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Per Mertesacker hält den Austragungsort des Europa-League-Finales für problematisch. Von einer Spielabsage hält der Ex-Nationalspieler allerdings nichts.,

Per Mertesacker hat die UEFA für den Austragungsort des Finales der Europa League kritisiert. (Europa League: FC Chelsea - FC Arsenal, 21 Uhr im LIVETICKER)

"Natürlich ist es jetzt ein großes Drama. Wir müssen da hin, und es hat weitreichende Auswirkungen für einzelne Spieler. Das ist eigentlich ein Unding", erklärte der Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Arsenal im DAZN-Interview vor dem Spiel gegen den FC Chelsea.

Allerdings sei der Austragungsort Baku ja lange bekannt gewesen, erklärte der DAZN-Experte. Dennoch sollten sich die Arsenal-Profis davon nicht zu sehr ablenken lassen. "Ich freue mich trotz allem auf die Reise. Ich hoffe, dass wir dort gewinnen und in die Champions League einziehen. Bei aller Diskussion darf man das nicht aus dem Fokus verlieren."

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Mertesacker: Mkhitaryan-Ausfall herber Verlust

Der Ausfall von Arsenal-Star Henrikh Mkhitaryan, der aufgrund der politischen Spannung zwischen seinem Heimatland Armenien und Aserbaidschan nicht mitgereist ist, ist für Mertesacker ein herber Verlust.

"Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan existiert seit Jahren. Es ist unglücklich für uns, auf Henrikh Mkhitaryan zu verzichten. Er hat die Europa League bereits gewonnen und hat eine gewisse Erfahrung", erklärte Mertesacker. "Wenn man alles berücksichtigt, dann wird es sicherlich sehr schwierig, Baku nochmal als Austragungsort zu wählen." 

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Allerdings habe der Ausfall Mkhitaryans auch einen positiven Aspekt. "Es ist schmerzhaft für ihn und uns. Es wird aber auch einen aus dem Team geben, der davon profitieren und im Finale für ihn spielen wird."

Eine Spielabsage zu fordern, kam für Mertesacker nie in Betracht. "Dass Dinge, die dem Fußball übergeordnet sind, jetzt eine Rolle spielen, ist schade. Aber ich bin weit davon entfernt, eine Spielabsage zu fordern, weil es für uns sportlich so entscheidend ist", erklärte er.

Denn die Partie in Baku ist für die Gunners unabhängig vom Titel sportlich um einiges wichtiger als für den Stadtrivalen Chelsea. Der Sieger des Duells spielt nächste Saison in der Champions League. Die Blues haben sich die CL-Qualifikation allerdings schon durch Platz drei in der Premier League gesichert, Arsenal diese knapp verpasst.

Titel entscheidend für Ausgang der Arsenal-Saison

"Wenn wir die Champions League mit dem Titelgewinn erreichen, dann ist es sensationell. Wenn wir es nicht schaffen, war die Saison okay. Es ist ein großer Unterschied für den Ausgang einer Saison, ob man einen Titel gewinnt oder nicht", bewerte Mertesacker die bisherige Spielzeit. Sein Klub habe bereits in der Vergangenheit häufiger Spielzeiten durch Pokalsiege "gerettet".

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Ohne den Titel wäre die Saison eine eher durchwachsene. "Man hätte eine etwas positivere Stimmung erzeugt, aber man ist nicht da, wo man hin möchte. Wir haben alle Chancen gehabt dieses Jahr." Daher sei das Finale unglaublich wichtig.

Durch die Regel, dass der Europa-League-Sieger einen Startplatz in der Champions League erhält, hat der in der Vergangenheit oft belächelte Wettbewerb zuletzt wieder an Bedeutung gewonnen.

Für Mertesacker hat in dieser Saison auch Bundesligist Eintracht Frankfurt einen großen Anteil daran. "Den Einzug ins Finale so knapp zu verpassen, das macht Mut, dass die Europa League ernst genommen und nicht als zweiter Wettbewerb abgetan wird, der keine Relevanz hat."

Frankfurt habe ihn begeistert. "Die Eintracht hat viel Stärke daraus gezogen und wird aus dieser Saison Kapital schlagen können", erklärte Mertesacker. "Das Modell Frankfurt hat schon die Runde gemacht und wird zur Nachahmung anregen."

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