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Champions League: FC Bayern vs. Paris Saint-Germain im SPORT1-Check

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Alt gegen Neu, Tradition gegen Moderne, Vernunft gegen Wahnsinn - der Champions-League-Kracher Bayern gegen PSG (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) ist auch ein Kampf zweier völlig unterschiedlicher Fußball-Kulturen...
wenngleich sich die Topspieler beider Vereine (hier PSG-Keeper Kevin Trapp mit Model-Freundin Izabel Goulart) in Sachen Star-Faktor nicht viel schenken. SPORT1 macht den großen Check und vergleicht die beiden Topklubs vor dem Rückspiel in München
ERFOLGE: Den Unterschied zwischen beiden Vereinen sieht man vor allem beim Blick auf die Erfolge. Der erst 1970 gegründete Paris Saint-Germain FC hat elfmal den französischen Pokal und sechsmal die Meisterschaft gewonnen, davon viermal in den vergangenen fünf Jahren. International allerdings gewann PSG bisher erst zwei Titel - 1996 und 1997 den Europapokal der Pokalsieger
Der 1900 gegründete FC Bayern dagegen hat 27-mal die Meisterschaft, 18-mal den DFB-Pokal sowie international den UEFA-Cup (1996), den Europapokal der Pokalsieger (1967), dreimal den Weltpokal (1976, 2001 und 2013) und fünfmal den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions League (1974, 1975, 1976, 2001, 2013) gewonnen
"Dort der neureiche Verein, wir sind eher der altreiche Verein", sagt Karl-Heinz Rummenigge, der den höheren Druck deshalb bei den Franzosen sieht: "Klubs wie der FC Bayern können die Champions League gewinnen - Paris muss sie gewinnen. Gewinnt PSG nicht, hat der Verein sein Ziel verfehlt"
Der Henkelpott ist auch das erklärte Ziel der katarischen Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI) mit Scheich Hasan Al-Khelaifi an der Spitze, die 2011 für 130 Millionen Euro rund 70 Prozent an PSG übernahm. Doch trotz Millioneninvestitionen erreichte das Team seitdem maximal das Viertelfinale der Champions League. Letztes Jahr schied Paris nach dem unfassbaren 1:6 im Achtelfinale gegen Barca aus
GELD: Der Weltrekord-Transfer von Neymar für 222 Millionen Euro war der letzte Beweis, dass Geld für Al-Khelaifi und Co. keine Rolle spielt - nur Titel zählen. Daher wurde in den vergangenen Jahren ein Team aus Superstars zusammengekauft
Seit der Übernahme haben die Investoren rund 1,12 Milliarden (!) Euro für neue Spieler ausgegeben. Allein das Sturmtrio Mbappe, Cavani und Neymar kostete 466 Millionen Euro an Ablöse
Das Transferminus in den vergangenen fünf Jahren beträgt ca. 634 Millionen Euro. Und dabei sind die 180 Millionen Euro Ablöse für Mbappe noch gar nicht eingerechnet, da sie erst im nächsten Jahr bezahlt werden müssen
Beim FC Bayern waren es bei Gesamtausgaben von rund 500 Millionen "nur" 208,5 Millionen Euro Transfer-Minus. Ebenso deutlich weniger Geld haben die Münchner für ihren aktuellen Kader ausgegeben: 359,5 Millionen Euro im Vergleich zu satten 804,9 Millionen Euro der Pariser
PHILOSOPHIE: Kein Wunder, dass die Münchner in den vergangenen Wochen vermehrt auf ihre gesunden Finanzen mit einem Eigenkapital von stolzen 424 Millionen Euro hingewiesen haben. "Die kaufmännisch seriöse Politik ist die DNA des FC Bayern. Wir bleiben bei unserem Weg und werden uns hierbei nicht treiben lassen", erklärte Rummenigge
Uli Hoeneß sieht seinen Verein langfristig sogar im Vorteil. "Es wird der Zeitpunkt kommen, wo alle, die jetzt so viel Geld rausdonnern, kleinere Brötchen backen werden, weil der sportliche Erfolg sich nicht so einstellt, wie es sich die Geldgeber vorgestellt haben", prophezeite der FCB-Präsident im "kicker"
"Die Geldgeber werden sagen: Jetzt haben wir so viel Geld reingesteckt und erreichen nicht, was wir erreichen wollen, jetzt haben wir die Schnauze voll! Und dann ist unsere Zeit da", sagte Hoeneß. Bleibt der Triumph in der Champions League weiter aus, prophezeien Experten einen Rückzug der Katarer bei PSG nach der Heim-WM 2022
DIE MANNSCHAFTEN: Beim aktuellen Marktwert haben die Münchner übrigens trotz Neymar und Mbappe mit einem Gesamtwert von rund 580 Millionen Euro gegenüber 520 Millionen Euro bei PSG die Nase vorn. Allerdings gab PSG für seinen aktuellen Kader 804,9 Millionen Euro aus - Bayern nur 359,5. Ein Milliardenspiel mit ungleichen Vorzeichen
Dabei haben die Gastgeber auch auf der Ersatzbank enormes Potenzial, wo neben den Deutschen Kevin Trapp und womöglich Julian Draxler noch Hochkaräter wie die Argentinier Angel Di Maria und Javier Pastore sitzen werden
Trotzdem gehen die Meinungen bei Bayern auseinander, ob man den Erfolg kaufen kann. "Geld schießt keine Tore, sondern Qualität auf dem Platz", meinte Arjen Robben (l.). Dagegen sagte Mats Hummels (r.): "Geld schießt keine Tore, aber Geld kauft Spieler, die Tore schießen"
Am Abend zählt für den Abwehrchef aber nicht mehr die Diskussion ums Geld, sondern der sportliche Vergleich. "Sportlich ist es unheimlich attraktiv für die Fans beider Vereine und die neutralen Zuschauer, aber auch uns Spieler", sagte Hummels. "Ich freue mich auf die sportliche Herausforderung"
SCHWÄCHEN: Die Generalprobe für das Rückspiel in der Champions-League-Gruppenphase beim FC Bayern hat PSG völlig verpatzt. Das Starensemble verlor mit Draxler in der Startelf bei Aufsteiger Racing Straßburg mit 1:2 und kassierte die erste Niederlage der Saison
Auch der Elfmeterzoff zwischen Neymar und Cavani sorgt für andauernde Schlagzeilen, weil es laut französischen Medienberichten insgesamt in der Mannschaft nicht stimmen soll. Die etablierten Stars sollen neidisch auf die Bevorzugung und das Mega-Gehalt des Brasilianers blicken - rund drei Millionen pro Monat plus geschätzte 20 Millionen Prämien im Jahr
Die mannschaftliche Geschlossenheit sieht Rummenigge daher als Vorteil für den FC Bayern. "Natürlich ist das eine Offensive mit Weltklassespielern, die gilt es zu kontrollieren. Aber wir haben mehr Erfahrung. Das gilt es auszuspielen", sagte er
Heynckes bließ in dasselbe Horn: "Eine Mannschaft, die die Champions League gewinnen will, muss gute Spieler haben, diese Spieler müssen sich aber untereinander verstehen, es muss Homogenität da sein, Respekt im Umgang, kein Neid. Teamwork, Teamgeist, darum geht es"
"Seien wir realistisch: Es geht nicht um den Gruppensieg, es geht ums Prestige. Wir wollen zeigen, dass Bayern nicht nur eine große Historie hat: Wir wollen zeigen, dass wir uns auf Augenhöhe mit einer Mannschaft befinden, die im letzten Jahr 500 Millionen Euro investiert hat", gab Heynckes die Richtung vor
Champions League: FC Bayern vs. Paris Saint-Germain im SPORT1-Check
Alt gegen Neu, Tradition gegen Moderne, Vernunft gegen Wahnsinn - der Champions-League-Kracher Bayern gegen PSG (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) ist auch ein Kampf zweier völlig unterschiedlicher Fußball-Kulturen...
@SPORT1-Grafik: Getty Images/ Picture Alliance/ Eugen Zimmermann
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