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Coutinho, Lucio, Elber: Brasilianer beim FC Bayern München

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Der FC Bayern hat einen neuen Brasilianer! Philippe Coutinho wechselt vom FC Barcelona nach München. Der Deutsche Rekordmeister leiht den offensiven Mittelfeldspieler zunächst aus und hat nach einem Jahr eine Kaufoption
"Wir sind sehr glücklich, dass wir so einen namhaften Spieler bekommen. Er ist ein Weltstar. Ganz Deutschland kann sich freuen", sagte Trainer Niko Kovac am Samstag. Coutinho verhindert damit, dass zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren kein Brasilianer mehr in Bayerns Kader steht - denn Rafinha hatte den Klub im Sommer verlassen
Die meisten Brasilianer in München hatten Erfolg. Doch es gab auch Experimente, die missglückten. SPORT1 zeigt die lange "Samba"-Liste der Bayern -  wo reiht sich Coutinho ein?
BERNARDO: 1991 holt Manager Uli Hoeneß die ersten Brasilianer an die Säbener Straße. Doch das Experiment mit Bernardo Fernandes da Silva, kurz Bernardo, geht gründlich schief. Nach nur drei Monaten und vier Liga-Einsätzen gestehen sich beide Seiten das Missverständnis ein, Bernardo kehrt so schnell wie möglich zurück in seine Heimat
MAZINHO: Immerhin versucht FCB-Trainer Jupp Heynckes seinen Exoten schon kurz nach deren Ankunft die landesüblichen Gepflogenheiten beizubringen. Während Bernardo (rechts) schon recht bierselig drein blickt, wirkt Landsmann Waldemar Aureliano de Oliveira Filho, genannt Mazinho (links), in Lederhosen eher skeptisch
Dabei findet sich Mazinho sogar etwas besser als Kollege Bernardo in der bayerischen Landeshauptstadt zurecht. Sein Einstand könnte kaum besser laufen: Als Joker erzielt er am 3. Spieltag der Saison 91/92 den 1:0-Siegtreffer gegen Düsseldorf
Zum großen Liebling der Bayern-Fans wird der Stürmer aber nie. 1994 trennen sich die Wege wieder. In 56 Spielen reicht es für den Brasilianer für 16 Tore. Im Meisterjahr 1994 ist Mazinho größtenteils schon nur noch Bankdrücker, in der Rückserie wird er sogar nach Brasilien ausgeliehen
JORGINHO: Ein Jahr nach Bernardo und Mazinho schließt sich Jorginho (2.v.l.) den Bayern an. Der Verteidiger sammelt zuvor bereits drei Jahre Deutschland-Erfahrung bei Bayer Leverkusen. Das zahlt sich aus: Jorginho hat weniger Anlaufprobleme, wird zum wichtigen Bestandteil der Meistermannschaft von 1994. Ein Jahr später verabschiedet er sich trotzdem in Richtung Japan
GIOVANE ELBER: Der erste Brasilianer, der so richtig einschlägt beim FC Bayern, ist dieser lebensfrohe Herr. Giovane Elber wirbelt von 1997 bis 2003 sechs Jahre lang im Münchner Sturm, erzielt in 266 Spielen 140 Tore - und ist damit bis heute der Rekord-Brasilianer der Bayern
Auch Elbers Entwicklung schauen sich die Bayern zuerst bei einem Liga-Konkurrenten an. Nachdem sich der Brasilianer als Bestandteil des "magischen Dreiecks" in drei Jahren beim VfB Stuttgart in den Kreis der Elitestürmer der Bundesliga geschossen hatte, schnappen die Münchner zu
Eine seiner legendärsten Szenen ist der Teppich-Torjubel im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg 1998. Nach seinem Tor zum 2:0 wickelt sich Elber in ein Bayern-Logo am Spielfeldrand ein. Insgesamt wird der Vollblut-Stürmer vier Mal Meister mit den Bayern, holt vier Pokalsiege und gewinnt 2001 die Champions League
Elber bleibt dem Klub bis heute verbunden. Von 2007 bis 2010 unterstützt er die Scouting-Abteilung der Bayern. Seit 2017 fungiert er als internationaler Klub-Repräsentant und begleitet den FCB u.a. auf seine Asien-und USA-Reisen in der Sommerpause
PAULO SERGIO: Anfang der 2000er Jahre schaffen immer mehr Brasilianer den Durchbruch bei den Bayern. Neben Elber sorgt auch Paulo Sergio (links) zwischen 1999 und 2002 für jede Menge Offensiv-Power, die letztlich den CL-Sieg 2001 einbringt
Wie schon Jorginho gewöhnt sich auch Sergio in Leverkusen (1993-1997) an die Bundesliga, steigt bei Bayer schnell zum Leistungsträger auf. Danach zieht es den Brasilianer für zwei Spielzeiten zur AS Rom, bevor am Ende der Karriere der FCB ruft. 125 Mal trägt er das Münchner Trikot und erzielt 34 Treffer
ZÉ ROBERTO: 2002 geben sich Sergio und Zé Roberto die Klinke in die Hand. Der Stürmer verabschiedet sich in die arabische Wüste, sein Landsmann kommt fürs defensive Mittelfeld aus - wie könnte es anders sein - Leverkusen nach München
Und Dauerläufer "Zé" wird in Windeseile zur tragenden Säule im Spiel der Bayern. 2003, 2005 und 2006 holt er das Double. Danach trennen sich die Wege - aber nur vorerst
Lang hält es der FCB nicht ohne Zé Roberto aus. Nur ein Jahr später folgt die Rückhol-Aktion. Erst 2009 ist für den Vize-Weltmeister von 1998 nach insgesamt 248 Spielen endgültig Schluss an der Säbener Straße
BRENO: In seiner zweiten Episode bei den Bayern nimmt Routinier Zé Roberto seinen jungen Landsmann Breno (rechts) unter seine Fittiche. Doch die Unterstützung aus der Heimat hilft nicht viel: Breno wird zu einer der tragischsten Figuren der Vereinsgeschichte
Der Verteidiger, der 2008 als hochgelobtes Talent direkt vom FC Sao Paolo nach München kommt, findet sich beim Rekordmeister nie zurecht. 2010 wird er zum 1. FC Nürnberg verliehen, deutet in sieben Ligaspielen kurz seine Klasse an, zieht sich dann aber einen Kreuzbandriss zu
Daraufhin fällt er in ein tiefes Loch, nimmt regelmäßig Schlaf- und Schmerzmittel. Im September 2011 setzt er seine Villa in Grünwald in Brand, muss wegen schwerer Brandstiftung drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Im Dezember 2014 kommt er vorzeitig wieder auf freien Fuß und kehrt umgehend nach Sao Paolo zurück
Dort kommt er wieder bei seinem Heimatklub unter, knüpft aber nicht mehr an seine vielversprechenden Leistungen aus seiner Teenager-Zeit. Brenos Fußballer-Karriere ist dennoch noch nicht beendet: Aktuell läuft er für Sao Paolos Liga-Konkurrent Vasco da Gama auf
LUCIO: Den klassischen Weg über Leverkusen nach München geht auch dieser Abwehr-Gigant. Lucio schließt sich 2004 nach drei Jahren bei Bayer dem Rekordmeister an und beweist, dass Brasilianer nicht nur Offensivkünstler sein müssen
Zusammen mit Torwart-Titan Oliver Kahn (links) hält Lucio den Laden dicht. Die Titel-Ausbeute des Brasilianers: Drei Meistertitel und drei Pokalsiege. 2009 schieben die Bayern Lucio trotz seiner Verdienste zu Inter Mailand ab
Und der Innenverteidiger zahlt es seinem Ex-Klub gleich im folgenden Jahr heim. Im Champions-League-Finale von Madrid gibt es für die Bayern-Stürmer kein Vorbeikommen am zweikampfstarken Brasilianer. Inter gewinnt 2:0
LUIZ GUSTAVO: Von 2011 bis 2013 räumt Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld der Bayern auf. Seine Bundesliga-Reife stellt der Südamerikaner zuvor bereits in Hoffenheim unter Beweis. Mit dem giftigen Brasilianer auf der Sechs holen die Münchner 2013 das Triple
Legendär ist Gustavos kurze Zündschnur: In 100 Spielen für die Bayern holt sich der Heißsporn 20 Verwarnungen ab. Beim VfL Wolfsburg, seiner letzten Station in der Bundesliga, sind es sogar 41 Gelbe und vier Gelb-Rote Karten in 142 Spielen. Aktuell läuft Gustavo für Olympique Marseille auf
DANTE: Mehr Gute-Laune-Bär als Heißsporn ist Dante Bonfim Costa Santos, kurz Dante. Der torgefährliche Innenverteidiger spielt sich bei Borussia Mönchengladbach in den Fokus der Bayern. 2012 schnappen die Münchner zu. Dante ist in der Folge in der Abwehrzentrale gesetzt...
...und holt gleich in seiner ersten Saison das Triple. Legendär ist seine Video-Grußbotschaft mit schiefem Jubelgesang an die Mannschaftskollegen vor dem DFB-Pokalfinale, das er wegen einer Abstellung zur brasilianischen Nationalmannschaft verpasst
Nach der Triple-Saison bekommt Dante zunehmend weniger Einsatzzeit beim Rekordmeister. 2015 schließt er sich - wie Gustavo - dem VfL Wolfsburg an
DOUGLAS COSTA: Der letzte Samba-Einkauf der Münchner ist Flügelflitzer Douglas Costa. Der Brasilianer kommt 2015 als designierter Nachfolger für "Robbery" aus Donezk an die Isar. Doch Costa wird seinen Vorschusslorbeeren nicht recht gerecht
2017 geben ihn die Bayern nach 77 Spielen und 14 Toren an Juventus Turin ab - immerhin für die Rekordtransfersumme von 46 Millionen Euro
RAFINHA: Der Außenverteidiger kommt 2011 für 5,5 Millionen Euro vom FC Genua nach München. Zuvor hatte der Brasilianer bei Schalke 04 seine Bundesliga-Tauglichkeit jahrelang unter Beweis gestellt. Rafinha ist zwar in München keiner der Stars, aber immer ein wichtiger Teil der Rotation
Im Sommer 2019 verlässt er nach sieben Jahren die Bayern. Eine Zeit, die von zahlreichen Erfolgen gekrönt ist. Sechs Mal Deutscher Meister, drei Mal Pokalsieger, dazu der Champions-League-Titel und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft im legendären Triple-Jahr 2013 - Rafinhas Titel-Sammlung kann sich sehen lassen
PHILIPPE COUTINHO: Nun also Coutinho. Der Mittelfeldspieler hat die Qualitäten, um Bayern ein weiteres erfolgreiches Brasilien-Kapitel zu bescheren. Dann könnte es sogar eine langfristige Beziehung werden...
Coutinho, Lucio, Elber: Brasilianer beim FC Bayern München
Der FC Bayern hat einen neuen Brasilianer! Philippe Coutinho wechselt vom FC Barcelona nach München. Der Deutsche Rekordmeister leiht den offensiven Mittelfeldspieler zunächst aus und hat nach einem Jahr eine Kaufoption
@Getty Images
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