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Die Kapitäne der deutschen Nationalmannschaft

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Joshua Kimmich gilt als ganz heißer Kandidat, wenn es um die Nachfolge von Manuel Neuer als Kapitän der Nationalmannschaft geht. Der 24-Jährige vom FC Bayern hat sich längst zum Wortführer im DFB-Team aufgeschwungen
In seinem 45. Länderspiel war es dann soweit. Kimmich durfte Deutschland in Abwesenheit von Neuer erstmals als Kapitän auf das Feld führen
Kimmich hat zahlreiche prominente Vorgänger. SPORT1 blickt auf die wichtigsten Spielführer der Nationalmannschaft zurück: Welche Rolle haben die früheren deutschen Kapitäne bei den großen Turnieren gespielt, wie haben Sie ihre Position interpretiert und zu den Erfolgen des DFB-Teams beigetragen?
Lang, lang ist's her: Fritz Szepan (l.) war der erste DFB-Kapitän bei einer WM-Endrunde, 1934 und auch 1938. Der Angreifer aus Schalke, ein gebürtiger Gelsenkirchener, erreichte mit seiner Mannschaft 1934 den dritten Platz
Fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg darf die deutsche Mannschaft 1951 wieder aktiv werden, Fritz Walter (l.) wird ihr Kapitän und führte sie 1954 zum ersten WM-Titel. Später wurde er der erste Ehrenspielführer des DFB
Hans Schäfer (l.) war schon beim "Wunder von Bern" dabei und übernahm 1957 erstmals die Kapitänsbinde - die er auch bei den WM-Turnieren 1958 und 1962 trug
Uwe Seeler war bei den Weltmeisterschaften 1966 und 1970 der Kopf des DFB-Teams. Er unterlag mit Deutschland 1966 im Finale von Wembley. Seeler wurde später zum zweiten Ehrenspielführer
Nach einem kurzen Zwischenspiel von Wolfgang Overath trug Franz Beckenbauer 1971 erstmals die Binde: Er führte Deutschland zum EM-Titel 1972 und 1974 zum WM-Gewinn im eigenen Land, wird ebenfalls Ehrenspielführer
1977 erbte Berti Vogts das Kapitänsamt von Beckenbauer - und gab als Schlagmann der Nationalmannschaft eine unglückliche Figur ab. Bereits in der Zwischenrunde der WM 1978 war nach dem 2:3 gegen Österreich Schluss, Vogts unterlief dabei ein Eigentor
Bernard Dietz (l.) wurde vom 20. Dezember 1979 bis 1. April 1981 die Ehre zuteil, Spielführer der Nationalmannschaft zu sein - aber nicht während einer WM-Endrunde. Dafür nahm "Enatz" 1980 den EM-Pokal in Rom in Empfang
Mit dem späteren Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge an der Spitze erreichte die DFB-Elf bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 zwei Mal das Finale. Deutschland unterlag dort 1982 Italien und 1986 Argentinien
Mit 75 Spielen als Kapitän zwischen 1987 und 1999 ist Lothar Matthäus der Rekordhalter und darf sich ebenfalls DFB-Ehrenspielführer nennen. 1990 war ein überragender Matthäus entscheidender Mann beim WM-Titelgewinn in Rom
1995 machte eine schwere Verletzung Matthäus' das DFB-Team führungslos, Jürgen Klinsmann übernahm - und blieb es auch, sein Intimfeind Matthäus wurde zwischenzeitlich von Bundestrainer Berti Vogts ausgebootet. Klinsmann führte Deutschland zum EM-Titel 1996 und zur WM 1998
Zwischen 1998 und 2001 wurde Oliver Bierhoff, Finaltorschütze der EM 1996 zum Kapitän. Kein glücklicher Zeitpunkt: In seine Amtszeit fiel das ruhmlose EM-Vorrundenaus 2000 unter Erich Ribbeck
Oliver Kahn erlebte als Kapitän eine Achterbahnfahrt: Er spielte 2002 als Kapitän eine sensationelle WM, die ihn erneut zum Welttorhüter machte - trotz des Patzers im Finale gegen Brasilien. Bei der EM 2004 dann das nächste bittere Vorrunden-Aus - und danach die Absetzung Kahns durch den neuen Bundestrainer Klinsmann
Klinsmann wollte, dass ein Feldspieler sein Team zur WM 2006 im eigenen Land führte - ein Fall für Michael Ballack, der in diese Rolle hineinwuchs und als "Capitano" der Sommermärchen-Mannschaft zur Legende wurde
Mit 55 Spielen bestritt Ballack letztendlich die zweitmeisten als Kapitän hinter Matthäus
Dieses Foul von Kevin-Prince Boateng kurz vor dem WM 2010 beendete die Regentschaft des "Capitanos": Ballack verpasste das Turnier
Philipp Lahm übernahm in Südafrika die Kapitänsbinde und erklärte in einem Aufsehen erregenden Interview, dass er sie auch nicht wieder hergeben wolle. Tatsächlich beließ Bundestrainer Joachim Löw ihn im Amt und nominierte Ballack nicht mehr - eine Menge böses Blut war die Folge. Mit Lahm wurde Deutschland aber 2014 Weltmeister
Bastian Schweinsteiger - ohnehin schon "emotionaler Leader" bei der WM 2014, erbte die Binde, konnte sich bei der EM 2016 aber nicht den Traum erfüllen, sein Land auch offiziell zu einem Titel zu führen
Der Übergang von Schweinsteiger zu Neuer war fließend: Der Bayern-Keeper vertrat seinen Vorgänger ohnehin öfters, auch schon bei der EM 2016. "Seine" WM 2018 in Russland wurde aber zum Desaster für den deutschen Fußball
Die Kapitäne der deutschen Nationalmannschaft
Joshua Kimmich gilt als ganz heißer Kandidat, wenn es um die Nachfolge von Manuel Neuer als Kapitän der Nationalmannschaft geht. Der 24-Jährige vom FC Bayern hat sich längst zum Wortführer im DFB-Team aufgeschwungen
@Getty Images
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