Galerien>

FC Bayern: Das wurde aus Talenten wie Gaudino, Scholl, Höjbjerg

1 / 46
GIANLUCA GAUDINO (r., mit Xabi Alonso) debütierte 2014 mit 17 Jahren unter Pep Guardiola in der Bundesliga. "Er hat es verdient, hier zu sein", lobte der Katalane im Anschluss
Der Sohn von Ex-Nationalspieler Maurizio Gaudino kam in der Folge auch in der Champions League zum Einsatz, ein Jahr später ging es allerdings zurück in Bayerns zweite Mannschaft
Gaudino wechselte in die Schweiz zum FC St. Gallen (Schweiz) und im Anschluss zu Chievo Verona (Italien), wo ihm der Durchbruch aber verwehrt blieb. Im Sommer 2018 stand er ohne Verein da und hielt sich zwischendurch bei Borussia Mönchengladbach fit
Nun hat Gaudino eine neue Chance beim Schweizer Meister Young Boys Bern bekommen. Dort unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag - und kommt immer besser in Fahrt
Am 25. September erzielte der mittlerweile 22-Jährige seinen zweiten Saisontreffer - und was für einen! Gefühlvoll zirkelte er mit dem rechten Fuß einen Freistoß in den Winkel...
... und ließ sich dafür von seinen Teamkollegen feiern. Es scheint, als nehme die Karriere des Mittelfeldspielers endlich wieder Fahrt auf
Fakt ist: Leicht ist der Sprung vom Bayern-Talent zum Bayern-Star nicht. SPORT1 zeigt, wer ihn nicht schaffte - und was aus den Ex-Talenten wurde
NIKLAS DORSCH gehört zu den wenigen, die erreicht haben, wovon Millionen Fußball-Talente träumen: Er hat es zum FC Bayern geschafft. 2012 wechselte er aus Nürnberg in die Bayern-Jugend, verdiente sich mit starken Leistungen unter anderem die silberne Fritz-Walter-Medaille des DFB 2015
Im April 2018 debütierte er gegen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga, traf sogar zum 1:0 für sein Team - in dem allerdings für die Meisterschaft nicht mehr relevanten Spiel
Auf Dauer sah der 20 Jahre alte Mittelfeldmann aber keine Perspektive beim Rekordmeister, er wechselte im Sommer zum 1. FC Heidenheim in die 2. Bundesliga. In einem Interview hat er den Schritt nun begründet - nicht ohne Spitzen gegen den Ex-Klub zu setzen
"Ich habe einfach keine faire Chance bekommen. Junge Spieler wurden nicht so beachtet", klagt der U20-Nationalspieler, was vor allem auf Ex-Coach Carlo Ancelotti gemünzt ist
DALE JENNINGS: 2011 war er als 18-Jähriger zu Bayern München gewechselt, nach dem glücklosen Gastspiel beim Rekordmeister und schweren Schicksalsschlägen wagt der englische Stürmer derzeit ein Comeback in der 9. Liga seines Heimatlandes
Fast drei Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel stand Jennings Anfang Oktober beim 3:0 von Runcorn Town über Silsden erstmals wieder auf dem Platz.  "Ich habe mich so lange herumgequält, aber als es endlich positive Nachrichten gab, wusste ich, dass ich ein Comeback geben muss", sagte der 25-Jährige der "BBC"
Bei seiner Tochter Mila war 2017 Leukämie diagnostiziert worden, mittlerweile geht es ihr besser. "Zuletzt hat nur meine Tochter gezählt, nichts anderes. Mental leidet man da so schlimm", sagte Jennings
Für die Münchner brachte es Jennings auch wegen einiger Verletzungen nur auf 36 Regionalliga-Spiele. Nach der Rückkehr in seine Heimat setzte sich Jennings auch beim FC Barnsley und bei den Milton Keynes Dons nicht durch, Ende 2015 verabschiedete er sich mit 22 bis heute aus dem Profigeschäft
LUCAS SCHOLL: Der Sohn von Bayern-Legende Mehmet Scholl hatte es von Anfang an nicht leicht beim Rekordmeister. Unter Ex-Coach Pep Guardiola kam er noch überraschend zu den Profis hoch und...
....trainierte an der Seite von Robert Lewandowski (Bild l.) mit und wurde einmal in den Kader nominiert. Doch so richtig wollte es nicht klappen bei den Profis. Der Youngster absolvierte ein Probetraining beim Schweizer Erstligisten FC Luzern, wo Ex-Bayern-Profi Markus Babbel Trainer war. Doch auch dort schaffte Scholl nicht den Durchbruch
Er musste zurück zu den Amateuren (hier ein Trainingsbild mit Tobias Schweinsteiger), kam aber auch dort kaum zum Einsatz. Lucas Scholl wechselte im Winter 2016/2017 zum Regionalligisten FSV Wacker Nordhausen
SINAN KURT: Er wurde als Mega-Talent geholt, dann landete Sinan Kurt beim FC Bayern auf dem Abstellgleis
Auch bei Hertha BSC verlor man die Geduld, im Februar 2019 beendeten die Berliner das Missverständnis. Kurt wechselte zum österreichischen Zweitligisten WSG Swarowksi Tirol, hat dort nach dem Aufstieg wegen der Ausländerregelung keinen Platz mehr. Seither vereinslos
MICHAEL STERNKOPF: Der Offensivspieler kam 1990 für 3,4 Millionen Mark vom Karlsruher SC zum FC Bayern. In fünf Jahren, in denen es Sternkopf (r.) auf rund 100 Pflichtspieleinsätze brachte, gewannen die Münchner nur einen Titel
Er galt als eines der größten Talente des deutschen Fußballs, schaffte aber nie den Durchbruch
TOBIAS RAU: Beim VfL Wolfsburg reifte der Außenverteidiger zum Stamm- und Nationalspieler. Der Wechsel zu Bayern schien der nächste logische Karriereschritt. Zwei Jahre versuchte er in München sein Glück
Nach 13 Bundesligaspielen im Trikot der Roten war das Kapitel 2005 schon wieder beendet. Wegen mehrerer Verletzungen konnte sich Rau auch bei seinem nächsten Klub Arminia Bielefeld nicht durchsetzen und beendete schließlich frühzeitig seine Karriere
JULIO DOS SANTOS: Er wollte auf den Spuren seines paraguayanischen Nationalmannschaftskollegen Roque Santa Cruz wandeln und wagte 2006 im Alter von 23 Jahren den Sprung nach Europa
Die Bayern setzten große Hoffnungen in den technisch versierten Mittelfeldspieler. Gerade einmal fünf Einsätze erhielt er in der Bundesliga, drei in der zweiten Mannschaft. Nach erfolglosen Ausleihen in Europa kehrte Dos Santos 2009 nach Südamerika zurück und spielt mit 36 für Cerro Porteno in Paraguay
SANDRO WAGNER: Seit 1995 gehörte der Stürmer der Jugendabteilung des FC Bayern an. Von 2006 bis 2008 spielte er für die zweite Mannschaft. Dann schaffte er als 20-Jähriger den Sprung zu den Profis
Mehr als vier Partien machte er jedoch nicht. Die Karriere von Wagner geriet ins Stocken. Auch bei Werder Bremen und Hertha BSC konnte er sich nicht wirklich durchsetzen. Erst 2015 bei Darmstadt 98 gelang Wagner der endgültige Durchbruch
Bei der TSG Hoffenheim wusste er dann derart zu überzeugen, dass er es bis in die Nationalmannschaft schaffte und den Confed Cup gewann. Der FC Bayern holte den verlorenen Sohn zurück, im Winter 2019 zog es ihn aber nach China
DIEGO CONTENTO: Der Linksverteidiger absolvierte immerhin 69 Profispiele für die Münchner, wurde je dreimal Meister und Pokalsieger und gewann die Champions League, musste sich aber immer hinter David Alaba anstellen
Über Girondins Bordeaux landete der heute 28-Jährige vor der Saison bei Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Bitter: Noch vor dem ersten Liga-Spiel erlitt er einen Kreuzbandriss. In dieser Saison noch ohne Einsatz
JOSE ERNESTO SOSA: Auf der Suche nach einem Ersatz für Sebastian Deisler wurden die Bayern 2007 in Argentinien fündig. Aber der zu diesem Zeitpunkt 22-Jährige wurde den Anforderungen nie gerecht. Besonders unter Louis van Gaal (r.) hatte es Sosa schwer
2010 verließ er die Münchner nach einer Leihe zu seinem Ex-Verein Estudiantes de la Plata wieder in Richtung SSC Neapel, landete dann bei Metalist Charkow in der Ukraine und blieb dort vier Jahre. Allerdings wurde Sosa in der Zeit zu Atletico und Besiktas Istanbul ausgeliehen. Aktuell ist der 33-Jährige bei Trabzonspor in der Türkei
ALEXANDER BAUMJOHANN: Mit dem aufstrebenden Mittelfeldakteur machten die Münchner ein Schnäppchen: 2009 kam Baumjohann ablösefrei aus Mönchengladbach. Drei Bundesliga-Einsätze sammelte er gerade einmal. 24 Monate später war er auch schon wieder weg. Inzwischen spielt er in Australien beim Sydney FC
BRENO: Beim Brasilianer waren keine sportlichen Gründe dafür verantwortlich, warum ihm letztlich nicht der Durchbruch gelang. Dabei kam er 2008 für 12,3 Millionen Euro vom FC Sao Paulo. Sein Kapitel beim FC Bayern war 2012 beendet, nachdem er wegen Brandstiftung zu einer Haftstrafe verurteilt worden war
2014 kehrte der Brasilianer in seine Heimat zu Sao Paolo zurück, wo er allerdings kaum zum Einsatz kommen sollte. Inzwischen spielt Breno bei Vasco Da Gama
PIERRE-EMILE HOJBJERG: Der Däne wechselte 2012 als 16-Jähriger von Bröndby IF zu den Bayern und feiert am Ende der Triple-Saison sein Debüt in der Bundesliga. Unter Guardiola schon mit steigenden Einsatzzeiten, gekrönt vom Startelfeinsatz im Pokalfinale gegen Dortmund
Doch der wirkliche Durchbruch wollte dennoch nicht gelingen. Nach Leihen zum FC Augsburg und dem FC Schalke 04 wechselte der heute 23-Jährige 2016 für 15 Millionen Euro zum FC Southampton in die Premier League
TAKASHI USAMI: Große Hoffnungen setzten die Münchner auch in den jungen Japaner. Nach einem Probetraining im Januar 2011 wollte ihn der FCB verpflichten. Sein Verein Gamba Osaka verweigerte jedoch die Freigabe. Im Sommer kam immerhin ein Leihgeschäft zu Stande
Auf mehr als drei Spiele in Deutschlands höchster Spielklasse brachte es Usami jedoch nicht. Auch bei der TSG Hoffenheim probierte er es von 2012 bis 2013 - ohne Erfolg
Über Ex-Verein Osaka landete Usami schließlich wieder in der Bundesliga - beim FC Augsburg. Die Schwaben verliehen den heute 26-Jährigen in der vergangenen Saison in die Zweite Liga, wo ihm mit Düsseldorf der Aufstieg gelang. Akutell ist er füt Gamba Osaka in der Heimat aktiv
MEHMET EKICI: Der gebürtige Münchner hätte DAS Urgestein im Kader der Bayern werden können. Kam im Alter von sechs Jahren von der SpVgg Unterhaching zum FCB. Schaffte es bis in den Bundesligakader, blieb aber ohne Einsatz
2010 wurde er zum 1. FC Nürnberg verliehen, 2011 folgte der Wechsel zu Werder Bremen für fünf Millionen Euro, wo Ekici aber nie wirklich ankam
Den Mittelfeldspieler zog es in die Türkei. Über Trabzonspor landete er bei Fenerbahce. Im Sommer wurde über eine Rückkehr des 29-Jährigen in die Bundesliga spekuliert
NILS PETERSEN: Als Torschützenkönig der Zweiten Liga wagte der Stürmer 2011 den Sprung zum großen FC Bayern. Der aus Cottbus gekommene Youngster musste sich jedoch mit Kurzeinsätzen zufrieden geben
Ein Jahr später zog Petersen schon weiter zu Werder Bremen, inzwischen trifft er regelmäßig für den SC Freiburg in der Bundesliga und hat es in den Kreis der Nationalmannschaft geschafft
FC Bayern: Das wurde aus Talenten wie Gaudino, Scholl, Höjbjerg
GIANLUCA GAUDINO (r., mit Xabi Alonso) debütierte 2014 mit 17 Jahren unter Pep Guardiola in der Bundesliga. "Er hat es verdient, hier zu sein", lobte der Katalane im Anschluss
@Getty Images
AUCH INTERESSANT