sieg", sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei Nitro. Makoto Hasebe freute sich darüber, "kein Gegentor bekommen" zu haben. "In der ersten Halbzeit waren wir ein bisschen zu passiv. Nach der Pause haben wir mutiger gespielt und waren das bessere Team", sagte der Japaner.

Doppelter Elfer-Ärger

Nationaltorwart Kevin Trapp bewahrte sein Team im ersten Durchgang mit einem gehaltenen Foulelfmeter gegen Marcelo Brozovic vor einem Rückstand (22.). Zuvor hatte Gelson Fernandes mit einem leichten Kontakt Lautaro Martinez zu Fall gebracht 

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Auch in der 53. Minute gab es Ärger um eine Entscheidung im Strafraum.

Sebastien Haller im Sechzehner nach einem Zweikampf mit Danilo D'Ambrosio zu Boden, ein Elfmeterpfiff, der durchaus vertretbar gewesen wäre, blieb aus. Auch Frankfurt-Trainer Adi Hütter war mit der Entscheidung nicht einverstanden. Nach seiner wütenden Reaktion musste Hütter auf die Tribüne.

Hoffnung dürfte den Eintracht-Fans vor allem die überzeugende zweite Halbzeit gegen den 18-maligen italienischen Meister machen, in der sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter aber trotz einiger Chancen nicht belohnte (Der LIVETICKER zum Nachlesen).

Rebic fehlt

Zu Beginn wirkten die Gastgeber dagegen fast überrumpelt. Die Italiener spielten offensiv mit drei Stürmern und machten sofort Druck. Schon nach drei Minuten sah man Hütter energisch gestikulierend an der Seitenlinie. Der Österreicher musste gegen den Champions-League-Sieger von 2010 auf Vize-Weltmeister Ante Rebic verzichten, im "magischen Dreieck" der Hessen spielten Sebastien Haller, Luka Jovic und Mijat Gacinovic.

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Die bislang gefährlichste Offensive der laufenden Europa-League-Saison machte sich in der ersten Halbzeit das Leben aber selbst schwer. Die Eintracht, die als erstes deutsches Team mit sechs Siegen durch die Gruppenphase spaziert war, leistete sich ungewohnt viele Abspielfehler. Inter, das ohne den degradierten Stürmerstar Mauro Icardi nach Deutschland gereist war, agierte gefährlicher, vor allem über die linke Seite des früheren Bundesliga-Profis Ivan Perisic.

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Trapp hält Elfmeter - Hütter auf der Tribüne

Nach Trapps Glanztat gegen Brozovic, die vom Großteil der 48.000 Zuschauer in der ausverkauften WM-Arena frenetisch gefeiert wurde, spielten die Frankfurter etwas zielstrebiger. Jovic vergab in der 30. Minute die bis dahin beste Chance der Hessen, deren Fans längst vom Finale in Baku am 29. Mai träumen. Hütter hatte vorsorglich gewarnt, dass dafür "viele Brocken" aus dem Weg geräumt werden müssten. Inter ist einer davon (SERVICE: Der Spielplan der Europa League).

Die Nerazzurri stellten die Frankfurter Defensive um "Libero" Makoto Hasebe immer wieder vor Probleme. Matias Vecino vergab unbedrängt die nächste Chance zur Führung der Mailänder (40.). Der Bundesligist versuchte auf der anderen Seite immer wieder, mit viel Tempo zur Torauslinie zu stoßen. Die scharfen Flanken vor das Inter-Tor fanden aber zunächst keine Abnehmer (Die Statistiken zum Spiel).

"Es ist ein bisschen Angst im Spiel. Wir müssen mutiger spielen", sagte Sportdirektor Bruno Hübner in der Halbzeitpause, was die Mannschaft gehört zu haben schien. Die Eintracht erarbeitete sich mehrere gute Möglichkeiten - unter anderem durch Martin Hinteregger (70.) - und hatte Pech, dass Schiedsrichter William Collum ein hartes Einsteigen gegen Haller nicht mit einem Elfmeter ahndete (53.). Hütter beschwerte sich so lautstark, dass er von dem schottische Unparteiischen auf die Tribüne geschickt wurde (54.).

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