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Als sich Kareem in den Scorer-Olymp katapultierte

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Es gibt Rekorde, die bleiben unvergessen: Es ist der 5. April 1984, als Kareem Abdul-Jabbar seinen Karrierewert auf 31.420 Punkte schraubt. Gegen die Utah Jazz verdrängt der Star der Los Angeles Lakers Wilt Chamberlain (31.419) von Rang eins der ewigen NBA-Scorerliste - und das natürlich mit einem Skyhook
Bereits am 20. März 1989 wurde NBA-Geschichte geschrieben: Vor 31 Jahren - und das damit bereits knapp einen Monat vor seinem letzten Spiel - hängten die Los Angeles Lakers das Trikot von Abdul-Jabbar mit der Nummer 33 an die Hallendecke und ehrten so ihren langjährigen Superstar
Der legendäre Center thront bis heute mit 38.387 Punkten an der Spitze der "All-Time-Scoring-List" und kreierte einen der bekanntesten Würfe der Basketball-Historie. SPORT1 blickt auf seine einzigartige Karriere zurück
Kareem wurde als Ferdinand Lewis Alcindor Jr. in New York City geboren. Schon früh stach der kleine Lew heraus, mit neun Jahren war er bereits 1,73m groß. An der Highschool verlor er in drei Jahren nur zwei von 81 Spielen und erzielte über 2000 Punkte (damals Rekord in New York)
Trotz dreier Meisterschaften hatte Alcindor schon damals mit Ungerechtigkeiten und Rassismus zu kämpfen. Jahre später sagte er, sein damaliger Coach habe ihn mit dem N-Wort beleidigt. Alle großen Basketball-Colleges rissen sich um das Supertalent
Er entschied sich für den legendären John Wooden und die UCLA Bruins. Weil Freshman damals nicht spielen durften, wurde er "nur" dreimal College-Meister, Spieler des Jahres und bester Spieler des Final Four. Von seinen 90 Spielen für UCLA verlor Alcindor ganze zwei
Alcindor wurde zu einem großen Namen im Sport: ähnlich wie der elfmalige NBA-Champion Bill Russell (l.) oder Box-Ikone Muhammad Ali (M.). Wie Ali konvertierte er zum Islam. Aber erst ab 1971 benutzte er seinen arabischen Namen Kareem Abdul-Jabbar. Olympia 1968 boykottierte er, um gegen die Ungleichbehandlung der Afro-Amerikaner zu protestieren
Abdul-Jabbar hält immer noch diverse UCLA-Rekorde (z.B. meiste Punkte in einem Spiel: 61). Die Harlem Globetrotters boten ihm eine Million Dollar, aber Kareem wollte in die NBA und wurde 1969 von den Milwaukee Bucks an Position eins ausgewählt. Mit 28,8 Punkten im Schnitt in seiner ersten Saison wurde er Rookie des Jahres
Folgerichtig wurde er 1970 zum ersten seiner unglaublichen 19 All-Star Games eingeladen. Im Jahr darauf stieß Triple-Double-Maschine Oscar Robertson zum Team. Die Bucks gewannen 66 Spiele - darunter 20 in Folge. Abdul-Jabbar ergatterte den ersten seiner sechs MVP-Titel
In den Finals 1971 überrollte Milwaukee die Baltimore Bullets mit 4:0 und Abdul-Jabbar wurde Finals-MVP, einen Tag später nahm er seinen muslimischen Namen an, der übersetzt so viel heißt wie "der edle Diener des mächtigen Gottes". Sein typischer Hakenwurf gehörte schon damals zum Repertoire
Er wurde "Skyhook" getauft, weil Abdul-Jabbar seinen ganzen Körper in die Bewegung einbezieht und nicht nur den Arm. Somit erreichte er eine ganz andere Höhe und war praktisch unmöglich zu blocken
Trotz drei MVP-Trophäen in fünf Jahren verlangte Abdul-Jabbar 1974 einen Trade. Milwaukee und der Mittelwesten können seine "kulturellen Bedürfnisse" nicht befriedigen. Nach der Saison schlugen die L.A. Lakers im Sommer 1975 zu. Coach Bill Sharman (l.) und Besitzer Jack Kent Cooke (r.) ist die gute Laune bei der Vertragsunterzeichnung anzusehen
Der Hype war vergleichbar mit LeBron James' Wechsel zu den Miami Heat 2010. Bei den Lakers fing er auch an, seine charakteristischen "Goggles" permanent zu tragen. In der Preseason 1974 hatte er sich leicht am Auge verletzt, zudem trockneten seine Augen durch die harte Gangart an den NBA-Brettern und Blessuren schneller aus
In Hollywood kam er natürlich auch mit der Filmindustrie in Berührung. In der Komödie "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" spielte er den Co-Piloten und gleichzeitig sich selbst. Der Satz "Mein Vater sagt, sie spielen miese Defense" und seine Reaktion erreichten Kultstatus
Jahre später drehte er mit seinem Co-Star Robert Hays einen Werbespot, der sich auf den Film bezog
Trotz zwei weiterer MVP-Titel und dominanten Leistungen schafften die Lakers es aber zunächst nicht in die Finals. Besonders weh tat der Sweep in den West-Finals 1977 gegen Portland mit dem jungen Bill Walton. 1978 und '79 folgte das Aus gegen die Seattle Supersonics
Erst der Draft 1979 machte die Lakers zu Champions. Dort wählten sie einen jungen Point Guard von Michigan State aus: Magic Johnson. Gleich in dessen Rookie-Jahr klappte es mit dem Titel. In Spiel sechs gegen die Philadelphia 76ers fehlte Abdul-Jabbar verletzt, Coach Paul Westhead stellte Magic auf Center und die Lakers gewannen. Die Parade in L.A. war gigantisch
In jener Saison schnappte sich Kareem auch seinen sechsten und letzten MVP-Titel. Damit begann die goldene Ära der Lakers. Achtmal erreichten sie in den 80er Jahren die Finals und holten fünf Titel
Die Duelle mit den Boston Celtics wurden zu Klassikern. Abdul-Jabbar ging stramm auf die 40 zu, hielt gegen Robert Parrish (l.) und Co. aber immer noch mit
Am 5. April 1984 verdrängte Abdul-Jabbar Wilt Chamberlain mit dem 31.420. Punkt seiner Karriere von Platz eins der All-Time-Scorerliste der NBA
Mit 38 Jahren wurde er 1985 noch einmal Finals-MVP
Bereits 1976 hatte er als einer der ersten Sportler mit Yoga begonnen, um flexibler zu sein. Seine Fitness war legendär und erlaubte es ihm, viel länger auf hohem Niveau zu spielen
Am 20. März 1989 erhielt Abdul-Jabbar die Ehre, die er verdient hatte. Seine Trikotnummer 33 wurde in Los Angeles an die Decke gehoben und wird nie mehr vergeben
Auf seiner Abschiedstour bekam er in praktisch jeder Halle Standing Ovations - unter anderem wurde ihm eine Yacht mit dem Namen "Captain Skyhook" geschenkt
In seinen letzten drei NBA-Jahren erreichten die Lakers die Finals, Detroit verdarb ihm 1989 den Three-Peat zum Ausstand. Die Pistons um Dennis Rodman schlugen die Lakers mit 4:0. Als er aufhörte, hatte niemand mehr Spiele, Minuten, Punkte oder getroffene Würfe auf dem Konto als Abdul-Jabbar
Bereits als Spieler hatte er den Ruf, sehr introvertiert oder sogar arrogant zu sein. Er gab nur selten Interviews oder Autogramme und wollte Journalisten oftmals nicht einmal die Hand schütteln. Auch deshalb wurde es zunächst sehr ruhig um ihn
Neun Jahre nach seinem Rücktritt kehrte er noch einmal auf das Parkett zurück und bestritt mit einem Legenden-Team der NBA einige Spiele gegen Chinas Nationalteam. Der spätere Nowitzki-Mitspieler Wang Zhizhi hat seine Mühe mit Abdul-Jabbar
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Abdul-Jabbar dem Basketball treu. Nach Jobs als Co-Trainer bei den L.A. Clippers (Bild) und Seattle Sonics kehrte er 2005 zu den Lakers zurück. Als Assitent von Phil Jackson kümmerte er sich um die Big Men
In dieser Position holte er zwei weitere Meisterschaften. Die Lakers sind für den 19-maligen All-Star seine sportliche Familie - entsprechend ausgelassen feiert er die Erfolge wie die bis dato letzte Meisterschaft 2010
2012 widmeten ihm die Lakers eine Statue vor dem Staples Center - natürlich mit seinem Skyhook
Vor allem in L.A. ist er immer noch allgegenwärtig und wird verehrt. Abdul-Jabbar war auch immer ein Kämpfer für Menschenrechte. Entsprechend trägt er bei der World Series 2017 das Trikot von Jackie Robinson - dem ersten afro-amerikanischen Spieler der MLB-Historie
Während der Obama-Präsidentschaft engagierte sich Abdul-Jabbar als kultureller Botschafter und kümmerte sich vor allem um Jugendliche
Obama verlieh ihm für sein Engagement 2016 auch die "Presidential Medal of Freedom" - die höchste Auszeichnung, die ein Zivilist in den USA erhalten kann
Auch mit inzwischen 71 Jahren ist Abdul-Jabbar noch fit und ein gern gesehener Gast bei NBA-Events - wie hier beim All-Star Game 2019 mit Bill Russell (r.). Seine Marke von 38.387 Punkten überstrahlt nach wie vor die NBA
Als sich Kareem in den Scorer-Olymp katapultierte
Es gibt Rekorde, die bleiben unvergessen: Es ist der 5. April 1984, als Kareem Abdul-Jabbar seinen Karrierewert auf 31.420 Punkte schraubt. Gegen die Utah Jazz verdrängt der Star der Los Angeles Lakers Wilt Chamberlain (31.419) von Rang eins der ewigen NBA-Scorerliste - und das natürlich mit einem Skyhook
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