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Die Karriere von Skandal-Boxer Mike Tyson

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Genau 22 Jahre ist es her, dass es zu dieser gewaltvoll-legendären Szene kommt: Am 28. Juni 1997 beißt Mike Tyson seinem Gegner Evander Holyfield einen Teil des rechten Ohres ab. Daraufhin wird "Iron Mike" disqualifiziert
Die Sportkommission Nevadas entzieht Tyson daraufhin wegen Unsportlichkeit die Box-Lizenz, welche er jedoch Mitte 1998 wieder zurückerhält. Seine Rückkehr in den Ring wird dennoch aufgehalten, da er wegen eines tätlichen Angriffs nach einem Autounfall für fünf Monate ins Gefängnis muss. Es ist nicht der einzige brutale Akt in der Karriere des exzentrischen Boxers. SPORT1 zeigt die Höhen und Tiefen im Leben von Mike Tyson
Tysons Aufstieg in den Box-Olymp beginnt am 22. November 1986: Er schlägt WBC-Weltmeister Trevor Berbick bereits in der zweiten Runde k.o. und krönt sich im Alter von 20 Jahren und 144 Tagen zum jüngsten Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten
Durch Siege gegen James Smith und Tony Tucker (Bild) fügt "Iron Mike" 1987 noch die Titel der WBA und IBF hinzu. Mit 21 Jahren ist er der erste "Undisputed Heavyweight Champion", also der Titelträger der drei großen Box-Verbände
Sein kometenhafter Aufstieg und seine Dominanz im Ring  - Tyson schickt seine Gegner regelmäßig in den ersten Runden auf die Bretter - bringen ihm Vergleiche mit Box-Legenden wie Muhammad Ali (r., bei einem späteren Treffen 1995) ein
1988 kommt es zum Generationenduell: Der 38 Jahre alte ehemalige WBC- und IBF-Weltmeister Larry Holmes fordert den 21-jährigen Tyson heraus und attackiert ihn bereits vor dem Fight verbal. Doch der Weltmeister gibt die Antwort im Ring und beendet den Kampf bereits in der vierten Runde. Es ist die erste und einzige K.o.-Niederlage für Holmes
Während sportlich alles passt, geht die Ehe mit Robin Givens in die Brüche. Vor laufenden TV-Kameras beschreibt sie ihre Ehe als "pure Hölle". Am Valentinstag 1989 lässt sich das Paar nach einer öffentlichen Schlammschlacht scheiden
Tyson wechselt mit Don King seinen Manager und entlässt seinen langjährigen Trainer Kevin Rooney, was von vielen Kennern kritisiert wird. Promoter King fördert fortan das Bad-Boy-Image seinen neuen Schützlings
In dieser Phase seines exzentrischen Lebens sorgt "Iron Mike" für zahlreiche Skandale. Mit sexueller Belästigung und Körperverletzung, Schlägereien und Übergewicht schreibt der Box-Champion negative Schlagzeilen
Am 10. Februar folgt auch der erste Tiefschlag im Ring: Tyson geht völlig überraschend gegen James Douglas in der zehnten Runde zu Boden. Der 23-Jährige verliert seinen WBC-Titel und viel Respekt
Doch Tyson kämpft sich erneut hoch und hofft nach einem Kampf gegen Donovan Ruddock (Bild) auf einen Titel-Kampf gegen Evander Holyfield. Im Ring liefern sich "Iron Mike" und "Razor" auch ein verbales Gefecht. Tyson schickt seinen Gegner zwei Mal zu Boden und bricht ihm den Kiefer. Am Ende feiert er einen lockeren Punktsieg
Doch es folgt der Tiefpunkt. Nachdem er den Kampf gegen Holyfield bereits zuvor wegen eines Rippenbruchs verschieben muss, kommt ihm 1992 ein Gerichtsverfahren in die Quere. Tyson wird in einem Indizien-Prozess der Vergewaltigung einer Kandidatin der Miss-Black-America-Wahl schuldig gesprochen und zu sechs Jahren Haft verurteilt
Nach drei Jahren kommt Tyson schließlich wieder frei. Der gefallene Champion hat 20 Kilogramm abgenommen und ist zum Islam konvertiert, nennt sich nun "Abdul Aziz". Er sieht sich nun als geläuterten Mann und bemüht sich um einen Image-Wandel
Nach über vier Jahren Ring-Abstinenz feiert Tyson am 19. August 1995 sein Comeback. Seinen Gegner Peter McNeeley (Bild) schickt er bereits nach 89 Sekunden auf die Bretter. Auch seinen zweiten Aufbaukampf gegen den unbesiegten Buster Mathis Jr. beendet er durch K.o.
Tyson holt sich am 16. März 1996 - knapp ein Jahr nach seiner Freilassung - den WBC-Titel zurück. Er schlägt Titelverteidiger Frank Bruno in der dritten Runde k.o. und freut sich sowohl auf den Gürtel als auch über eine Rekordgage über 30 Millionen Dollar
Am 9. November 1996 ist es schließlich so weit: Es kommt zum seit Jahren erwarteten Kampf mit Holyfield. Beide Kämpfer liefern sich eine Ringschlacht, deren Länge Tyson nicht gewohnt ist. Nachdem er bereits in der sechsten Runde zu Boden geht, bricht der Ringrichter den Kampf schließlich in Runde elf ab. Es folgt der legendär-skurille Rückkampf - mit jenem irren Ohrbiss
Nach seiner Sperre und dem fünfmonatigen Gefängnisaufenthalt wegen eines tätlichen Angriffs meldet sich Tyson im Oktober 1999 im Ring zurück: Doch der Kampf gegen Orlin Norris wird nicht gewertet, nachdem Tyson seinen Gegner nach dem Gong unabsichtlich trifft und dieser nach eigener Aussage nicht weitermachen kann
Im Kampf der "Bad-Boys" gegen Andrzej Golota verschwindet der Pole vor der dritten Runde aus dem Ring. Später kommt heraus, dass dieser einen gebrochenen Backenknochen und Hirnblutungen erlitt. Tyson wird nach dem Fight die Einnahme von Marihuana nachgewiesen. Bereits vor dem Kampf verweigert er einen Urintest und wird für drei Monate gesperrt
Im Januar 2002 bekommt "Iron Mike" einen WM-Kampf gegen WBC/IBF-Weltmeister Lennox Lewis. Doch bereits auf der Pressekonferenz kommt es zum Eklat. Tyson beißt Lewis während einer Massenschlägerei in den Oberschenkel und verliert seine Box-Lizenz in Nevada
Der Kampf, der für einen Umsatz von 100 Millionen Dollar sorgt, steigt schließlich am 8. Juni in Memphis
Lewis schickt Tyson zwei Mal auf die Bretter, wo "Iron Mike" in der achten Runde ausgezählt wird. Anschließend bestreitet er noch einen weiteren Kampf, den er gegen Aufbaugegner Clifford Etienne schon in der ersten Rund durch K.o. gewinnt, ehe er sich vorerst zurückzieht
Aus Geldsorgen ("2003 war ich pleite") versucht Tyson 2005 wieder in den Ring zurückzukehren. Nachdem er am 11. Juni von Kevin McBride k.o. geschlagen wird, verkündet er sein endgültiges Karriereende. Um "den Boxsport, dem ich so viel zu verdanken habe, nicht mehr durch solche Auftritte lachhaft zu machen". In 58 Profikämpfen gelingen im 50 Siege
Die Skandale werden jedoch nicht weniger. 2007 wird er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt. Wegen Besitzes von Kokain bekommt er eine dreijährige Haftstrafe auf Bewährung aufgebrummt. Zwei Jahre später schlägt "Iron Mike" am Flughafen in Los Angeles einen Fotografen nieder. Im selben Jahr trifft ihn sein schlimmstes Drama: Seine vierjährige Tochter Exodus kommt beim Spielen ums Leben
Tyson wird 2011 schließlich in die "International Boxing Hall of Fame", ein Jahr später auch in die Ruhmeshalle der WWE aufgenommen, in der er erstmals während seiner Sperre nach dem Holyfield-Biss 1998 aufgetreten war und nach der Jahrtausendwende weitere Auftritte hatte folgen lassen
Im August 2013 sorgt er dann mit seinem Geständnis, er leide unter schweren Alkoholproblemen, für Aufsehen. Nach eigener Aussage steht er damals an der "Schwelle des Todes"
Mittlerweile hat sich "Iron Mike" wieder gefangen und nimmt sich in Filmen wie "Hangover" selbst aufs Korn. Seit 2018 tourt er zudem mit einem eigenen Theaterstück durch die Lande
Die Karriere von Skandal-Boxer Mike Tyson
Genau 22 Jahre ist es her, dass es zu dieser gewaltvoll-legendären Szene kommt: Am 28. Juni 1997 beißt Mike Tyson seinem Gegner Evander Holyfield einen Teil des rechten Ohres ab. Daraufhin wird "Iron Mike" disqualifiziert
@Getty Images
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