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Floyd Mayweather - die Karriere des Box-Superstars

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Er ist die schillerndeste Figur, die das Boxen in diesem Jahrtausend zu bieten hat. SPORT1 blickt auf das prallbunte Leben des Floyd Mayweather zurück: seine Kämpfe, seine Protz-Auftritte und seine privaten Schattenseiten
Der junge Floyd Mayweather als Amateur 1996. 1977 als Sohn des Boxers Floyd Mayweather Sr. geboren, wuchs er in prekären Verhältnissen in Michigan auf: Der Vater wurde einmal angeschossen, als er ihn auf dem Arm hatte, die Mutter war drogenabhängig, die Tante starb an AIDS. "Niemand weiß, durch welche Hölle ich gegangen bin", sagt er
Höhepunkt von Mayweathers Amateurkarriere: Die olympische Bronzemedaille 1996 im Federgewicht nach einem abschließenden Sieg über Bakhtiyar Tileganev aus Kasachstan. Im Halbfinale kassierte er eine Niederlage gegen Serafim Todorow - Mayweathers bislang letzte bis heute. Noch im selben Jahr wird Mayweather Profi
Oktober 1998: Mayweather greift nach seinem ersten Weltmeister-Gürtel - dem WBC-Titel im Superfedergewicht. Er dominiert US-Landsmann Genaro Hernandez bis zu dessen Aufgabe nach der achten Runde
Mayweather feiert den ersten großen Triumph mit Promoter Bob Arum
Mayweather erarbeitet sich mit den Jahren einen Ruf als strategisches Genie, ein Defensivkünstler, der den nach vorn preschenden Gegner eiskalt auskontert. Auch Jose Luis Castillo bekommt das 2002 zu spüren
Der Lohn: noch ein WM-Titel, diesmal im Leichtgewicht in der WBC-Version
Drei Jahre später der nächste Streich: Mayweather dominiert Halbweltergewichts-Weltmeister Arturo Gatti (WBC) nach Belieben
Nach der sechsten Runde wirft der damalige Superstar Gatti das Handtuch, Mayweather geht auch aus diesem groß gehypten Kampf als Sieger hervor
2006 die Chance auf WM-Titel Nummer vier: IBF-Weltergewichtschampion Zab Judah ist der Gegner
Als der in der zehnten Runde einen Tiefschlag anbringt und auf Mayweathers Hinterkopf einschlägt, eskaliert die Lage: Die Betreuerteams der beiden Boxer werden gegeneinander handgreiflich, der Sicherheitsdienst muss eingreifen
Nachdem das Chaos beseitigt ist, kämpfen die beiden einfach weiter. Nach zwölf Runden ist Mayweather Punktsieger
Im selben Jahr holt Mayweather sich den Titel gegen Carlos Baldomir auch nach WBC-Version - stilechter Auftritt als Goldjunge inklusive
Goldjunge? War das nicht eigentlich wer anders? Richtig, 2007 stellt sich Mayweather dem "Golden Boy" Oscar de la Hoya. Es ist der bis dahin lukrativste Kampf der Boxgeschichte: 165 Millionen Dollar TV-Einnahmen, zusammen 77 Millionen Dollar Kampfbörse
Auch der Halbmittelgewichts-Weltmeister de la Hoya (WBC) kann den ungeschlagenen Mayweather nicht stoppen, er siegt nach Punkten...
... und schnallt sich damit in der fünften Gewichtsklasse den WM-Titel um. Nach einem weiteren Sieg über den Briten Ricky Hatton hat Mayweather das Gefühl, alles erreicht zu haben: Er verkündet seinen Rücktritt
Ein Jahr und neun Monate lang hält es Mayweather im sportlichen Ruhestand ganz gut aus, bis es dann doch kommt, wie es kommen muss
Es drängt Mayweather zurück in den Ring. Er feiert weitere Erfolge über Juan Manuel Marquez (Bild) und Shane Mosley, auch die ersten Verhandlungen mit Manny Pacquiao folgen - und scheitern krachend
2011 soll mal wieder ein Weltmeister-Titel her, es geht gegen WBC-Weltergewichts-Champion Victor Ortiz. Der Kampf mündet in einen Skandal
Mayweather nutzt schamlos aus, dass sich Ortiz nach einem unfairen Kopfstoß bei ihm entschuldigt und schlägt den ungedeckten Gegner nieder. Der Ringrichter übersieht die Unsportlichkeit und zählt Ortiz aus
TV-Moderator Larry Merchant vergisst nach diesen Szenen seine journalistische Neutralität und herrscht Mayweather an: "Ich wünschte ich wäre 50 Jahre jünger. Ich würde dir in den Arsch treten."
Andere Promis umgeben sich dafür liebend gerne mit Mayweather: Als er sich 2012 gegen Miguel Cotto auch noch zum WBA-Superweltmeister im Halbmittelgewicht krönt, feiern Justin Bieber, Lil Wayne und 50 Cent (v.l.) mit
Im Privaten geht es bei Mayweather dafür nicht immer glanzvoll zu: Mehrmals muss er wegen Fällen von häuslicher Gewalt vor Gericht, im Juni 2012 geht er wegen Körperverletzung gegen seine Ex-Freundin als Wiederholungstäter für drei Monate ins Gefängnis
Wieder auf freiem Fuß, verlegt Mayweather sich wieder aufs Gürtel-Sammeln: 2013 bezwingt er Saul Alvarez und wird WBC-Champion im Halbmittelgewicht
2014 kommt nach einem Sieg über Marcos Maidana noch der WBA-Weltergewichtstitel hinzu
Richtig gewaltig dann: der Hype um den lange erwarteten und lange nicht zustande gekommenen Kampf mit dem vorher ebenso hoch gepriesenen Philippinen Manny Pacquiao. Mayweather kassiert eine Rekordkampfbörse von 150 Millionen Dollar...
... und besiegt Pacquiao - der sich durch eine Verletzung gehandicapt sieht - souverän nach Punkten
Mayweather bleibt Champion im Superweltergewicht bei den Verbänden WBO, WBC, WBA - auch nach einem letzten Fight gegen Andre Berto 2015. Er beendet danach ungeschlagen und mit 49 Siegen seine Ringkarriere
Trotz seiner Skandale ist Mayweather ein Superstar - was nicht nur mit seinen sportlichen Qualitäten zusammenhängt
Seine Berühmtheit mehrt er allerdings durch sein Talent zum großen Auftritt
Mal holt er ein bisschen Kleingeld unterm Kopfkissen hervor...
... mal präsentiert er seinen bescheidenen Fuhrpark...
... mal kreative Wege, mit der zunehmenden Stau-Problematik in den Innenstädten umzugehen
Auch sonst teilt Mayweather bei Instagram gerne, was ihn so an Alltagssorgen mit seinem Publikum verbindet: Welche Schuhe heute?
Wohin in den Urlaub?
Wohin mit der Zeit?
Einen ganz speziellen Auftritt legte Floyd "Money" Mayweather im Juni 2017 hin. Nach seinem Rücktritt ging der US-Amerikaner ringtechnisch fremd..
... und ließ sich für die große Wrestlingshow WrestleMania engagieren. Den 2,13 Meter und rund 200 Kilo schweren Big Show besiegte er in dem Schaukampf durch K.o. - mit Hilfe eines Schlagrings
Die Aussicht auf den nächsten Zahltag lockte Mayweather dann doch noch einmal zurück aus dem Ruhestand: Am 26. August bat er den UFC-Champion Conor McGregor zu einem Boxduell in den Ring - der Ire erweist sich ihm als Protzer und Trashtalker mindestens ebenbürtig
Im Ring kann "The Notorious" Mayweather aber trotz seines Box-Hintergrunds nicht das Wasser reichen. Mayweather siegt durch TKO in Runde zehn - sein 50. Sieg im 50. Kampf, womit er die Bilanz des legendären Rocky Marciano (49-0) übertrumpft
Geht noch mehr? Man weiß es nicht. Offiziell ist Mayweather nun wieder im Ruhestand, aber noch hat er bei jedem großen Zahltag, der sich ihm bot, wieder zugegriffen
Floyd Mayweather - die Karriere des Box-Superstars
Er ist die schillerndeste Figur, die das Boxen in diesem Jahrtausend zu bieten hat. SPORT1 blickt auf das prallbunte Leben des Floyd Mayweather zurück: seine Kämpfe, seine Protz-Auftritte und seine privaten Schattenseiten
@Getty Images
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