Großes Theater! Dafür will Neymar einen Strafstoß haben
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St. Petersburg und München - Coutinho und Neymar retten Brasilien mit späten Toren gegen Costa Rica. Neymar erntet aber mehr Spott als Applaus - und kanzelt seine Kritiker ab.

Die Geste passte zu seiner ganzen Theatralik. Nach dem Schlusspfiff sank Neymar am Mittelkreis auf die Knie, schlug sich die Hände vors Gesicht und schluchzte hemmungslos.

Das 2:0 des lange zitternden WM-Favoriten Brasilien gegen Costa Rica hatte Neymar schlichtweg übermannt.

Also dankte Neymar Gott, die Mitspieler ihm ("Neymar macht den Unterschied, er ist unser Superstar", sagte der Ex-Münchner Douglas Costa). Und die Fans? Können – sofern es nicht eingefleischte Anhänger der Selecao sind – Neymars Gehabe kaum noch ertragen.

Videoschiedsrichter pfeift Neymar zurück

Dass Neymar in der Nachspielzeit wenige Sekunden nach dem 1:0 durch Coutinho zum Endstand traf und eine Tonnenlast von Brasilien abfallen ließ, ging im Shitstorm unter.

Was war passiert? In der ersten Halbzeit sah sich Neymar – mal wieder - als Opfer zahlreicher Tritte. Das brachte ihn so in Rage, dass er Schiedsrichter Björn Kuipers in der Pause sogar bis vor dessen Kabinentür begleitete, um seinen Unmut kundzutun.

In der zweiten Halbzeit gipfelte Neymars Gebaren schließlich in einer Schauspieleinlage, die zum Glück vom Videoschiedsrichter durchschaut wurde. Kuipers entschied erst auf Foulelfmeter, Neymar stellte sich schon am Punkt auf, wurde jedoch vom sogenannten VAR zurückgepfiffen.

Tweet: "Das schaffen nur wenige"

Jegliche Häme ließ Neymar nach dem Spiel aber an sich abperlen, konterte stattdessen seine Kritiker.

"Nicht alle wissen, was ich durchgemacht habe, um es bis hierher zu schaffen", twitterte Neymar: "Gut reden kann jeder, selbst ein Papagei kann reden. Aber es schaffen... Das schaffen nur wenige!"

Spott für den "Schwalbenkönig"

Im letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Serbien müssen sich die Brasilianer steigern, um den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen. (Die Tabelle der Gruppe E)

Den Spott der sozialen Netzwerke konnte sich Neymar am Freitag sicher sein. Und das Wort "Schwalbenkönig" war noch eines der harmlosesten, dass er über sich ergehen lassen musste.

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