Galerien>

Das Leben des Bernie Ecclestone in Bildern

1 / 28
Er ist eigentlich nicht wegzudenken aus dem großen Rennzirkus: Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt Bernie Ecclestone die Formel 1. Nun ist die Ära beendet. Der 86-jährige Zampano wird als Formel-1-Geschäftsführer abgesetzt. SPORT1 blickt auf die Karriere des Bernie Ecclestone zurück
Vom Sohn eines armen Heringsfischers zum Milliardär. Ecclestone, Jahrgang 1930, ist den Weg aus der englischen Provinz hin zu einem der bedeutendsten Sportmogule der Welt gegangen
Schon früh entdeckt Ecclestone seine Begeisterung für den Motorsport. Neben seiner Leidenschaft für Motorräder, die bis heute andauert, setzt er sich auch…
… in den Rennwagen der 1950er selbst hinter das Steuer. Unter anderem in der Formel 3 geht Ecclestone an den Start, hier 1951 in Brands Hatch. Auch an zwei Qualifyings der Formel 1 nimmt er 1958 teil. Für einen Rennstart reicht es bei ihm dort jedoch nicht. Wenig später beendet er seine Piloten-Laufbahn und wechselt die Seiten: Ecclestone wird Manager
Über einen gemeinsamen Freund wird Ecclestone Manager des Österreichers Jochen Rindt (im Foto vorne) und Mitbesitzer von Rindts Formel-2-Rennstall
Und Ecclestone geht früh neue Wege in Sachen Marketing und Werbung. Rindts Helm verpasst er den Schriftzug "Platz zu vermieten". Eine Idee, die später auch andere Teams aufgreifen. 1970 stirbt Rindt bei einem Rennunfall in Monza. Ecclestone macht dennoch weiter
Aus seiner Manager-Tätigkeit hat sich Ecclestone eine beträchtliche Summe erarbeitet. 1971 übernimmt er für 100.000 Dollar den Brabham-Rennstall. 1981 und 1983 holt sein Team den Formel-1-Titel. 1987 verkauft er Brabham für 5 Millionen Dollar an einen Schweizer Geschäftsmann
Ecclestone lockt unter anderem den damaligen Topfahrer Niki Lauda zu Brabham. Auch nach dessen Zeit als Fahrer verstehen sich beide offenbar gut
Parallel zu seiner Tätigkeit als Teamchef ist Ecclestone (r.) 1974 Gründungsmitglied der FOCA. Ab 1978 ist er ihr Vorsitzender. Die Vereinigung handelt die TV-Verträge für die Formel 1 aus und verteilt die Einnahmen
Mit Rekordweltmeister Michael Schumacher (hier mit Frau Corinna) verbindet Ecclestone schon in den 90ern ein gutes Verhältnis
Zur Feier von Schumachers 100. Formel-1-Rennen zeigt sich der sonst so pragmatische Brite von seiner humorvollen Seite
Ein bisschen Spaß (hier mit Sänger Roberto Blanco) muss auch bei Ecclestone sein, doch...
... bei der Durchsetzung eigener Interessen ist beim Engländer Schluss mit lustig. Hinter den Kulissen sichert er seine Vormachtstellung in der Formel 1 ab: 1997 legt das "Concorde-Abkommen" fest, dass Ecclestone für zehn weitere Jahre gegen eine Zahlung an die FIA die TV-Verträge zu seinen Konditionen aushandelt. Unter anderem McLaren und Williams sträuben sich zunächst. Nachdem die Teams danach allerdings finanzielle Einbußen einstecken müssen, knicken sie ein Jahr später ein und stimmen doch zu
Trotz eines dreifachen Bypasses arbeitet Ecclestone weiter an der Internationalisierung der Marke Formel 1.  Für 2004 wird der erste GP von Bahrain vereinbart. Auch danach erhöht Ecclestone den Anteil an nicht-europäischen Strecken kontinuierlich
Doch Ecclestone eckt zunehmend an. 2005 etwa verkündet er: "Ich habe eine großartige Idee: Frauen sollten Weiß tragen, so wie die ganzen anderen Haushaltsgeräte." Die Eigenschaften, die Ecclestone bei einer Frau als Fahrerin in der Formel 1 begrüßen würde: "Sie müsste eine Frau sein, die die Jungs wegbläst. Es wäre toll, das richtige Mädchen zu finden, vielleicht ein schwarzes Mädchen, das super aussieht. Am besten jüdisch oder muslimisch, und spanischsprachig."
Ecclestone selbst ist insgesamt dreimal verheiratet. Zunächst ab 1952 mit Ivy Bamford. Sie bringt Ecclestones erste Tochter Deborah zur Welt. 1985 heiratet er dann das kroatische Armani-Model Slavica (Foto), mit der er zwei weitere Töchter hat
Und zwar Tamara (l.) und Petra. Beide versuchen sich in der Modebranche. Petra als Designerin, ...
...Tamara (M.) als Model. Sie arbeitet zudem als TV-Moderatorin
Nach der Scheidung von Slavica im Jahr 2009 heiratet Ecclestone 2012 die Brasilianerin Fabiana Flosi. Sie gehörte zum Organisationsteam des Brasilien-GP
Auch abseits der Strecke und des Traualtars ist Ecclestone weiterhin aktiv: Gemeinsam mit Flavio Briatore übernimmt er 2007 den Fußballklub Queens Park Rangers. Nach vier Jahren und sechs Trainern ist das Intermezzo allerdings beendet
Zeitgleich fährt in der Formel 1 Sebastian Vettel allen davon. Ecclestone ist sich dennoch sicher, dass der Heppenheimer nie an Michael Schumacher heranreichen wird: "Michael hat Ferrari geführt. Ich glaube nicht, dass Sebastian in dieser Position sein wird."
Doch Ecclestone hat auf einmal ohnehin genügend eigene Sorgen: Im Prozess wegen Korruption gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky wirft der Oberstaatsanwalt Ecclestone vor, Gribkowsky 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben, um einen Verkauf der BayernLB-Anteile an der Formel-1-Holding zu erreichen. Ecclestone bestreitet das allerdings unter Eid
Dennoch kommt es 2014 vor dem Landgericht München I wegen Bestechung und Anstiftung zu Untreue in besonders schwerem Fall zum Prozess. Gegen eine Zahlung von 100 Millionen Dollar wird das Verfahren schließlich eingestellt
So bleibt Ecclestone weiterhin der große Zampano der Formel 1. Aber wie lange noch? Bei einer Schalte zum Camp Beckenbauer im Oktober 2015 kündigt er einen neuen Besitzer für die Formel 1 noch im selben Jahr an. Welche Rolle er selbst dabei spielen wird, ist offen. Das Ende einer Ära scheint damit aber noch nicht besiegelt zu sein
Denn er mischt sich auch weiterhin aktiv in die Geschäfte der Königsklasse ein. Eines seiner vielen Projekte: Er will einen neuen Billigmotor einführen und so die Vormachtstellung der beiden Top-Teams Mercedes und Ferrari brechen. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (r.) findet diese Idee logischerweise nicht so toll
Am 23. Januar 2017 ist es dann doch vorbei mit Ecclestones Ideen. Auf Druck des designierten neuen Eigners Liberty Media muss der Brite seinen Platz räumen
Nach Aussage von Ecclestone übernimmt nun der Amerikaner Chase Carey (r.) die Geschäfte. Der 62-Jährige würde damit in einer Doppelfunktion Präsident und Geschäftsführer der neuen Formel-1-Gesellschaft, die der künftige Eigner Liberty Media gegründet hat
Die neuen Eigner setzen wohl neben dem Vorsitzenden Carey nun auf Star-Ingenieur Ross Brawn und den früheren ESPN-Chef Sean Bratches. Brawn soll sich um die sportlichen Belange der Serie kümmern und den Amerikanern wichtiges Know-How vermitteln. Marketing-Experte Bratches, geboren in Berlin, soll sich der kommerziellen Seite widmen
Das Leben des Bernie Ecclestone in Bildern
Er ist eigentlich nicht wegzudenken aus dem großen Rennzirkus: Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt Bernie Ecclestone die Formel 1. Nun ist die Ära beendet. Der 86-jährige Zampano wird als Formel-1-Geschäftsführer abgesetzt. SPORT1 blickt auf die Karriere des Bernie Ecclestone zurück
@Getty Images
AUCH INTERESSANT