Horrorverletzung bei historischer DFB-Pleite
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Der DFB arbeitet nicht mehr mit Bundestrainerin Steffi Jones zusammen. Nachdem droht, die WM zu verpassen, und wegen des Debakels beim SheBelieves Cup ist Schluss.

Das drohende und erstmalige Verpassen einer WM vor Augen hat sich der Deutsche Fußball-Bund von Bundestrainerin Steffi Jones getrennt.

Sechs Tage nach dem schlechten Abschneiden beim Vier-Nationen-Turnier in den USA gab der Verband nun das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Horst Hrubesch übernimmt den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister interimsweise, um das erstmalige Verpassen der Weltmeisterschaft abzuwenden.

"Zu dieser Entscheidung kam das Präsidium im Rahmen seiner heutigen Telefonkonferenz und folgte damit der Empfehlung des Direktors Nationalmannschaften Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou", schrieb der DFB in einem Statement.

Maren Meinert als Favoritin

Wer den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister nach Hrubesch zur WM-Endrunde im Sommer 2019 führen soll, ist offen. Junioren-Nationaltrainerin Maren Meinert, die 2003 mit dem Weltmeistertitel ihre aktive Karriere beendete, wäre eine erfolgreiche Frau aus den eigenen Reihen.

Nationaltrainerin Steffi Jones freigestellt

Für Meinert, die mit ihren Mannschaften zweimal die U20-WM und dreimal die U19-EM gewonnen hat, spricht die Stellenbeschreibung von DFB-Präsident Reinhard Grindel.

"Bei der Trainersuche wollen wir mit den Vereinen der Bundesliga jetzt eine Lösung finden, die den Frauenfußball auf eine neue Grundlage stellt", twitterte der DFB-Boss: "Heißt: Mehr Koordination zwischen DFB und Liga, mehr Verzahnung von A-Mannschaft und U-Bereich." Neben Meinert werden Wolfsburgs Sportchef Ralf Kellermann und die Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg gehandelt.

Grindel bietet Jones andere Funktion an

Bei Jones bedankte sich Grindel für die geleistete Arbeit: "Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs, und ich würde mich freuen, wenn sie in anderer Funktion dem DFB und dem Frauenfußball erhalten bleibt." Hrubesch wünschte er via Twitter "viel Erfolg für die nächsten Spiele".

Jones sei die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, sagte Grindel.

WM-Qualifikation akut gefährdet

Doch der Negativtrend kostete sie am Ende den Job: Erstmals steht die WM-Teilnahme auf der Kippe. Die Qualifikationsgruppe führen die DFB-Fußballerinnen nur an, weil sie ein Spiel mehr als Verfolger Island absolviert haben, gegen den es im Herbst eine 2:3-Heimpleite setzte.

Schon damals stand Jones akut vor dem Aus, bekam jedoch eine Schonfrist.

Nun steht Deutschland noch auswärts bei den Isländerinnen enorm unter Druck. Zur Erinnerung: Der Tabellenzweite muss in die Playoffs, hier drohen mit Schweden, Norwegen und  Österreich ebenfalls starke Gegner.

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SheBelieves Cup als letzter Auslöser 

Die schwache Form des SheBelieves Cups ließ die DFB-Oberen dann komplett davon abrücken, an Jones weiter festzuhalten. 

Die 111-malige Nationalspielerin hatte das Amt nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin von Silvia Neid übernommen.

Unter Jones' Führung war die deutsche Auswahl bei der EM im vergangenen Sommer bereits im Viertelfinale gescheitert. Dennoch verlängerte der DFB den Vertrag der Fußballlehrerin anschließend bis zur WM im kommenden Jahr in Frankreich. 

Beim SheBelieves Cup Anfang März präsentierten sich die deutschen Frauen allerdings ähnlich desolat wie bei der 2:3-Qualipleite gegen Island im vergangenen Oktober, als Jones bereits vor dem Aus gestanden hatte.

Sie schlossen das Turnier nach zwei Niederlagen und einem Remis als siegloser Tabellenletzter ab. Gegen Frankreich kassierten sie sogar die höchste Pleite seit fast acht Jahren (0:3).

Hrubesch: "Helfe in dieser Phase gerne"

Die nächsten WM-Qualifikationsspiele bestreitet Deutschland am 7. und 10. April gegen Tschechien und in Slowenien. Nach drei Siegen aus vier Spielen führt das DFB-Team die Gruppe 5 derzeit zwar an, hat aber ein Spiel mehr als Verfolger Island und muss noch auswärts bei den Isländerinnen ran.

Der Zweite muss in die Playoffs, wo mit Schweden, Norwegen und Österreich ebenfalls starke Gegner drohen.

Hrubesch, zuletzt 2016 Trainer der deutschen Olympia-Auswahl, freut sich auf seine neue Herausforderung: "Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der Europameisterschaft im Sommer vor Ort. Ich helfe in dieser Phase gerne."

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