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Megan Rapinoe will ihren Kampf um Gleichbezahlung nicht aufgeben
Megan Rapinoe will ihren Kampf nicht aufgeben © Getty Images
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Ein Bezirksgericht in Kalifornien weist die Klage der US-Fußballerinnen auf finanzielle Gleichbehandlung zurück. Die Spielerinnen reagieren wütend auf das Urteil.

Megan Rapinoe schaltete gleich nach dem juristischen Rückschlag wieder in den Angriffsmodus. "Wir werden niemals aufhören für GLEICHBERECHTIGUNG zu kämpfen", schrieb die Kapitänin der US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft bei Twitter.

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Das Scheitern der Klage auf gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen wollen die US-Fußballerinnen nicht so einfach auf sich sitzen lassen. 

"Wir sind schockiert und enttäuscht über die heutige Entscheidung, aber wir werden unseren harten Kampf für gleiches Entgelt nicht aufgeben", kündigte Teamsprecherin Molly Levinson an.

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US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden sprang den erfolgsverwöhnten US-Frauen zur Seite und attackierte den nationalen Fußballverband USSF: "Equal Pay und zwar jetzt! Ansonsten könnt ihr, wenn ich Präsident bin, für eure WM-Finanzierung woanders hingehen", schrieb der designierte Trump-Herausforderer bei Twitter. 

Fußballerinnen berufen sich auf "Equal Pay Act"

Das Frauen-Nationalteam mit Weltfußballerin Rapinoe an der Spitze hatte nach dem "Equal Pay Act" und dem "Civil Rights Act" juristisch eine Rückvergütung in Höhe von 66 Millionen US-Dollar gefordert, um finanziell zur Bezahlung des Nationalteams der Männer aufzuschließen.

Doch Richter Gary Klausner vom US-Bezirksgericht für Zentralkalifornien wies den von den Frauen gegen den nationalen Fußballverband USSF erhobenen Vorwurf der Lohndiskriminierung am Freitag in einem 32-seitigen Urteil zurück.

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In der Urteilsbegründung verwies das Gericht darauf, dass Beweise vorlägen, wonach die Spielerinnen ein vom Verband bereits unterbreitetes Angebot mit identischer Entlohnung wie bei den Männern abgelehnt hätten. 

Die Weltmeisterinnen von 2019 hätten stattdessen zusätzlich noch höhere Prämien, ein erhöhtes Grundgehalt sowie die Erhöhung der Zahl von Vertragsspielerinnen gefordert. Rückwirkend könnten sich die US-Spielerinnen somit nicht über Lohndiskriminierung von Seiten der USSF beklagen, hieß es weiter.

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Streit mit Verband eskalier vor Gericht

Dem Rechtsstreit waren zahlreiche erfolglose Verhandlungsrunden zwischen USSF und Spielerinnen vorausgegangen, vor Gericht eskalierte der Streit dann richtig. Verbandspräsident Carlos Cordeiro musste nach sexistischen Äußerungen sogar seinen Hut nehmen.

Der 64-Jährige hatte in der gerichtlichen Auseinandersetzung den Unterschied in der Bezahlung damit gerechtfertigt, dass der Job eines Spielers aus dem Männer-Nationalteam ein höheres Niveau an Fähigkeiten verlange als der einer Spielerin aus dem Team der Frauen.

Außerdem argumentierte der Verband, dass sowohl absolut als auch durchschnittlich die Entlohnung im Frauenbereich zwischen 2015 und 2019 ohnehin bereits höher gewesen sei als bei den weniger erfolgreichen Männern.

Die Frauen kassierten in diesem Zeitraum nach Verbandsangaben 24 Millionen US-Dollar und durchschnittlich 220.747 US-Dollar pro Spiel, wogegen bei den Männern Zahlungen in Höhe von 18 Millionen US-Dollar und im Schnitt 212.639 US-Dollar pro Partie geleistet wurden.

US-Frauen prangern Nachteile an

Neben der vermeintlich schlechteren Bezahlung hatten die US-Girls juristisch auch schlechtere Reisebedingungen und eine schlechtere medizinische Versorgung angeprangert, über diese Vorwürfe will das Gericht am 16. Juni noch gesondert verhandeln.

Aber auch in Sachen "Equal Pay" ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: "Wir haben gelernt, dass es enorme Hindernisse für Veränderungen gibt", sagte Levinson: "Wir wissen, dass es Mut und Ausdauer erfordert, sich gegen sie zu behaupten. Aber wir werden Berufung einlegen und weitermachen."

Das US-Bezirksgericht begründete sein erstes Urteil damit, dass die US-Fußballerinnen ein Verbandsangebot zu gleicher Bezahlung wie die Männer bereits abgelehnt hätten.

Die Weltmeisterinnen von 2019 hätten stattdessen zusätzlich noch höhere Prämien und gewisse Garantien gefordert. Rückwirkend könnten sich die US-Girls somit nicht über Lohndiskriminierung von Seiten der USSF beklagen, hieß es in der Urteilsbegründung.

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