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Sebastian Rudy (r.) von Hoffenheim schied gegen Molde aus
Sebastian Rudy (r.) von Hoffenheim schied gegen Molde aus © Imago
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Die TSG Hoffenheim scheidet in der Europa League gegen Molde aus. Während der Bundesligist an seinem Chancenwucher scheitert, reichen den Gästen zwei Torschüsse.

Für die TSG Hoffenheim ist das Kapitel Europa zu Ende. 

Die Kraichgauer verloren in der Europa League im Zwischenrunden-Rückspiel gegen Molde FK im eigenen Stadion mit 0:2 (0:1) und schieden damit nach dem 3:3 im Hinspiel aus. Eirik Ulland Andersen schoss die Norweger mit einem Doppelpack weiter (20./90.+4). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Nichts wie weg vom Ort der Blamage: Binnen weniger Sekunden waren alle Profis der TSG Hoffenheim nach dem peinlichen Europa-League-Aus mit hängenden Köpfen in die Kabine verschwunden. Nur der bediente Trainer Sebastian Hoeneß verharrte noch eine Zeit lang in Schockstarre auf der Bank.

Dabei hatte der Bundesligist große Pläne und wollte erstmals in der Vereinsgeschichte in das Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbs einziehen.

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"Irgendwie sollte es nicht sein. Es ist Wahnsinn, dass man nach den beiden Spielen nicht weiterkommt", sagte TSG-Kapitän Oliver Baumann bei DAZN: "In der zweiten Halbzeit war es ein Tick zu wenig. Wenn man es am Ende sieht, ist das Aus doch verdient."

Hoeneß war nach dem Spielende ebenfalls bedient. "Wir sind tief enttäuscht. Es fühlt sich sehr bitter an. Wir werden uns wieder aufrichten, aber für den Moment ist es extrem hart."

Haaland gratuliert Molde

Einer der ersten Gratulanten der Norweger war Borussia Dortmunds Torjäger Erling Haaland.

"Glückwunsch @Molde_FK! Beeindruckend", schrieb der 20-Jährige auf Twitter.

Haaland war von 2017 bis 2018 für Molde aktiv, bestritt insgesamt 50 Pflichtspiele für den Klub.

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Hoeneß nahm im Vergleich zum souveränen 4:0-Erfolg gegen Werder Bremen am vergangenen Sonntag nur eine Veränderung in der Startelf vor. Statt Kasim Adams rückte Kapitän Kevin Vogt wieder in die Dreierkette. 

Top-Torjäger Andrej Kramaric musste also zu Beginn erneut auf der Bank Platz nehmen und seinen Teamkollegen Munas Dabbur und Ihlas Bebou den Vortritt im Sturm lassen bis zur eigenen Einwechslung nach dem Seitenwechsel.

Hoffenheims Dabbur vergibt zahlreiche Großchancen

Das Vertrauen von Hoeneß zahlte sich spielerisch aus. Hoffenheim dominierte und drückte den Gegner dauerhaft tief in die eigene Hälfte. Zahlreiche Chancen des Bundesligisten waren die Folge. (Spielplan und Ergebnisse der Europa League)

Allerdings: Die Abschlüsse waren zu ungenau und Molde-Keeper Andreas Linde ließ die Stürmer verzweifeln. "Ich denke nicht, dass heute viele schlafen werden. Aber was sollen wir machen?", haderte Florian Grillitsch bei RTL Nitro.

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In der ersten Hälfte war Hoffenheim klar überlegen. Satte 15:1 Abschlüsse und 69 Prozent Ballbesitz standen zur Pause in den Statistiken. 

Das Problem: Der Bundesligist münzte seine Vorteile nicht in Tore um und betrieb einen Chancenwucher. 

In der 15. Minute scheiterte Chris Richards nach einer Ecke per Kopfball aus fünf Metern an Moldes Keeper Andreas Linde. Keine 60 Sekunden später schoss Munas Dabbur aus 16 Metern flach knapp daneben. 

Molde-Keeper Linde ist der Held

Dabbur vergab wenig später die nächste Riesenchance. Per Kopf aus drei Metern fand der Stürmer erneut in Linde seinen Meister. 

Der Gast aus Norwegen, der sich aktuell in der Heimat nicht im Ligabetrieb befindet, zeigte sich jedoch eiskalt. 

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Mit dem ersten Torschuss der Partie traf Eirik Ulland Andersen per Schlenzer vom Strafraumeck zum 1:0 (20.).

Auch nach der Pause änderte sich das Bild nicht. Der Bundesligist rannte an. Dabbur versuchte es mit einem Drehschuss und überwand Linde erneut nicht (48.).

Der Frust saß tief. Nach seiner Auswechslung warf Christoph Baumgartner wütend ein Tape weg und verweigerte zunächst den Handschlag mit dem Trainer.

Hoeneß ist aber nicht nachtragend: "Grundsätzlich ist es ja so, dass Spieler auf dem Platz bleiben wollen, deswegen kann ich den Frust nachvollziehen. Ich kenne Baumi sehr gut. Ein sehr, sehr ehrgeiziger Spieler, ganz feiner Junge. Deswegen sehe ich das tatsächlich unaufgeregt."

Hoeneß bringt fünf Stürmer 

In der Schlussphase wurde es immer zäher. Molde stellte sich mit sechs Verteidigern an den eigenen Strafraum und wehrte alle Versuche ab.

So wurden die Gelegenheiten seltener und Kramaric versuchte es aus der Distanz. Der Ball flog knapp am Pfosten vorbei (71.). 

Hoeneß ging derweil immer mehr Risiko ein und wechselte mit Sargis Adamjan, Georginio Rutter und Kramaric offensiv. Am Ende standen fünf Stürmer auf dem Feld - der Erfolg blieb jedoch aus. 

Auch das letzte Anrennen brachte keinen Treffer. Dabbur mit dem Kopf (81.) und Kramaric aus der Entfernung (85.) machten Moldes Schlussmann Linde endgültig zum Held. 

In der Nachspielzeit schloss Andersen einen Konter zum 2:0 ab (90.+4). 

Die 70 Prozent Ballbesitz und 26:3 Abschlüsse waren für Hoffenheim wertlos.

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Mit Sport-Informationas-Dienst (SID)

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