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Reiner Maurer (M.) startete seine Trainerkarriere 1996 beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/Imago
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München - Der einstige Kultklub Türkgücü-Ataspor München will wieder angreifen. Bei SPORT1 sprechen der neue Coach und sein Torwarttrainer über die ambitionierten Ziele.

Beim Namen SV Türkgücü-Ataspor München bekommt so mancher Fußball-Romantiker glänzende Augen.

Eine Gruppe türkischer Migranten gründete den SV Türk Gücü München 1975. Von 1988 bis 1992 sowie von 1994 bis 1996 spielte man in der seinerzeit drittklassigen Bayernliga und lockte bei Spielen gegen den heutigen Drittligisten TSV 1860 München bis zu 12.000 Zuschauer ins Dantestadion in München. 2001 wurde der Verein - bei dem unter anderem auch der spätere Nationalspieler Cacau spielte - überraschend aufgelöst, weil der Präsident und Mäzen Ergun Bersoy in die Türkei zurückkehrte.

Nach der Neugründung des Türkische SV 1975 München kam es 2009 zur Fusion mit dem damaligen Bezirksligisten SV Ataspor. Nach mehreren Jahren Abstiegskampf in der Landesliga wurde 2017 kräftig in die Mannschaft investiert mit dem Ziel Aufstieg in die Regionalliga Bayern im Jahre 2020.

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Dies gelang schneller als geplant. Nach einem Doppel-Durchmarsch ist Türkgücü jetzt wieder da. Der Klub erlebt eine Renaissance.

Türkgücü mit ambitionierten Zielen

Und die Ziele von Türkgücü sind sehr ambitioniert. "Alles andere wäre auch nicht in meinem Interesse", betonte Trainer Reiner Maurer vor dem Saisonstart bei SPORT1. "Trotzdem müssen wir Schritt für Schritt vorangehen. Eine komplett neue Mannschaft unter veränderten und hohen Trainingsbelastungen sofort zum Erfolg zu führen, wird sicherlich nicht einfach."

Die ersten Schritte in der neuen Liga fielen dem Aufsteiger alles andere als schwer. Nach drei Siegen aus den ersten vier Spielen hat sich Türkgücü in die Spitzengruppe der Regionalliga Bayern geschoben, mit einem Sieg beim TSV Buchbach (Sonntag, 10.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hätte sich Maurers Team erst einmal oben festgesetzt.

Der 59-Jährige ist ein Trainer-Routinier, kennt den Münchner Fußball ganz genau. Als Profi spielte Maurer unter anderem für die SpVgg Unterhaching, den FC Bayern und 1860 München. Nach seiner aktiven Laufbahn war der gebürtige Mindelheimer Trainer bei den Löwen - von 2001 bis 2006 und erneut von 2010 bis 2012. Als Co-Trainer, Coach der Amateure und Cheftrainer der Profis. Bis heute ist Maurer der erfolgreichste Trainer in der Zweitligageschichte der Blauen.  

Rückkehr ins Grünwalder Stadion

Gespielt wird in der Hinrunde noch in Heimstetten vor den Toren von München, in der Rückserie im Grünwalder Stadion. "Ich persönlich habe 1991 schon mit Bayreuth im Grünwalder Stadion gegen Türkgücü gespielt. Es ist einfach toll, dass es das bald wieder geben wird", sagt Michael Hofmann, Torwart-Legende von 1860 und seit 2017 Torwarttrainer bei Türkgücü, SPORT1. Für die Amateure und Profis der Löwen stand er von 1996 bis 2010 im Kasten.  

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"Durch die Erfolge der vergangenen Jahre ist die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch", weiß Hofmann. "Doch es beginnt eine fast neue Mannschaft und die Ziele können da am Anfang nur Stabilität und Geschlossenheit sein, um die Aufgaben in der Regionalliga erfolgreich stemmen zu können. Aber ich persönlich möchte mit dem Torwartteam einen positiven Teil dazu beitragen."

Zu Türkgücü geholt wurde Maurer von einem alten Weggefährten: Der Sportliche Leiter Robert Hettich, der sechs von insgesamt elf Jahren als Leiter der Medienabteilung und Teammanager in Personalunion bei den Sechzigern tätig war und viele Jahre mit Maurer zusammenarbeitete, fragte diesen, ob er sich vorstellen könne, Türkgücü zu trainieren. Da musste Maurer gar nicht lange überlegen. 

© Reinhard Franke

Maurer: "Hat mich von Anfang an gereizt"

"Ich war die vergangenen Jahre oft im Ausland tätig, habe aber nie den Kontakt nach Deutschland verloren. Jetzt die Möglichkeit in München für Türkgücü arbeiten zu können, hat mich von Anfang an sehr gereizt", erklärt Maurer sein neues Engagement. "Klar möchte ich mit Türkgücü maximal erfolgreich sein. Aber uns erwartet eine lange, harte Saison."

20 neue Spieler wurden verpflichtet. Einer von ihnen ist der 31 Jahre alte Torjäger Kalle Lappe, der vom FSV Mainz 05 kam. Der gebürtige Münchner spielte beim FC Bayern II und Mainz 05 II. Bei den Rheinhessen wurde Lappe in der Saison 2017/2018 mit 22 Treffern Torschützenkönig, in der vergangenen Runde erzielte er zwölf Tore. Auch in der laufenden Regionalligasaison war er schon einmal erfolgreich.

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Bester Knipser ist aktuell Patrick Hasenhüttl. Der Sohn des früheren Leipzig-Trainers Ralph Hasenhüttl traf in den ersten vier Ligaspielen schon dreimal.

Maurer will versuchen, "einen offensiven, lauffreudigen Fußball" spielen zu lassen. Zusätzlich will er "jeden einzelnen unserer Spieler möglichst noch besser machen".

Zusammen mit Präsident Hasan Kivran und Sportdirektor Hettich will der neue Coach Türkgücü "wieder zur alten Stärke zurückführen und möglichst darüber hinausbringen".

Der Saisonstart zeigt, dass Türkgücü bereits auf einem guten Weg ist.

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