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Die Rivalität zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern

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Zwei Duelle zwischen Werder Bremen und FC Bayern innerhalb von fünf Tagen: Es sind die Nord-Süd-Wochen im deutschen Fußball. Nach dem knappen Münchner Sieg in der Bundesliga am Samstag wollen die Grün-Weißen im DFB-Pokal-Halbfinale die Revanche
Das Duell Werder gegen Bayern ist seit über drei Jahrzehnten ein echter Klassiker, bei dem es nicht nur auf dem Platz rund geht. Verbale Keile zwischen Werder und Bayern haben eine lange Tradition. SPORT1 blickt in Bildern zurück auf eine innige Rivalität
Der Gründungsmythos der Feindschaft, in der Bundesliga-Saison 1985/86: Bayerns Klaus Augenthaler holt Rudi Völler rabiat von den Beinen. Die Folge: Fünf Monate Pause für Völler - und viel Stunk, gerade auch weil die Bayern es hinterher kleinreden: Völler sei "dumm gefallen", so Trainer Udo Lattek, Manager Uli Hoeneß spricht von einem "normalen Foul". Werder-Manager Willi Lemke ist empört
Auch im Rückspiel geht es hoch her. Völler ist wieder dabei, es ist der 33. Spieltag, es geht um die Meisterschaft. Michael Kutzop hat per Elfmeter die Chance zur Entscheidung, der Gegner aber verunsichert den sonst sicheren Schützen. Co-Trainer Egon Coordes drischt den Ball auf die Tribüne, quälende Minuten vergehen, ehe Kutzop endlich antreten kann...
...und den Ball nur an den Pfosten setzt. Kutzop trauert, Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff jubelt. Die Münchner werden wenige Tage später in einem Herzschlagfinale doch noch Meister
Bremen allerdings bleibt in den kommenden zwei Jahrzehnten einer der wenigen ernstzunehmenden Konkurrenten der Bayern. Lemke und Hoeneß streiten sich dabei ständig, übers Sportliche, übers Geschäftliche, über alles. Lemke wirft Hoeneß immer wieder Arroganz und aggressiv-kapitalistisches Gebaren vor, Hoeneß wiederum nervt Lemkes Klassenkämpfer-Gestus
1990 etwa fliegen die Fetzen, weil Lemke Hoeneß vorwirft, bei Verhandlungen um TV-Gelder zu viel Geld zu fordern. Hoeneß' Replik: "Willi Lemke ist ja einer der größten Opportunisten in dem Geschäft. Er ist der Erste, der nachher die Hand aufhält. Nur die Prügel, die lässt er gerne den Hoeneß einstecken - das Geld, das steckt er dann ein. Der ist nicht ernst zu nehmen."
Lemke wiederum sagt über Hoeneß Dinge wie: "Ich sehe nicht, was der Bayern-Manager sagt, weil ich den Fernseher immer abschalte, wenn er auf dem Bildschirm erscheint."
Weitere ausgetauschte Nettigkeiten: Hoeneß nennt Lemke einmal "Volksverhetzer", der ihn wiederum "Totengräber des deutschen Fußballs" - wegen Bayerns Angewohnheit, der Konkurrenz die Spieler wegzukaufen, nicht zuletzt einige auch aus Bremen
Bayerns Wildern in Bremen ist immer wieder ein Streitpunkt, in den Neunzigern etwa zieht es Mario Basler (Bild) und Andreas Herzog von der Weser an die Isar, am härtesten aber trifft ein anderer Seitenwechsel die Bremer
Otto Rehhagel (M.), 14 Jahre lang die Trainerinstitution der Bremer, lässt sich 1995 zum großen Rivalen locken. Werder verliert damit den Erfolgscoach, mit dem der Klub Bayern 1988 und 1993 zweimal den Titel wegschnappen konnte
"Wir waren fassungslos", erinnert sich Lemke später an Rehhagels Abgang, hatte er doch vorher lange auf den Coach als Mitstreiter zählen können. Immer, wenn Rehhagel die Angriffe aus München zu bunt geworden waren, scherzte er: "Herr Lemke, laden Sie die Kalaschnikow, wir müssen zur Gegenoffensive übergehen" - so erzählt es der frühere Manager. Bei Bayern übersteht Rehhagel übrigens nicht mal eine Saison
Nochmal richtig rund geht es zwischen Bayern und Bremen und Hoeneß und Lemke im Zuge des DFB-Pokal-Finals 1999: Unter anderem begeht Überläufer Basler eine Tätlichkeit gegen den mittlerweile zurück nach Bremen gewechselten Herzog...
...die für mächtig Aufruhr sorgt, aber nicht geahndet wird
Nach 120 Minuten steht es 1:1, das Elfmeterschießen entscheidet. Bremens Keeper Frank Rost hält gegen Lothar Matthäus und trifft gegen Oliver Kahn selbst, auch Stefan Effenberg (Foto) verschießt - Werder ist der Gewinner
Der scheidende Werder-Manager Willi Lemke jubelt: "Wir haben den Bayern gezeigt, dass sie mit Geld nicht alles kaufen können. Der Käfer hat heute den Ferrari geschlagen."
Lemke tritt bald darauf ab und wird Bildungssenator in Bremen. Hoeneß wundert sich: "Erstaunlich, dass ein Mann mit einem solchen Charakter Minister eines Bundeslandes werden kann und für die Erziehung zuständig ist."
Sportlich bleibt Bremen in der Ära nach Lemke ein ernstzunehmender Konkurrent. Den größten Erfolg gegen den Erzrivalen erringen die Bremer 2004. Im Olympiastadion siegt Werder am 32. Spieltag 3:1 und wird Meister
Ailton trifft nach Toren von Ivan Klasnic und Johan Micoud zum 3:0. Die Bremer holen neben der Schale auch den DFB-Pokal und machen das Double perfekt
Neben dem Platz beruhigt sich das Verhältnis der beiden Klubs, nachdem Klaus Allofs 1999 Lemkes Erbe antritt. Als Klassenkämpfer sieht sich Allofs nicht so sehr. Einmal aber bekommt auch er sich mit Hoeneß in die Wolle
Bremens Stürmer Miroslav Klose trifft sich 2007 heimlich und statutenwidrig mit den Bayern-Bossen, um hinter Allofs' Rücken einen Wechsel zu bereden. Der Bremer Manager ist not amused
Allofs nimmt neben Klose auch Hoeneß das Geheimtreffen übel. "Ich werde das Gespräch mit ihm nicht mehr suchen", verkündet er. Später sprechen die beiden sich aus, Hoeneß entschuldigt sich
Werder lässt Klose schließlich Richtung München ziehen, für eine Weile muss der Nationalstürmer aber mit dem Ärger der Bremer Anhänger leben
2015 gerät Allofs-Nachfolger Thomas Eichin, davor als Manager des Eishockey-Klubs Kölner Haie aktiv,  mit den Bayern-Verantwortlichen aneinander. Der Werder-Geschäftsführer beklagt eine Bevorzugung der Bayern durch die Schiedsrichter. Die Münchner lassen das natürlich nicht unkommentiert und kontern wütend
Karl-Heinz Rummenigge findet, dass Eichin dafür in die Schäm-Ecke muss. Matthias Sammer glaubt, dass Eichin wohl mal einen Puck abbekommen hat. Es knallt wie zu "besten" Zeiten
Von dieser Irritation abgesehen glätten sich die Wogen zwischen den beiden Klubs. Selbst die prägenden Gesichter der Rivalität nähern sich an. "Ja, ich würde Uli Hoeneß die Hand reichen", verkündet Lemke im Februar 2015
Und auch auf dem Platz herrscht zumindest vor Spielbeginn und nach Abpfiff Harmonie zwischen den Spielern - in den 90 oder 120 anstehenden Pokal-Minuten dazwischen werden sich beide Teams aber sicher nichts schenken
Die Rivalität zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern
Zwei Duelle zwischen Werder Bremen und FC Bayern innerhalb von fünf Tagen: Es sind die Nord-Süd-Wochen im deutschen Fußball. Nach dem knappen Münchner Sieg in der Bundesliga am Samstag wollen die Grün-Weißen im DFB-Pokal-Halbfinale die Revanche
@Getty Images
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