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Brasiliens Marta erzielt bei der Frauen-WM ein besonderes Tor - und zeigt einen besonderen Jubel. Nach Abpfiff zofft sich die Stürmerin mit dem deutschen TV.

Brasiliens Marta hat bei der Frauen-WM einen besonderen Rekord aufgestellt.

Durch ihren verwandelten Elfmeter zur 1:0-Führung bei der 2:3-Niederlage gegen Australien erzielte die 33-Jährige ihr bereits 16. Tor bei einer Weltmeisterschaft. Damit zog sie mit WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose gleich, der diese Bestmarke bei der WM 2014 aufgestellt hatte.

Bei den Frauen ist Marta bereits seit 2011 Rekordtorschützin, nun zog sie auch geschlechterübergreifend nach. Außerdem traf Marta nun als erste Fußballerin bei fünf WM-Endrunden.

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Marta mit "Tor für Gleichberechtigung"

Beim Jubel über ihren Rekordtreffer hatte sie eine Botschaft ausgesandt.

Marta zeigte auf ihren Schuh, auf dem ein Symbol prangt: zwei Streifen, die entgegengesetzt von blau in rosa übergehen. "Es war ein Tor für Gleichberechtigung, ein Tor für alle Frauen", sagte sie stolz.

Die beste Fußballerin, die es je gab, hat seit Juli 2018 keinen Ausrüstungssponsor: Nicht, weil Angebote gefehlt hätten, sondern, weil ihr die Angebote nicht gut genug, nicht männernah genug waren.

Zoff mit Reporter

Im ZDF-Interview nach der Partie zeigte sich Marta enttäuscht, dass ihr Rekordtor gar nicht angesprochen wurde.

Nach dem Dialog mit dem Reporter redete sie lachend auf portugiesisch auf ihn ein, der Übersetzer sagte daraufhin: "Sie hat am Ende noch gesagt: 'Mein Gott, wie konntet ihr das vergessen. Ich habe jetzt auch 16 Tore geschossen, genau wie euer Klose. Das hättet ihr auch mal fragen können'."

Brasilien-Elfmeter wird verweigert

Über eine andere Sache konnte die Stürmerin nicht lachen. Sie sei enttäuscht, "weil einige Fehler technischer Art begangen wurden. Am Ende hätte man einen klaren Elfmeter für Brasilien geben müssen. Der wurde nicht gegeben. Wenn man diese technischen Möglichkeiten hat, sollte man sie nutzen - und das auch auf beiden Seiten."

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Auf der anderen Seite wurde der Videobeweis - als VAR war übrigens der Deutsche Bastian Dankert eingeteilt - hingegen benutzt. Vor dem Siegtreffer der Australierinnen hatte Adressatin Samantha Kerr bei Emily van Egmonds Flanke eindeutig im Abseits gestanden. Da der Ball jedoch vom Kopf der brasilianischen Abwehrspielerin Monica ins Tor sprang, wurde die zunächst angezeigte Abseitsposition nach dem Videobeweis zurückgenommen und der Treffer zum Entsetzen der Brasilianerinnen anerkannt.

Die Einstellung von Kloses Rekord wird für Marta deshalb wohl nur eine Nebensache an diesem Abend sein.

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