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Handball-WM 2007: Das deutsche Wintermärchen im Rückblick

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Als krasser Außenseiter gestartet, gewinnt die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2007 den Titel. SPORT1 blickt auf das Wintermärchen zurück
Der Empfang auf dem Balkon des Kölner Rathauses ist der Abschluss einer märchenhaften Geschichte: Deutschland holt bei der Heim-WM 2007 den ersten Titel seit 29 Jahren. Der Weg dorthin ist jedoch alles andere als einfach
Deutschland hätte die WM gerne bereits 2005 ausgerichtet, doch das Turnier wird an Tunesien vergeben. Damals mischten auch die beiden Weltstars Stefan Kretzschmar (l.) und Christian Schwarzer noch mit - 2007 zählen die Routiniers nicht mehr zum WM-Kader von Bundestrainer Heiner Brand
Das DHB-Team geht als krasser Außenseiter in die Heim-WM. Brand hat eine junge Truppe ohne einen wirklichen Weltstar nominiert - bei der Zusammenstellung des Teams aber ein gutes Näschen bewiesen
Der Start in die WM verläuft holprig. Deutschland um Rechtsaußen Florian Kehrmann (r.) fährt zum Beginn der Vorrunde zwar zwei Pflichtsiege gegen Brasilien und Argentinien ein, kann spielerisch jedoch nicht überzeugen
Zu allem Überfluss verletzt sich Kreisläufer Andrej Klimovets im Vorrundenspiel gegen Argentinien. Bundestrainer Brand ruft kurzerhand Routinier Christian Schwarzer (Bild) an und überredet ihn zum Comeback - der 38-jährige sollte die WM eigentlich als TV-Experte begleiten
Das Comeback des Altmeisters entpuppt sich als Glücksgriff. Sportlich kann Schwarzer der Mannschaft nicht wahnsinnig helfen, als Motivator und Führungsspieler ist der Kreisläufer jedoch unverzichtbar. Er wird eine wichtige Stütze für die vielen jungen Spieler im DHB-Team
Die Teilnahme an der Hauptrunde hat Deutschland bereits durch die zwei Siege gegen Brasilien und Argentinien perfekt gemacht. Im letzten Vorrundenspiel setzt es dann einen Dämpfer: Gegen Polen ist das DHB-Team klar unterlegen - doch es soll die erste und letzte Turnierniederlage bleiben
Die erste Hauptrundenpartie gegen Slowenien hat bereits Endspiel-Charakter: Mit einer Niederlage wäre der Viertelfinaleinzug in weite Ferne gerückt. In der Nacht vor dem Spiel erwischt Heiner Brand seine Spieler auch noch dabei, wie sie heimlich Pizza aufs Hotelzimmer bestellen. Die anschließende Brandrede zeigt aber Wirkung
Gegen Slowenien fahren Glandorf (r.), Kehrmann (l.) und co. einen überzeugenden 35:29-Sieg ein. Es ist der Auftakt einer furiosen Hauptrunde
Nach Slowenien bezwingt Deutschland in der Hauptrunde auch Tunesien (35:28), Frankreich (29:26) und Island (33:28) - der Viertelfinaleinzug ist perfekt. Das DHB-Team zeichnet sich durch eine starke Mannschaftsleistung und Mentalität aus
Die guten Leistungen der Nationalmannschaft entfachen eine nie dagewesene Handball-Euphorie. Die Hallen sind zu 99 Prozent ausgelastet, ein Millionenpublikum verfolgt die Spiele vor den TV-Geräten
Von der Euphorie getragen wächst die Mannschaft über sich hinaus. Gegen Spanien gelingt dem DHB-Team mit 27:25 der Halbfinaleinzug. Spielmacher Michael Kraus (l.) zieht die Fäden im deutschen Rückraum
Das Halbfinale gegen Frankreich wird zur Nervenschlacht. Für viele Handball-Experten ist es das vielleicht faszinierendste WM-Spiel aller Zeiten. Nach zweifacher Verlängerung behält Deutschland mit 32:31 die Oberhand – drei Sekunden vor dem Ende kann "Hexer" Henning Fritz (r.) einen letzten Freiwurf der Franzosen entschärfen
Im Halbfinale hat Deutschland auch die nötige Portion Glück. Der Traum vom Weltmeistertitel wird langsam greifbar - doch im Endspiel warten die Polen, gegen die das DHB-Team die einzige Turnierniederlage eingesteckt hatte
Doch dieses Mal ist Polen chancenlos. Deutschland dominiert von Beginn an das Finale und gewinnt schließlich mit 29:24 - die Sensation ist perfekt
Der erste WM-Titel seit 29 Jahren bringt eine ganze Nation zum Jubeln. Rund 20 Millionen Zuschauer verfolgen das Endspiel vor dem Fernseher. Das Wintermärchen ist perfekt
Torhüter Henning Fritz (r.) und Spielmacher Michael "Mimi" Kraus (M.) werden ins All-Star-Team der WM gewählt – sie sind jedoch nur zwei Gesichter einer Mannschaft, der auch ohne wirkliche Weltstars der große Wurf gelingt
Handball-WM 2007: Das deutsche Wintermärchen im Rückblick
Als krasser Außenseiter gestartet, gewinnt die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2007 den Titel. SPORT1 blickt auf das Wintermärchen zurück
@Getty Images
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