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Die deutschen Frauen haben bei der WM einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Ein Tor von Sara Däbritz führte das DFB-Team zum hart umkämpften Sieg gegen Spanien.

Die Tor-Grätsche von Sara Däbritz hat die deutschen Fußballerinnen dem ersten Etappenziel bei der "Tour de France" ganz nahe gebracht.

Ohne die schmerzlich vermisste Dzsenifer Marozsán gewann die DFB-Elf ihr zweites WM-Spiel glücklich mit 1:0 (1:0) gegen Spanien. Der Achtelfinal-Einzug ist dem zweimaligen Weltmeister nach zwei Siegen kaum noch zu nehmen.

Deutschland reicht Punkt zum Gruppensieg

Im letzten Gruppenspiel am Montag gegen den WM-Neuling Südafrika reicht dem Olympiasieger ein Punkt zum Gruppensieg. Damit würde die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wahrscheinlich ein Achtelfinale gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten aus den USA vermeiden.

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Däbritz (42.) traf mit ihrem Tackling-Treffer aus kurzer Distanz für die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die im Vergleich zum mühsamen Auftaktsieg gegen China (1:0) drei Veränderungen vorgenommen hatte.

"Ich habe darauf spekuliert, dass ich noch hinkomme. Dann habe ich einfach mal gegrätscht. Dass der Ball dann rein geht, ist natürlich überragend", sagte die Torschützin im ZDF: "Das war ein absoluter Sieg des Willens. Es war von Anfang an unser Ziel, Gruppenerster zu werden."

Spanien habe den Ball klasse laufen lassen, befand Däbritz, "nach dem Tor waren wir dann präsenter". "Spanien hat das Spiel gemacht, wir sind über Konter gekommen. Es war absolutes Teamwork. Es war das Ziel, Gruppenerster zu werden, wir sind auf einem guten Weg. Dann können wir mit Mut uns Selbstvertrauen in die zweite Runde gehen."

"Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind schwer ins Spiel gekommen", sagte Offensivspielerin Svenja Huth: "Wir hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Dann wurden wir besser und haben uns reingekämpft."

Ohne klassische 10

Die erst 17 Jahre alte Lena Oberdorf, Lena Goeßling und Verena Schweers liefen von Beginn an auf. (Das zweite Gruppenspiel zum Nachlesen im Liveticker)

Spielmacherin Marozsán hatte im Spiel gegen die ruppigen Chinesinnen einen Bruch der linken Mittelzehe erlitten. Die 27-Jährige vom Champions-League-Gewinner Olympique Lyon kann in der Gruppenphase nicht mehr spielen - es droht sogar das Turnier-Aus. "Man kann sie nicht ersetzen, weil sie besondere Fähigkeiten hat. Wir müssen das als Mannschaft kompensieren", hatte Voss-Tecklenburg vor der Partie gesagt. (Ergebnisse und Spielplan)

Vor 20.761 Zuschauern in Valenciennes, darunter Ex-Bundestrainer Horst Hrubesch, spielten die Deutschen zunächst ohne klassische Nummer 10. Die Last des Spielaufbaus sollte auf mehrere Schultern verteilt werden.

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Der Rekord-Europameister, der sich bei der Endrunde für Olympia 2020 in Tokio qualifizieren will, kam allerdings nicht gut in die Partie. Die Spanierinnen, die in ihrer ersten Begegnung große Probleme mit dem WM-Neuling Südafrika hatten (3:1), bestimmten das Geschehen.

Die deutsche Defensive inklusive Torhüterin Almuth Schult offenbarten große Schwächen, Nahikari Garcia hätte in der 14. Minute eigentlich die Führung für die Mannschaft von Trainer Jorge Vilda erzielen müssen. Nur zwei Minuten später vergab Silvia Meseguer für Spanien. Nach vorne brachte das verunsichert wirkende DFB-Team, dem in allen Mannschaftsteilen die Abstimmung fehlte, so gut wie nichts zustande. (Tabellen)

Spanien besseres Team

Erst Mitte der ersten Hälfte wurden die Deutschen etwas besser. Mehr als ein paar gute Ansätze im Offensivspiel über die rechte Seite waren allerdings nicht zu sehen, für echte Chancen reichte es nicht. Insgesamt blieben die Spanierinnen das klar bessere Team.

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Die deutsche Führung fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Däbritz grätschte den Ball nach einem abgewehrten Kopfball von Spielführerin Alexandra Popp über die Torlinie.

Zu Beginn der zweiten Hälfte vergab Popp per Kopf die Chance auf das zweite Tor (50.). Vor allem die Einwechslung der erst 18 Jahre alten Klara Bühl für Kathrin Hendrich belebte das deutsche Spiel. Insgesamt zeigte sich das Team im Vergleich zur ersten Hälfte stark verbessert.

Die Partie stand über weite Strecken des zweiten Durchgangs auf Messers Schneide. Der zweite deutsche Treffer war genauso möglich wie der Ausgleich.

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