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Weltmeister Uwe Bein spricht bei SPORT1 über den Höhenflug der Hessen und nennt die Gründe für den europäischen Erfolg der Elf von Adi Hütter.

Die Eintracht aus Frankfurt schreibt weiter an ihrem Fußballmärchen.

Die Elf von Trainer Adi Hütter mischt in dieser Saison nicht nur die Bundesliga gehörig auf – aktuell steht Frankfurt auf einem Champions-League-Platz –, sondern sorgt auch in Europa für Furore – und wie.

Mit sechs Siegen aus sechs Spielen marschierten die Hessen durch die Gruppenphase in der Europa League, ließen namhafte europäische Klubs wie Lazio Rom oder Olympique Marseille hinter sich. In den K.o.-Duellen ging es unter anderem gegen keinen Geringeren als Inter Mailand. Dennoch sind die Hessen weiter ungeschlagen. (Service: Spielplan Europa League)

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Das soll sich auch im Viertelfinale gegen Benfica Lissabon nicht ändern. (Europa League: Benfica Lissabon – Eintracht Frankfurt, ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Eintracht-Fans sorgen auswärts für Heimspielatmosphäre

Doch nicht nur die tollen Ergebnisse und der erfrischende Offensiv-Fußball der Hessen verzückte zuletzt ganz Europa, auch die Fans sorgten bei Eintracht-Spielen, egal ob zuhause oder auswärts, regelmäßig für Gänsehaut.

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Vor allem die Anzahl an Fans, die in der bisherigen Saison zu den europäischen Auswärtsspielen pilgerten, ist einmalig. Zehntausende reisten zu den Auswärtsspielen und sorgten so für Heimspielatmosphäre. Im Gespräch mit SPORT1 schwärmt Eintracht-Legende Uwe Bein von der Fanszene der Hessen.

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"Es gibt in Europa keinen Verein, der bei Auswärtsspielen solche Zuschauermassen ins Rollen bringt", erklärte Bein. Höhepunkt dieser Entwicklung war das Achtelfinal-Spiel in Mailand. "Wenn in Mailand die Chance bestanden hätte, 30.000 Karten zu bekommen, wären 30.000 Eintracht-Fans im Stadion gewesen. Es ist ein Riesenerlebnis für jeden, der die Möglichkeit hat, da dabei zu sein", erklärte der Weltmeister von 1990.

Doch nicht nur die Scharen von mitgereisten Eintracht-Fans sorgen europaweit für Aufsehen. Auch die Choreografien der Hessen sind einzigartig. "Eigentlich habe ich gedacht, was sie da beim Pokalendspiel in Berlin abgezogen haben, wäre das Highlight schlechthin gewesen. Aber es wird eigentlich von Spiel zu Spiel besser. Beim Heimspiel gegen Lissabon wird mit Sicherheit wieder eine sensationelle Choreo stattfinden", erklärte Bein.

Klublegende Bein schwärmt von Eintracht-Mentalität

Die Fans stachelten ihre Mannschaft in dieser Saison regelmäßig zu Höchstleistungen an. Nur wenige hätten der Hütter-Elf vor der Saison einen derartigen Lauf zugetraut.

Jupp Heynckes, zwischen 1994 und 1995 Trainer der Eintracht, gefällt die Entwicklung seines Ex-Vereins. "Ich denke, dass in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche positive Entwicklung stattgefunden hat. Es wurden kluge Entscheidungen auf dem Transfermarkt getroffen, die Mannschaft wurde sukzessive verstärkt", erklärte Heynckes auf der Homepage der Eintracht.

Es sei nicht immer einfach, Spieler aus vielen verschiedenen Ländern und Kulturen zu einer Mannschaft zu formen, "aber Adi Hütter hat das überragend gemacht", lobte Heynckes den aktuellen Eintracht-Trainer. Hütter habe es geschafft, eine Einheit zu formen, die sich auch zwischenmenschlich versteht.

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Genauso sieht es auch Bein. "Im Moment steht eine Mannschaft auf dem Platz, wo von der Nummer eins bis zur zwei jeder hundertprozentig dazugehört und jeder sich auf den anderen verlassen kann – auf wie neben dem Spielfeld." Die Eintracht habe eine sensationelle Mentalität. "Die gehen auf den Platz und sagen: 'Wir reißen das Ding, wir gewinnen heute.' Ich bin ein großer Fan dieser Mannschaft", schwärmte Bein.

Heynckes sieht Eintracht als Favorit

Auch gegen Benfica soll die Mentalität die Hessen zum Sieg führen. Heynckes kennt die Portugiesen gut, er war auch ein Jahr Trainer von Benfica. "Das Stadion ist wunderschön, es herrscht immer eine tolle Atmosphäre", erklärte Heynckes. Die Fans stünden wie eine eins hinter Benfica. "Ganz nebenbei ist Lissabon eine traumhaft schöne Stadt am Meer, wir haben dort sehr gerne gelebt damals", blickt er zurück.

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Die Mentalität sieht auch Bein als großen Trumpf der Eintracht, vor allem in der Europa League. "Wir haben gegen Mannschaften gespielt, die in ihren Ligen unter den Top 5 sind. Ob das jetzt Marseille, Rom, Mailand oder Donezk war oder jetzt Lissabon. Das sind ja keine Mannschaften, die man so im Vorbeigehen ausschaltet", erklärte er bei SPORT1.

Gegen Benfica werden es offiziell nur 3.200 Eintracht-Fans im Stadion sein. Über 10.000 wollte ein Ticket ergattern. Doch nicht immer gaben die Eintracht-Fans ein durchweg positives Bild ab. Immer wieder fielen sie durch Zündeleien auf. "Wir haben jetzt von der UEFA noch einmal die Chance bekommen, dass es keine Zuschauersperre gegeben hat. Ich hoffe, dass das jetzt auch die Letzten kapieren", sagte Bein und appelliert an die Verantwortlichen: "Ich hoffe, dass die Leute, die die Fanszene im Griff haben, die paar Verrückten aussortieren."

Egal, wie viele Eintracht-Fans am Abend im Estadio Da Luz den Hessen die Daumen halten werden, eines ist sicher: Sie werden ihre Mannschaft erneut zu Höchstleistungen pushen wollen. Denn so eine wird Frankfurt auch brauchen.

Heynckes ist optimistisch: "Die Mannschaft ist gut organisiert, ein Rädchen greift ins andere. Fußballerisch gefällt mir das sehr gut. Daher denke ich, dass die Eintracht leicht favorisiert ist und weiterkommt", erklärte er auf der Eintracht-Homepage.

Nicht nur er hofft, dass zum Frankfurter Fußball-Märchen am Donnerstag das nächste europäische Kapitel dazukommt.

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