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Kai Havertz kann bei Bayer Leverkusen nicht in der Champions League spielen
Kai Havertz kann bei Bayer Leverkusen nicht in der Champions League spielen © Imago
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Düsseldorf - Mit Bayer Leverkusen scheitert der letzte deutsche Vertreter im Viertelfinale der Europa League. Peter Bosz sorgt bei der Frage nach Kai Havertz für Schmunzler.

Defensiv vogelwild, nach vorne zu harmlos: Bayer Leverkusen ist im Viertelfinale der Europa League gescheitert. Die Werkself unterlag dem italienischen Vizemeister Inter Mailand mit 1:2. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Nicolo Barella und Romelu Lukaku hatten die Italiener in Front gebracht, Kai Havertz verkürzte noch in der ersten Halbzeit.

Für Bayer ist die Saison damit beendet, während Inter am kommenden Montag sein Halbfinale bestreitet. Der Gegner für dieses wird am Dienstag ermittelt. Die Niederlage dürfte für Leverkusen umso bitterer sein, da auf Inter beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen mit Schakhtar Donezk oder dem FC Basel ein vermeintlich dankbarer Gegner auf dem Weg ins Finale wartet. (SERVICE: Spielplan der Europa League)

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Während die wiedererstarkten Nerazzurri nun gute Karten auf ihren ersten Titel seit neun Jahren haben, lösten sich auch die letzten Champions-League-Hoffnungen der Rheinländer in Luft auf. Nach Platz fünf in der Bundesliga hätte nur der Gewinn der Europa League zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt - in Kombination mit dem verlorenen Pokalfinale eine unvollendete Saison, die sicher auch den umworbenen Star zum Nachdenken bringt.

Was wird aus Havertz?

Denn bei Leverkusen wird in den kommenden Wochen nun endgültig nur noch die Personalie Kai Havertz in Fokus stehen. Hat er sein letztes Spiel für Bayer absolviert?

Die Chelsea-Gerüchte um den Jung-Star, der das 1:2 erzielte, reißen nicht ab. Auch wenn Geschäftsführer Rudi Völler in der Gazzetta dello Sport klarstellte, es gäbe keinen Corona-Rabatt, könnten die Gespräche nach Leverkusens vorzeitigem Aus noch einmal an Fahrt aufnehmen. Die Londoner wollen nach Hakim Ziyech und Timo Werner einen weiteren hochkarätigen Neuzugang holen.

Trainer Peter Bosz wurde in der Pressekonferenz nach der Partie nach seinem Offensivmann gefragt - und sorgte mit seiner Antwort für Schmunzler. "Ich kann Euch verraten, dass Kai nächste Saison zu Heracles Almelo wechselt", sagte Bosz, der vor allem mit der Anfangsphase unzufrieden war.

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"Es sah so aus, als ob meine Mannschaft am Anfang nervös war, es wurden viele leichte Bälle verloren", erklärte Bosz. Die ersten 20 Minuten seien nicht gut gewesen. "Am Ende hatten wir zu wenig richtige Torchancen."

Lukaku erzielt Rekordtor

Inters Lukaku stellte mit seinem Treffer zudem einen Rekord auf. er hat in seinen vergangenen neun Spielen in der Europa League jeweils getroffen. Der Anfang der Serie reicht bis ins Jahr 2014 zurück.

"Wir haben alles gegeben. Die beiden Gegentore waren unnötig, danach hatten wir Möglichkeiten, zurückzukommen", erklärte Jonathan Tah bei DAZN. Ein Weiterkommen wäre dennoch drin gewesen. "Wir konnten nicht durch die Verteidigung durchkommen. Schade, dass es schon 0:2 stand. Wir haben alles versucht, heute war das Glück, dass der Ball ins Tor geht, nicht auf unserer Seite", erklärte Torwart Lukas Hradecky bei RTL. "Es bleibt nichts Konkretes von dieser Saison. Wir müssen nächstes Jahr wieder attackieren."

"Leverkusen ist eine großartige Mannschaft. Wir wussten, dass es kein einfaches Spiel wird, da sie eine hohe Qualität haben. Wir haben aber auch einige Chancen liegengelassen. Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber wir sind weiter, das zählt", sagte Lukaku bei RTL. Bei DAZN ergänzte er: "Ich habe die Fähigkeit, stärker zu sein als alle! Es war ein enges, schwieriges Spiel."

Das Spiel startete mit einem irren Tempo. Vor allem Inter machte gleich zu Beginn mächtig Dampf. Leverkusen, das kurzfristig Tah für den verletzten Sven Bender in die Startelf beorderte, hatte gerade zu Beginn Riesenprobleme mit dem Doppelsturm der Italiener, Lukaku und Lautaro Martinez. Die neuformierte Viererkette in Düsseldorf mit den Inter-Stürmern über weite Strecken heillos überfordert

Mit der ersten guten Chance gingen die Italiener nach einer Viertelstunde in Front: Ein Schuss von Lukaku wurde geblockt und sprang zu Nicolo Barella, der Hradecky mit dem Außenrist von der Strafraumgrenze keine Chance ließ. Der Führunstreffer war das 500. Tor einer italienischen Mannschaft in der Europa League.

Barella hätte wenige Minuten später selbst erhöhen können, sein Schuss aus kurzer Distanz wurde abgeblockt. In der 21. Minute war es dann Lukaku, der sich unnachahmlich mit vollem Körpereinsatz gegen Bayer-Verteidiger Edmond Tapsoba durchsetzte und den Ball aus kurzer Distanz aus der Drehung im Tor der Leverkusener unterbrachte.

Schiedsrichter nimmt zwei Inter-Elfmeter zurück

Nun ging es Schlag auf Schlag: Zwei Minuten nach seinem Treffer rannte Lukaku allein auf Hradecky zu, doch diesmal blieb der Finne im Bayer-Tor siegreich. Im Gegenzug erzielte Havertz nach einer Kombination mit Kevin Volland den Anschlusstreffer.

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Wenige Minuten später herrschte dann Aufregung im Bayer-Strafraum. Dailey Sinkgraven sprang der Ball an den Arm, Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande pfiff Strafstoß, nahm diese Entscheidung aber nach Studium der Bilder wieder zurück.

Nach dem Seitenwechsel hatte erneut Inter die erste Chance, Hradecky parierte aber aus spitzem Winkel gegen Martinez. Das Spiel gestaltete sich im Anschluss etwas offener als im ersten Durchgang. Nach einer Stunde hatte Bayers Demirbay eine gute Schusschance, platzierte den Ball jedoch zu zentral, sodass Inter-Torwart Samir Handanovic keine Probleme hatte.

Wenige Minuten später dann die Riesenchance für Inter. Der eingewechselte Christian Eriksen spielte einen Traumpass auf den ebenfalls eingewechselten Alexis Sanchez, doch der scheiterte an Hradecky. Zehn Minuten später rettete der Finne auch gegen Victor Moses. Auf der Gegenseite verpasste Havertz den Ausgleich, er rutschte an einer Flanke von Leon Bailey vorbei. Wenige Minuten vor dem Ende blockte Tapsoba eine Lukaku-Chance.

In der 90. Minute zeigte del Cerro Grande erneut auf den Punkt, nachdem der eingewechselte Karim Bellarabi Eriksen zu Fall gebracht hatte. Doch wieder nahm er ihn nach Videostudium zurück, ein Inter-Spieler hatte den Ball zuvor mit der Hand gespielt.

mit Material vom Sport-Informations-Dienst (SID)

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