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Die Karriere von Henry Maske

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Er machte das Boxen in Deutschland populär, war Olympiasieger und Weltmeister. Inzwischen ist Henry Maske (l.) 50 Jahre alt. SPORT1 blickt angesichts des Geburtstags zurück auf seine Karriere mit vielen Höhepunkten und einer bitteren Niederlage
Nach seinem letzten Boxkampf 2007 lässt sich Maske in Siegerpose feiern. Schon in seiner Amateurkarriere hat er reichlich Grund zum Jubeln. Im Mittelgewicht und später im Halbschwergewicht ist Maske das Maß aller Dinge. Seine Bilanz: 163 Siege bei 18 Niederlagen. Neben je drei Titeln bei den Meisterschaften auf deutscher und europäischer Ebene krönt er sich auch einmal zum Weltmeister
Der Höhepunkt von Maskes Amateurkarriere ist der Olympiasieg 1988 in Seoul. 1990 wechselt der Brandenburger ins Profilager und erobert 1993 den IBF-Weltmeister-Gürtel von "Prince" Charles Williams
Zehn Mal verteidigt er seinen Titel, unter anderem am 27. Mai 1995 gegen seinen Landsmann Graciano "Rocky" Rocchigiani. Der Fight wird zum Duell Ost gegen West hochstilisiert, der Kampftitel lautet "Eine Frage der Ehre"
Maskes Mantel ist schon mal der erste Höhepunkt, was danach kommt, steht dem in nichts nach. In einem dramatischen Kampf siegt er umstritten nach Punkten. Rocchigiani hat den am Ende schwer angeschlagenen Maske zweimal am Rande der Niederlage
Ein halbes Jahr später kommt es zum Rückkampf, den Maske (l.) diesmal deutlich nach Punkten gewinnt. "Rocky" erklärt die Niederlage später mit einem Bandscheibenvorfall
Der Tiefpunkt seiner Karriere: Am 23. November 1996 verliert "Sir Henry" seinen IBF-Titel an Virgil Hill. Es ist die einzige Niederlage in seiner Profikarriere nach zuvor 30 Siegen
Das Urteil nach dem ausgeglichen Kampf ist stark umstritten. Maske (l.) hatte im Vorfeld sein Karriereende nach dem Fight angekündigt und vermutet deshalb Schiebung
3748 Tage, also rund zehn Jahre später, feiert der "Gentleman-Boxer" als 43-Jähriger am 31. März 2007 sein Comeback. Nur 25 Prozent der Deutschen trauen ihm die Revanche gegen Hill (sitzend) zu
Aber Maske (l., neben seinem langjährigen Trainer Manfred Wolke) trotzt der Kritik und Sorge einiger Experten und gewinnt den Kampf überlegen nach Punkten. Fast 16 Millionen Zuschauer verfolgen den Schlagabtausch im Fernsehen. Im Anschluss verkündet Maske nach 31 Siegen aus 32 Profikämpfen sein endgültiges Karriereende
Maskes größte Stärke ist seine Besonnenheit. Er lässt sich vor dem Fight auf keine verbalen Scharmützel ein sondern liefert stets die Antwort im Ring. Sein Kampfstil entspricht der "Frankfurter Schule" seines Coaches Wolke. Dabei soll ein offener Schlagabtausch vermieden werden
Maske setzt auf die Kontertaktik und agiert als rationaler Ringstratege. Das wird als feige kritisiert, zahlt sich aber aus. Unter anderem wird er 1993 zum Sportler des Jahres gewählt. Das bleibt nicht die einzige Auszeichnung
Mit seiner Stiftung "Henry Maske A Place For Kids" hilft er sozial schwachen Jugendlichen und bekommt im Jahr 2001 das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement
2012 erhält er die Goldene Sportpyramide - nicht für sein Portrait im Hintergrund, das hat Wainer Vaccari gemalt - sondern für seine sportlichen Erfolge. Mit dem bedeutendsten Sportpreis Deutschlands geht die Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports einher
Über die Auszeichnung "Sportler mit Herz" freut sich Maske 2013 ebenso wie Tennis-Spielerin Sabine Lisicki
Auch als Schauspieler versucht sich Maske nach seinem Karriere-Ende. 2008 wird bekannt, dass er die Hauptrolle im Kino-Film über das Leben der Box-Legende Max Schmeling übernimmt. Die Kritik an seiner schauspielerischen Leistung fällt allerdings vernichtend aus
In einer anderen Rolle sieht man Henry Maske bei der "ARD"-Show "Brot und Spiel". Im Historienspektakel schlüpft der Ex-Boxer ins Gladiatoren-Kostüm und geht mit Schauspieler Ralf Möller ins Gefecht
Aber natürlich stehen Spaß und Show im Vordergrund, und so verabschieden sich die Gegner nach dem Kampf freundschaftlich
Heute ist Maske als Restaurantunternehmer und Motivationsexperte tätig, auch in Talkshows ist er sehr gefragt. Er wohnt mit seiner zweiten Frau Manuela (l.) und den gemeinsamen Töchtern Lina und Sara in Overath bei Köln. Aus seiner ersten Ehe mit Anke stammt Sohn Steven
Die Karriere von Henry Maske
Er machte das Boxen in Deutschland populär, war Olympiasieger und Weltmeister. Inzwischen ist Henry Maske (l.) 50 Jahre alt. SPORT1 blickt angesichts des Geburtstags zurück auf seine Karriere mit vielen Höhepunkten und einer bitteren Niederlage
@Getty Images
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