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Die Karriere von Angelique Kerber

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Mit ihrem Aus in der ersten Runde der US Open 2019 hat Angelique Kerber einen neuen Tiefpunkt in ihrer Karriere erreicht. Sie verliert in drei Sätzen (5:7, 6:0, 4:6) gegen die Französin Kristina Mladenovic
Kerber setzt damit ihr Seuchenjahr 2019 fort. Bereits beim prestigeträchtigen Turnier in Wimbledon im Juli ist nach der zweiten Runde Schluss. Seitdem hat sie kein Spiel mehr gewonnen
Nach drei Grand-Slam-Titeln befindet sich Kerber auf dem absteigenden Ast. SPORT1 blickt auf ihre Karriere zurück
Seit 2003 ist Angelique Kerber Tennis-Profi. Bis 2011 verläuft ihre Karriere eher schleppend, ganz große Erfolge bleiben in jungen Jahren aus. Kerber besitzt nicht die Spielanlagen, um ihre Sportart zu dominieren. 2011 denkt sie sogar an Rücktritt, dann gelingt ihr dennoch der Durchbruch: Bei den US Open zieht sie ins Halbfinale ein
In den darauffolgenden Jahren kämpft sich Kerber in der Weltrangliste immer weiter nach vorne. Im Mai 2012 stößt sie erstmals in die Top Ten vor. Ihren ersten WTA-Titel heimst die Blondine im Februar desselben Jahres in Paris ein. Größere Erfolge als das Wimbledon-Halbfinale 2013 bleiben aber bis Ende 2015 aus
2016 ändert sich dann alles: Kerber spielt ein absolutes Traumjahr. Das Tennis-Märchen der damals 28-Jährigen beginnt mit ihrem sensationellen Triumph bei den Australian Open. Im Finale von Melbourne schlägt die Linkshänderin Serena Williams in drei Sätzen. Einziger Tiefpunkt: die Erstrundenniederlage in Roland Garros
Am 12. September übernimmt Kerber als erste Deutsche nach Graf die Führung in der Weltrangliste. Sie krönt ihr beinahe perfektes Jahr mit dem Triumph bei den US Open. Sie schlägt Karolina Pliskova im Finale mit 6:3, 4:6, 6:4
Doch mit dem Beginn des Jahres 2017 ist die Herrlichkeit vorbei. Als Titelverteidigerin scheitert Kerber bei den Australian Open im Achtelfinale an Coco Vandeweghe. Sie erreicht in der gesamten Saison nur ein Finale, der Sturz von Weltranglistenposition eins erfolgt kurz nach Melbourne. Zwar kehrt sie wegen Williams' Babypause zwischenzeitlich auf den Platz an der Sonne zurück, doch nach Wimbledon nimmt ihr Karolina Pliskova diesen ab
Im All England Lawn Tennis and Croquet Club in Wimbledon ist im Achtelfinale Endstation. Bei den French Open zuvor bereits in der Auftaktrunde - genauso wie bei den US Open 2017. Die Japanerin Naomi Osaka ist Nutznießerin der katastrophalen Verfassung Kerbers. Die Deutsche beendet ihr Horrorjahr als 21. der Weltrangliste
Daraufhin zieht sie die Konsequenzen. Sie trennt sich von ihrem jahrelangen Trainer Torben Beltz. Danach "hat eine andere Stimme zu mir gesprochen, das tat mal gut nach der langen Zusammenarbeit mit Torben Beltz", begründet Kerber ihre Entscheidung
Beltz' Job übernimmt Wim Fissette. Der Belgier coachte vor Kerber Kim Clijsters, Sabine Lisicki, Simona Halep, Viktoria Asarenka, Sara Errani und Johanna Konta. Mit ihm geht es für Kerber sofort wieder bergauf
Zu Beginn des Jahres 2018 erreicht Kerber an der Seite von Alexander Zverev das Finale des Hopman Cups. Zwar unterliegt das Duo der Schweiz im Endspiel, Kerber jedoch verliert kein einziges Einzel
Die Kielerin setzt ihre Siegesserie auch beim WTA-Turnier in Sydney fort. Dort ringt sie im Finale Ashleigh Barty nieder und beendet damit eine lange Durststrecke: Es ist Kerbers erster Titel seit den US Open 2016
Ihr Aufwärtstrend hält an. Kerber stößt beim ersten Grand Slam der Saison in Australien bis ins Halbfinale vor. Dort ist Simona Halep Endstation. Die 30-Jährige findet nach und nach zu ihrem Erfolgsrezept von 2016 zurück: Fehler vermeiden, kämpfen bis zur letzten Sekunde, keinen Ball verloren geben. Resultat sind zahlreiche Viertelfinalteilnahmen - die Konstanz ist zurück
Bei Kerbers Heim-Turnier in Stuttgart dann allerdings der Rückschlag: Eine Oberschenkelverletzung zwingt sie zur Aufgabe. Doch das bringt Kerber insgesamt nicht aus dem Konzept
Bei den French Open in Paris erspielt sie das beste Ergebnis ihrer Karriere: Erst im Viertelfinale scheitert Kerber an der späteren Turniersiegerin Halep in einem engen Dreisatz-Match. Bis auf Platz 9 der Weltrangliste geht es wieder vor
Dass Kerber wieder ganz die "Alte" von 2016 ist, unterstreicht sie dann endgültig auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon. Bis zum Finale verliert sie nur einen Satz gegen die 18-jährige Claire Liu. Ihr Spiel ist stabil, sogar in manchen Bereichen noch ein bisschen besser als vor zwei Jahren. Vor allem beim Aufschlag hat sie zugelegt
Und so reicht es tatsächlich zum ganz großen Wurf. Kerber feiert in Wimbledon einen historischen Triumph. Als erste Deutsche seit Steffi Graf 1996 siegt sie auf dem "heiligen Rasen" von Wimbledon. Mit ihrem Triumph in Wimbledon katapultiert sich Angelique Kerber endgültig in den Tennis-Olymp. Sie gewinnt im Finale gegen Serena Williams mit 6:3 und 6:3
Nach einer längeren Pause startet Kerber beim Rogers Cup in Toronto in die Hartplatzsaison und scheidet prompt in der zweiten Runde aus. Beim Turnier in Cincinnati ist bereits im Achtelfinale Endstation
Auch beim letzten Grand Slam des Jahres 2018 - den US Open - muss sie bereits früh die Segel streichen. Doch trotz der Drittrundenniederlage gegen Dominika Cibulkova verbessert sie sich in der Weltrangliste auf Position zwei
Vor den WTA Championships - bei denen sie bereits in der Vorrunde scheitert - gibt Kerber überraschend die Trennung von Trainer Fissette bekannt. Nachfolger wird der frühere Australian-Open-Finalist Rainer Schüttler
Bei den Australian Open ist 2019 im Achtelfinale gegen die ungesetzte Danielle Collins Schluss. Kerber unterliegt sang- und klanglos mit 0:6 und 2:6
Während der Sandplatz-Saison ist Kerber durch eine Verletzung beeinträchtigt und kann nur teilweise spielen. Bei den French Open scheidet sie in der ersten Runde mit 4:6 und 2:6 gegen die Russin Anastassija Potapowa aus
Während der Rasensaison zeigt sie mit dem Finaleinzug von Eastbourne einen Formanstieg. Doch in Wimbledon kommt für die Titelverteidigerin bereits in Runde zwei gegen Lauren Davis das Aus
Kerber trennt sich anschließend bereits wieder von Schüttler und bereitet sich ohne Trainer auf die US Open vor
Dort setzt es mit der Erstrundenpleite gegen Kristina Mladenovic den nächsten Tiefschlag. "Wenn jetzt nicht der Groschen fällt, wann dann?", sagte Boris Becker als Experte bei "Eurosport" und fügte hinzu: "So langsam mache ich mir Sorgen um Angie"
Die Karriere von Angelique Kerber
Mit ihrem Aus in der ersten Runde der US Open 2019 hat Angelique Kerber einen neuen Tiefpunkt in ihrer Karriere erreicht. Sie verliert in drei Sätzen (5:7, 6:0, 4:6) gegen die Französin Kristina Mladenovic
@Getty Images
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