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Borussia Mönchengladbach: Die Meister von 1977 vs Hoffnungsträger von heute

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Borussia Mönchengladbach führt auch nach dem 9. Spieltag die Tabelle der Bundesliga an. Am Niederrhein werden zumindest zarte Erinnerungen an die letzte Meistermannschaft wach
SPORT1 vergleicht die Fohlenelf der Saison 1976/77 mit der aktuellen Mannschaft von Trainer Marco Rose
TOR - WOLFGANG KNEIB: In seiner ersten Bundesligasaison startete der Hüne im Mönchengladbacher Tor gleich durch. Frisch vom SV Wiesbaden verpflichtet, gewann er das Duell gegen Uli Sude als Vertreter der langzeitverletzten Klublegende Wolfgang Kleff zwischen den Pfosten – und bestritt gleich alle 34 Ligaspiele. Wurde 1979 auch UEFA-Cup-Sieger mit dem VfL
YANN SOMMER: Der Schweizer braucht sich vor Kneib nicht zu verstecken. Zwar misst er nur 1,83 Meter, ist dem Meisterschlussmann aber in puncto Beweglichkeit, Reaktionsschnelligkeit und Spiel mit dem Fuß voraus. Schon im sechsten Jahr am Niederrhein. Die Zuverlässigkeit in Person
ABWEHR – FRANK SCHÄFFER: Der dunkel gelockte Innenverteidiger war sowohl auf beiden Manndeckerpositionen als auch im defensiven Mittelfeld eine wichtige Option während der glorreichen Mittsiebziger. War dreimal Meister und zweimal Uefa-Cup-Sieger mit der Borussia. Im letzten Meisterjahr 1977 mit 27 Einsätzen
MATTHIAS GINTER: Der Gladbacher Abwehrchef hat bereits eine beträchtliche Titelsammlung. Weltmeister, Confed-Cup-Sieger, DFB-Pokal- und Supercupsieger, Silbermedaillengewinner bei Olympia 2016. Der 28-malige Nationalspieler kann es vom Niveau mit Schäffer auf jeden Fall aufnehmen
WILFRIED HANNES: Technisch beschlagener Abwehrspieler, der lange bei der Borussia den Part des freien Mannes bekleidete. War zweimal deutscher Meister mit Gladbach und 1979 UEFA-Cup-Sieger. Vize-Weltmeister 1982. Umso bemerkenswerter, da er aufgrund eines Tumors früh ein Auge verloren hatte und mit einer Glasprothese spielte
NICO ELVEDI: Der Schweizer hat sich als Allzweckwaffe der Mönchengladbacher etabliert, kann auf jeder Position der Viererkette oder auch Dreierkette agieren, ist beidfüßig und kopfballstark. In dieser Saison in allen Partien mit dabei, am Wochenende gegen Frankfurt auch mit einem sehenswerten Treffer
BERTI VOGTS: Der damalige Kapitän der Borussia und auch der Nationalmannschaft machte die Abwehr der Borussia bevorzugt auf der rechten Seite dicht. Welt- und Europameister, fünfmal Meister, zweimal UEFA-Cup-Sieger, einmal DFB-Pokalgewinner und zweimal Fußballer des Jahres. Trotz seiner nur 1,68 Meter Körperlänge ein gefürchteter Zweikämpfer. Nicht der talentierteste, aber mit ungeheurem Biss
STEFAN LAINER: Gegen eine solche Vita sieht Borussias aktueller Rechtsverteidiger natürlich nicht gut aus. Doch der Österreicher ist in seiner ersten Saison am Niederrhein hochgeschätzt. In allen neun Ligaspielen mit dabei, traf einmal selbst und legte zwei Tore vor. Wie Vogts einer, der mit seiner Einstellung punktet
HANS KLINKHAMMER: Der linke Verteidiger spielte von 1972 bis 1980 am Bökelberg und war für seine Härte berüchtigt. Kam in der letzten Meistersaison 29 Mal zum Einsatz, blieb aber ohne eigenen Treffer. Dafür waren damals andere zuständig
OSCAR WENDT: Spielerisch ist der Schwede Klinkhammer deutlich überlegen. Und auch bezüglich der eigenen Treffer hat er Vorteile, am Sonntag erzielte er gegen Frankfurt sein erstes Saisontor. Seit 2011 in Mönchengladbach, auf der Linksverteidigerposition ist der 34-Jährige inzwischen eine Institution
MITTELFELD - ULI STIELIKE: War der Sechser und manchmal auch Libero der Meister 1977. Eine tragende Säule, die noch in jenem Sommer nach dem dritten Titelgewinn mit der Borussia zu Real Madrid wechselte und bis 1985 dort Stammspieler war. Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982. Von 1998 bis 2000 Co-Trainer des DFB-Teams, heute bei Tianjin Teda in China tätig
DENIS ZAKARIA: Der Antreiber im defensiven Mittelfeld hat sich in dieser Spielzeit gewaltig in den Vordergrund und auf die Zettel der europäischen Topklubs gespielt, nicht zuletzt wegen seiner beiden Treffer. Bringt seine starke Physis in seinem dritten Gladbacher Jahr nun beständig auf den Platz. Nicht unwahrscheinlich, dass er Stielikes Vorbild folgt und ab Sommer seine Karriere im Ausland fortsetzt
HERBERT WIMMER: Wurde von allen nur "Hacki" gerufen. Kam 1966 zur Borussia und blieb dort bis zum Ende seiner Profikarriere 1978. Ein Arbeiter, Dauerläufer auf der Achterposition, dazu ungemein torgefährlich, markierte 51 Tore und legte weitere 41 in seinen 366 Bundesligaspielen auf. Welt- und Europameister, UEFA-Cup-Sieger 1975 bei allen fünf Meistertiteln der Borussia dabei
FLORIAN NEUHAUS: Ist mit Wimmer schwer zu vergleichen. Technisch stark, mit reichlich Übersicht und durchaus auch Zug zum Tor gesegnet. Macht aber aus seinen Chancen noch zu wenig und derzeit auch eine kleinere Leistungsdelle durch. Bei konstanter Weiterentwicklung dennoch in absehbarer Zeit ein ernsthafter Nationalmannschaftskandidat
HANS-JÜRGEN WITTKAMP (r.): Geborener Gelsenkirchener, der 1971 vom FC Schalke 04 zur Borussia kam und im zentralen defensiven Mittelfeld zu Hause war. In der letzten Meistersaison mit fünf Toren in seinen 33 Einsätzen. Ein wichtiger Defensivstabilisator der oft so offensiv ausgerichteten Fohlenelf
CHRISTOPH KRAMER: Der Weltmeister von 2014 ist wieder wichtig in dieser Saison. Nachdem er zuletzt unter Dieter Hecking schlechte Karten hatte, kommt er unter Marco Rose wieder häufiger zum Einsatz und bringt seine strategischen Fähigkeiten ein. Als Führungsspieler nach wie vor  meinungsstark
RAINER BONHOF: War der Spiellenker der Borussia von 1977, wo er im Gegensatz zur Nationalmannschaft zentral spielen durfte. Spielerisch und abschlussstark, mit satten 60 Treffern und 18 Vorlagen in 319 Bundesligapartien für den VfL, mit dem der Welt- und Europameister vier Meistertitel holte, dazu Pokal und UEFA-Pokal. Später mit Valencia auch spanischer Cupsieger. Den folgenden dreijährigen Abstecher nach Köln haben die Borussen ihrem Vize-Präsidenten längst verziehen
LASZLO BENES: Der technisch beschlagene Slowake, 2016 aus Zilina gekommen, drohte am Niederrhein zum ewigen Talent zu verkommen. Erst seine Leihe zu Holstein Kiel im Vorjahr brachte ihn deutlich voran. Unter Rose in acht von neun Spielen dabei und mit drei Torvorlagen. Sein zweites Bundesligator ist nach den jüngsten Vorstellungen nur noch eine Frage der Zeit
HORST WOHLERS: Obwohl gelernter zentraler Mittelfeldspieler half Wohlers bei der Borussia auch auf den Außenbahnen aus. Antrittsschnell, trickreich, aber keiner, der sich um Dreckarbeit gedrückt hätte. War am Titelgewinn 1977 mit zwei Treffern in 27 Einsätzen beteiligt, wurde auch 1976 mit Gladbach Meister, dazu 1979 UEFA-Cup-Sieger, ehe er zu 1860 München und später nach Bielefeld wechselte
PATRICK HERRMANN: Borussias Stehaufmännchen. Immer wieder lange verletzt, dann fast abgegeben – und dann mit Leistungen, die ihn der Nationalmannschaft nahe bringen. In diesem Jahr hat der Außenstürmer auch schon wieder zwei Treffer und eine Vorlage aus sechs Partien zu Buche stehen. Effektiver als Wohlers damals, doch der Vergleich hinkt etwas, weil Herrmann deutlich offensiver zum Einsatz kommt
ANGRIFF - ALLAN SIMONSEN: Der schmächtige Däne kam 1972 von Vejle BK, sah aus, als könne er kein Wässerchen trüben und avancierte am Bökelberg zum kontinentalen Superstar. 1977, nach seiner dritten deutschen Meisterschaft und dem Einzug ins Landesmeister-Finale, wurde der Flügelstürmer zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Ging nach dem zweiten UEFA-Cup-Sieg 1979 zum FC Barcelona
LARS STINDL: Kommt als offensiver Freigeist mit überraschenden Laufwegen Simonsen aus der aktuellen Mannschaft gemeinsam mit Raffael wohl noch am nächsten. Ist nach langer Verletzungspause gleich wieder wichtig, mit dem Europa-League-Ausgleich in Rom und einer Torvorlage in der Liga. Der Kapitän dürfte im weiteren Saisonverlauf mehr Einsätze bekommen als Raffael, dessen Zeit im Borussia-Park sich langsam dem Ende zuneigt
HORST KÖPPEL: Der Schwabe fand über den VfB 1968 den Weg an den Niederrhein, wo er unter Trainer Hennes Weisweiler als Teil der legendären Fohlen-Elf zum Titelsammler avancierte: Trug bei allen fünf Meisterschaften das VfL-Trikot, dabei kehrte er zwischenzeitlich von 1971 bis 1973 zum VfB zurück. In Gladbachs letzte Meistersaison erzielte der flinke und technisch starke Stürmer in 22 Spiele drei Tore
BREEL EMBOLO: Flink und technisch beschlagen ist auch der Schweizer, noch dazu körperlich robust - und vor allem aktuell wieder fit. Nach einer von Verletzungen geprägten Zeit bei Schalke, wagte der 22-Jährige im Sommer einen Neustart. Mit drei Toren in den ersten neun Spielen hat er seinen Teil zum Gladbacher Höhenflug beigetragen - und er weiß wie man Titel holt: Mit Basel gewann er von 2014 bis 2016 drei Meisterschaften in Serie
JUPP HEYNCKES: Der gebürtige Gladbacher spielte - abgesehen von drei Jahren in Hannover - hauptsächlich für seine Borussia. In 407 Pflichtspielen traf der vielseitige Mittelstürmer 291 Mal, in seiner vorletzten Spielzeit wurde er 1977 zum vierten Mal Meister, erzielte in 20 Spiele 15 Tore, verletzungsgeplagt musste Heynckes ein Jahr darauf seine Karriere beenden - und startete eine  erfolgreiche Trainerlaufbahn
ALASSANE PLEA: Der Franzose wechselte vor einem Jahr vom OGC Nizza an den Niederrhein, erzielte in seiner ersten Saison in 34 Spielen zwölf Tore - nicht ganz die Trefferquote eines Jupp Heynckes. Aber mit aktuell vier Saisontoren ist er zusammen mit Marcus Thuram bester Gladbacher Schütze
KARL DEL'HAYE: Der nur 1,65 große "Kalle" Del'Haye wechselte 1974 aus seiner Geburtsstadt Aachen nach Gladbach, spielte sich als Rechtsaußen in die Herzen der Fans, die ihm seinen Wechsel zu den Bayern 1980 allerdings übel nahmen. Dort floppte der erste Millionen-Transfer (1,265 Mio. Mark) der Bundesliga-Geschichte allerdings
MARCUS THURAM: In Sachen Ablösesumme hat der Sohn von Frankreichs Weltmeister Lilian Thuram Del'Haye mehrfach in den Schatten gestellt. Der 22-Jährige kam vor der Saison für 9 Millionen Euro aus Guingamp. In seinen ersten neun Spielen traf er bereits vier Mal
UDO LATTEK: Übernahm 1975 Weisweilers legendäre Fohlenelf und führte sie zu zwei Meisterschaften in Folge. 1977 scheiterte er mit seinem Team im Europapokal der Landesmeister erst im Finale am FC Liverpool. Mit insgesamt acht Meistertiteln ist Lattek bis heute der erfolgreichste Vereinstrainer im deutschen Fußball
MARCO ROSE: Davon ist der gebürtige Leipziger noch ein gutes Stück entfernt. Kam im Sommer aber immerhin mit der Empfehlung von zwei Meistertiteln in Österreich mit Red Bull Salzburg. Das Engagement in Gladbach ist für den 43-Jährigen die erste Trainerstation im deutschen Profifußball
Borussia Mönchengladbach: Die Meister von 1977 vs Hoffnungsträger von heute
Borussia Mönchengladbach führt auch nach dem 9. Spieltag die Tabelle der Bundesliga an. Am Niederrhein werden zumindest zarte Erinnerungen an die letzte Meistermannschaft wach
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