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Formel 1: GP von Bahrain in der SPORT1-Kolumne von Peter Kohl

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Beim zweiten Saisonrennen der Formel 1 geht Sebastian Vettel erfolgreich volles Risiko - und setzt Mercedes weiter unter Druck. Ein Unfall sorgt für Entsetzen. Peter Kohl blickt in seiner SPORT1-Kolumne auf Gewinner und Verlierer des Grand Prix von Bahrain
TOP - SEBASTIAN VETTEL: Sieg beim 200. GP der Karriere, der 49. insgesamt. Aber was für einer! Mit seiner heißen Braut Loria tanzt der Heppenheimer Pogo in Bahrain! Seine dritte Pole im Sand der Sakhir-Wüste trotz Chassis- und Elektronikproblemen ist Basis für ein fulminantes Rennen
Das Highlight ist die Risikobereitschaft: All-In in der Schlussphase, statt zweiter Boxenstopp ein Reifenroulette der Extraklasse. Der Ritt auf der Rasierklinge bringt den perfekten Saisonstart. Zwei Rennen, zwei Siege, maximale Punktzahl und ein satter Vorsprung vor der Mercedes-Konkurrenz
Vettel wirkt fokussiert, selbstbewusst, tritt auf wie jemand, der weiß, dass er seinen fünften Titel holen wird
PIERRE GASLY: Ein Toro Rosso im Ziel auf Rang vier ist per se eine fette Überraschung. Der bislang eher unscheinbare Franzosen-Youngster überzeugt schon im Qualifying und zieht den Wüsten-GP durch - kalt wie eine Hundeschnauze, fehlerfrei, einfach beeindruckend
So sorgt Gasly für die beste von Honda befeuerte Platzierung seit dem F1-Comeback der Japaner. Für das Mittelfeldteam aus Faenza ist das wie ein Rennsieg! Der 22-Jährige darf sich auf eine satte Prämie freuen
HAAS UND KEVIN MAGNUSSEN: Das Radmuttern-Fiasko von Melbourne ist verarbeitet, das Team hat sich mit Boxenstopp-Sondertrainingseinheiten bestens vorbereitet - und das klappt! Magnussen zeigt das Potenzial, das man dem Haas-Renner nachsagt. Platz fünf ist eine verdiente Belohnung für Fahrer und Team
Jetzt gilt es, die Richtung beizubehalten. Grosjean und Magnussen haben unterschiedliche Vorstellungen, wie und wohin der VF-18 entwickelt werden soll. Magnussen mag das derzeit zum Untersteuern neigende Auto, Grosjean hasst es
SO LALA - MERCEDES: Wenn sich zwei Podiumsplätze wie eine Niederlage anfühlen. Der Bahrain-GP verschärft die Situation bei den Silbernen. Bottas ist solide, im Qualifying wie im Rennen. Der Finne düpiert beim Start Landsmann Räikkönen - stark!
Seine finale Aufholjagd gegen Vettel sorgt für den enormen Spannungsbogen, wird aber nicht vom Erfolg gekrönt. Da fehlen ihm einfach der Killerinstinkt und Punch eines Hamilton. Der Engländer selbst betreibt bestmögliche Schadensbegrenzung nach dem aufgezwungenen Getriebewechsel und der damit verbundenen Rückstufung im Start-Grid
Es bleibt ein Saisonstart mit Zündaussetzern. Die Souveränität der vergangenen Jahre ist dahin. Gut für die Spannung, schlecht für das Nervenkostüm der Seriensieger und Erfolgsverwöhnten. Für Schanghai ist damit schon gewaltig Druck auf dem Kessel
MCLAREN: Im Qualifying sind die Papaya-Orangen chancenlos aufgrund eines selbst verschuldeten Setup-Fehlers, im Rennen dafür konstant. Zweimal in Folge mit beiden Boliden in den Punkten, das gab es für McLaren zuletzt 2014 in Silverstone und am Hockenheimring. Rang drei bei den Konstrukteuren, Platz vier für Alonso bei den Fahrern
Die Tendenz stimmt, ist aber nur eine Momentaufnahme. Die Wahrheit lautet: Ohne den Ausfall von drei Autos der Top-Teams wäre das nicht drin gewesen. Und andere, wie Toro Rosso, übrigens mit dem von McLaren verhassten Honda-Motor im Heck, machen in Bahrain einen Schritt nach vorne
McLaren dagegen tritt auf der Stelle und ist hinter dem eigenen Plan zurück. Die großen Drei sind immer noch ein Race-Universum entfernt. Ein komplett überarbeitetes "T2-Auto" soll ab Baku den erwünschten Sprung nach vorne bringen
SAUBER UND MARCUS ERICSSON: Erstmals seit Baku 2017 mit Pascal Wehrlein gibt es wieder Punkte. 13 Mal gehen die Sauber zuvor leer aus - und das wären sie ohne den Ausfall von drei Top-Autos auch in Bahrain. Aber wenn sich die Chance bietet, muss man erst mal zuschlagen. Marcus Ericsson holt seine ersten WM-Punkte seit 2015
Teamkollege Leclerc besteht stur gegen den Rat der Ingenieure auf einer Risikostrategie mit zwei Boxenstopps und dem ersten Halt nach bereits zwei Runden. Damit setzt er aufs falsche Pferd und wird aus dem Sattel geworfen. Das muss man einem Rookie aber zugestehen. Wichtig ist, was er daraus lernt für die Zukunft
FLOP - FERRARI, RADNABEN UND MUTTERN: Das ist kein Zufall mehr! Erst die beiden Haas, die die Teile von Ferrari verwenden, jetzt der doppelte Radmuttern-Bock am Räikkönen-Boliden
Im zweiten Freien Training läuft es noch glimpflich ab, im Rennen erleidet Ferrari-Mechaniker Francesco Cigarini einen Schien- und Wadenbeinbruch, weil die Ampel auf Grün schaltet, ehe das linke Hinterrad überhaupt abgezogen ist
Räikkönen brennt los, fährt dem Mechaniker übers Bein und muss sein Auto dann abstellen. In Melbourne haben bei Haas die Muttern beim Aufsetzen auf die Gewinde verkantet. Diesmal wurde das Rad hinten links erst gar nicht abgezogen
Das Umschalten der Ampel auf Grün erfolgt eigentlich erst, wenn alle Mechaniker an ihren Schlagschraubern einen Knopf gedrückt haben, um zu signalisieren, dass der Radwechsel erfolgt ist. Da gibt es gewaltigen Aufklärungsbedarf
Hamiltons Frontflügel schlitzt den linken Hinterreifen von Verstappens Red Bull auf. Nach dem Boxenstopp fällt er mit einem Folgeschaden aus. Ricciardos Motor schaltet sich in Runde zwei selbständig aus
Ein Null-Punkte-Wochenende und Rang vier bei den Konstrukteuren schmecken wie ein Energiedrink ohne Kohlensäure - das peppt nicht gerade
FORCE INDIA: Mit dem kleinsten Budget sind sie zweimal hintereinander Vierter bei den Konstrukteuren, 2018 ist das nicht zu verteidigen. Ein Punkt durch Platz zehn von Ocon in Bahrain nach zwei Rennen. Eine magere Ausbeute, die das Abgleiten ins Graue-Maus-Dasein befürchten lässt
Pink ist derzeit nicht en vogue. Der einzige Trost: Mit Williams steht ein Team noch schlechter da, von dem man ebenfalls deutlich mehr erwarten durfte. Was die Traditionstruppe aus Groove derzeit abliefert, spottet jeder Beschreibung
Der 978. Grand Prix der Formel-1-Geschichte war ein prickelnder. An Spannung hat es wirklich nicht gemangelt. Der Zauber des Flutlichts von Bahrain ist aber schon bald Geschichte, denn bereits kommendes Wochenende geht’s in Schanghai weiter!
Back-to-back-Rennen sind für alle Beteiligten eine krasse Herausforderung. Ich freue mich, dass es so schnell weiter geht - denn 2018 ist eine ganze Menge drin! In diesem Sinne - PEDAL TO THE METAL. Ihr Peter Kohl
Formel 1: GP von Bahrain in der SPORT1-Kolumne von Peter Kohl
Beim zweiten Saisonrennen der Formel 1 geht Sebastian Vettel erfolgreich volles Risiko - und setzt Mercedes weiter unter Druck. Ein Unfall sorgt für Entsetzen. Peter Kohl blickt in seiner SPORT1-Kolumne auf Gewinner und Verlierer des Grand Prix von Bahrain
@SPORT1-Grafik: Getty Images
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