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Kyrgios' Skandale: Bad Boy legt gegen Djokovic nach

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Nick Kyrgios ist aktuell der bunteste Vogel im ATP-Zirkus. Kein Spieler polarisiert mehr als der Australier. Während ihn seine Fans für seine lockere Art und sein freches Mundwerk feiern, werfen ihm Kritiker vor, dass er keinen Respekt vor Gegenspielern und Zuschauern zeigt
Dabei hatte ihm niemand Geringeres als "Super Brat" John McEnroe bescheinigt, dass Kyrgios das größte Tennistalent der vergangenen zehn Jahre sei. Wer Kyrgios an guten Tagen zusieht, wird diese Aussage auch keine Sekunde anzweifeln. Der 24-Jährige hat nicht nur einen großartigen Aufschlag, sondern auch eine atemberaubende Vorhand
Nun kam wieder der Bad Boy raus: Während eines Live-Chats mit seinem Kumpel Andy Murray gönnte Kyrgios sich sechs Gläser Rotwein - und teilte dann gegen die Konkurrenz aus. Über Novak Djokovic sagte er, dass dieser eine "kranke Besessenheit hat, gemocht zu werden". Dominic Thiem unterstellte er indirekt, ein Langweiler zu sein: "Er schaut gern Farbe beim Trocknen zu."
Auch in der Liebe fliegen bei Kyrgios aktuell wohl die Fetzen. Tennisspielerin Anna Kalinskaja bestätigte kürzlich ihre Trennung von ihm, kurz zuvor schrieb sie scharfe Posts - wohl in Richtung Kyrgios - mit Formulierungen wie "verdammter energiesaugender Vampir". Ein weiterer Kommentar besagte: "Du bist kein Bad Boy, du bist einfach ein schlechter Mensch."
Erneut bestätigt sich Kyrgios' Rolle als unverbesserliches und unangepasstes Unikat in der Tenniswelt. SPORT1 zeigt die größten Ausbrüche, Skandale und Eklats seiner Karriere - und was er über einige seiner Tennis-Kollegen zu sagen hat
US OPEN, 2014: Seinen ersten Negativauftritt auf der großen Bühne hat Kyrgios in der ersten Runde der US-Open. Gegen Mikhail Youzhny wird er drei Mal verwarnt - unter anderem wegen Fluchens und Zertrümmerns eines Schlägers. Knapp vermeidet er die vierte Verwarnung, was die erste Disqualifikation bei einem Grand Slam seit 1995 nach sich gezogen hätte
AUSTRALIAN OPEN, 2015: Erneut tut sich Kyrgios in seinem Erstrundenmatch durch obszöne Äußerungen und Schlägerwerfen hervor. Von der ATP bekommt er 4926 Dollar Strafe aufgebrummt - es soll nicht die letzte Strafe in seiner Karriere bleiben
WIMBLEDON, 2015: Auch in Wimbledon hinterlässt Kyrgios seine Spuren. In der vierten Runde gegen Richard Gasquet macht er seinem Ärger verbal Luft und wählt dafür Worte, die in Wimbledon nicht gern gehört werden. Noch schlimmer: Kyrgios stellt irgendwann seine Bemühungen ein und schenkt einige Punkte ab, was zu einem Pfeifkonzert führt
Bereits vor dem Turnier sorgt er für Schlagzeilen, als er in einem Interview mit dem Satz "Ich mag Tennis eigentlich nicht sonderlich" zitiert wird. Die Aussage passt perfekt zu dem schlampigen Genie, das oft durch lustloses Auftreten auf dem Platz in Erscheinung tritt
Dies bringt ihm einen öffentlichen Streit mit der viermaligen Olympiasiegerin im Schwimmen, Dawn Fraser, ein. Nach dem Null-Bock-Auftritt sagt sie, er solle doch dahin zurückgehen, woher die Eltern gekommen seien. Das wäre kein würdiges Auftreten für Australien. Allerdings entschuldigt sie sich später bei Kyrgios für die Aussage
MONTREAL, 2015: In Montreal kommt es zum vorläufigen Tiefpunkt. In einem Match gegen Stan Wawrinka provoziert er den Schweizer mit der Äußerung, dass sein Aussie-Kollege Thanasi Kokkinakis seiner Freundin Donna Vekic sehr nahegekommen sei: "Kokkinakis banged your girlfriend, sorry to tell you that, mate", sagt er wortwörtlich
Der Schweizer reagiert danach zu Recht aufgebracht und verlangt Sanktionen seitens der ATP. Die kommen auch prompt: Über 35.000 Dollar Strafe und eine 28-tägige Zwangspause verhängt die ATP gegen Kyrgios
WEITERE STRAFEN: Wer jetzt aber denkt, dass die Zwangspause ein Umdenken bei dem Australier bewirkt, liegt falsch. Allein 2016 trägt er sich bei den Australian Open, den French Open und Wimbledon in den Strafenkatalog ein. Knapp 20.000 Dollar Strafe werden wegen Fluchens und ungebührlichen Verhaltens fällig
SHANGHAI MASTERS, 2016: Aber das große Finale hebt er sich für die Shanghai Masters auf. Durch sein lustloses Auftreten im Match gegen Alexander Zverev, unsportliches Verhalten, und Beleidigung eines Zuschauers hagelt es über 50.000 Dollar Strafe und eine achtwöchige Sperre, was für ihn das Saisonende zu Folge hat
Diesmal schien die Strafe kurz Wirkung zu zeigen: "Ich verstehe und respektiere die Entscheidung der ATP. Ich werde meine freie Zeit nutzen, um auf und abseits des Courts an mir zu arbeiten", verspricht Kyrgios. Die Sperre kann auf drei Wochen reduziert werden, wenn er mit einem Psychologen an seinen Ausbrüchen arbeitet
US OPEN, 2017: Die Wirkung hält nicht lange an. In New York gibt er unter anderem eine nicht jugendfreie Schimpftirade zum Besten, die er danach bestreitet. Das Zerhacken seines Schlägers bringt ihm später sogar einen Strafpunkt ein
SHANGHAI MASTERS, 2017: Wieder ist Shanghai Ort des Geschehens. Nachdem er den Tiebreak des ersten Satzes gegen Steve Johnson verliert, stürmt er vom Platz und kommt nicht mehr zurück. Später macht er via Twitter einen Magen-Darm-Virus dafür verantwortlich. Und wieder gibt es 30.000 Dollar Strafe
US OPEN, 2018: Zu einem besonders dubiosen Vorfall kommt es 2018. Wegen eines wieder einmal gelangweilten Auftrittes von Kyrgios kommt Schiedsrichter Mohamed Lahyani von seinem Stuhl und versucht, ihn zu motivieren. Danach dreht Kyrgios das Match trotz 4:6, 0:3-Rückstand noch und erntet einen gewaltigen Shitstorm auf Twitter
Selbst Roger Federer zeigt sich von der Aktion mehr als überrascht. "Ein Schiedsrichter sollte seinen Stuhl nicht verlassen. Ich weiß nicht, was er gesagt hat, es ist mir auch egal. Er war zu lange unten, es war ein Gespräch, das kann deine ganze Einstellung ändern"
WIMBLEDON, 2018: Dass in Rüpel Kyrgios auch ein weiches Herz schlägt, beweist er, als er ein Ball-Kind beim Aufschlag abschießt. Mit 222 km/h trifft er das Mädchen am Oberarm
Da lässt es sich der Australier auch nicht nehmen, zu ihr zu gehen und sie vom Platz zu begleiten. "Als ich realisiert hatte, dass es ihr Arm ist, war das hart. Sie hat angefangen zu weinen. Aber sie hat es wie ein Champion genommen. Ich hätte auf jeden Fall auch geweint."
CINCINNATI, 2018: Während sein Gegner Dennis Kudla am Netz bereits auf die Seitenwahl wartet, steht Kyrgios ratlos mit Strümpfen auf dem Platz. Beim Blick in die Tasche ist ihm zuvor nämlich etwas aufgefallen - er hat seine Tennissschuhe vergessen. Im Match strengt er sich bei den Returns selten an, gewinnt aber dank 39 Assen dennoch
ACAPULCO, 2019: Im Frühjahr macht Kyrgios beim Turnier in Acapulco wieder sportlich auf sich aufmerksam. Im Finale besiegt er seinen Kumpel Alexander Zverev 6:3, 6:4 und sichert sich damit seinen fünften Karrieretitel
Auf dem Weg ins Finale besiegt er sogar Rafael Nadal in drei Sätzen. Diese Partie zeigt aber auch das Problem von Kyrgios, der selbst zugibt, dass ihn nur solche Duelle gegen die Großen motivieren. Nadal schimpft nach der Partie, Kyrgios habe keinen Respekt vor dem Gegner, den Fans oder sich selbst
MIAMI, 2019: Wenige Wochen später zieht sich das Genie zurück und der Wahnsinn nimmt wieder Überhand. Bei den Miami Open führt er einen Aufschlag von unten durch, weshalb er von einem Zuschauer beleidigt wird. Kyrgios reagiert wie gewohnt und legt sich mit dem Mann an
Am Ende fordert dieser ihn per Gesten sogar zu einer direkten Auseinandersetzung auf. Erst als der Mann von den Zuschauerrängen entfernt wird, kann das Spiel fortgesetzt werden
Die Partie von Kyrgios löst eine Twitter-Debatte aus. Judy Murray, die Mutter von Superstar Andy Murray, bezeichnet den Australier als Genie. Tennis-Ikone Boris Becker sieht das anders. Für ihn ist ein Genie jemand wie Roger Federer oder Michael Jordan - nicht ein Sportler, der in seiner Karriere noch keinen einzigen großen Titel gewonnen hat
Vor seinem Match geht Kyrgios zudem auf Twitter Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber an. Die hatte Bianca Andreescu nach ihrer Niederlage als größte Drama-Queen aller Zeiten bezeichnet. Das bringt ihr viel Kritik ein, weshalb sie einen Tag nach dem Match ihrer Kontrahentin via Twitter gratuliert
Bei Tennis-Bad-Boy Nick Kyrgios kommt das nicht gut an. Er findet die verspätete Gratulation offenbar nicht ganz ehrlich und schreibt: "Bro, erst sagst du, sie ist eine Drama-Queen, und jetzt postest du das"
In Miami sorgt Kyrgios auch eine Runde später für Aufsehen. Im Duell mit Borna Coric brilliert er mit einem No-Look-Volley und einem Tweener. Eine Pause zwischen zwei Punkten nutzt er nicht zur Regeneration, sondern versucht sich am Bottle Flip
ROM, 2019: Kyrgios schafft das heutzutage kaum mehr für möglich gehaltene: Der Australier wird wegen seines Benehmens disqualifiziert. Nur einen Tag zuvor kritisiert er im Podcast "No Challenges Remaining" diverse Topspieler. So hält er Rafael Nadal für einen "schlechten Verlierer", der nach Niederlagen stets negativ über ihn sprechen würde
Sein Urteil über den Spanier Fernando Verdasco fällt noch heftiger aus: "Fernando Verdasco ist für mich der arroganteste Spieler der Tour. Er läuft herum, als sei er etwas ganz Wichtiges, grüßt nicht, dabei ist sein Spiel einfach nur Durchschnitt", ledert Kyrgios
Über den Weltranglistenersten Novak Djokovic sagt der 24-Jährige: "Ich finde, er hat ein krankhaftes Verlangen danach, von allen gemocht zu werden. Er möchte wie Federer sein. Er möchte so sehr gemocht werden, dass ich es nicht ausstehen kann. Sein Siegesjubel ist abscheulich"
Und weiter: "Egal, wie viele Majors er gewinnt, er wird nie der größte Spieler aller Zeiten sein. Wenn man nicht mal mich besiegen kann, ist man nicht der Größte aller Zeiten. Man muss nur sehen, wie viel ich trainiere und investiere. Das ist einfach gar nichts im Vergleich zu ihm." Kyrgios steht im direkten Vergleich gegen Djokovic bei 2:0 Siegen
Kyrgios legt sich in Rom mit dem Publikum an, schleudert anschließend seinen Schläger Richtung Zuschauer und wirft einen Stuhl auf den Platz - und kassiert Kritik von Konkurrent Casper Ruud.  Der Australier lässt dies nicht auf sich sitzen und teilt via Twitter aus:
"Nächstes Mal, wenn du etwas zu sagen hast, würde ich es begrüßen, wenn du es mir ins Gesicht sagst. Ich bin sicher, dass du danach deinen Mund nicht mehr so oft aufreißt. Bis es soweit sei, würde er lieber Farbe beim Trocknen zusehen als Ruud beim Tennisspielen. Denn das sei "verf**** langweilig."
WIMBLEDON 2019: Nach seinem Zweitrunden-Aus gegen Nadal übt Kyrgios heftige Kritik am Schiedsrichter, der Nadals langsame Aufschlagroutine nicht geahndet hatte: "Er fühlt sich offenbar ziemlich wichtig, wenn er da oben auf dem Stuhl sitzt. Er war einfach schrecklich. Ich denke, wie er das Match geleitet hat, war einfach schlecht"
Nachdem er im dritten Satz einen Return voll gegen Nadals Brust geschlagen hatte, verweigert Kyrgios eine Entschuldigung mit den Worten: "Es interessiert mich nicht, warum sollte ich mich entschuldigen? Ich meine, der Typ hat wie viele Grand Slams und wie viel Geld auf seinem Konto? Ich denke, er kann einen Ball auf die Brust vertragen"
Auch die Journalisten bekommen ihr Fett weg: "Ihr seid so nett zu mir, unglaublich. Ihr seid die Besten, ihr macht keine Propaganda. Natürlich nicht, nur Fakten. Ich liebe das", erklärte Kyrgios sarkastisch. Einen Reporter greift er persönlich an und spekuliert, dieser müsse "wirklich ein langweiliges Leben führen"
WASHINGTON 2019: Kyrgios zeigt mal wieder das komplette Programm. Er brilliert mit tollen Schlägen, täuscht einen Aufschlag von unten an und spielt einen Ball mit dem Kopf zurück. In einer Pause schmeißt er aber auch eine Flasche gegen den Schiedsrichterstuhl und erklärt anschließend, sie sei ihm aus der Hand gerutscht
"Ich war heute ziemlich 'on fire'", sagt er anschließend. Einen Tag zuvor hatte er seinen Schläger vor Wut zerstört und ihn anschließend einem jungen Fan geschenkt sowie den Schiedsrichter als "Kartoffel mit Armen und Beinen" beleidigt
CINCINNATI 2019: Beim ATP-Turnier hat er, wie so oft, seine Emotionen nicht unter Kontrolle. Bereits im Spiel gegen den Italiener Lorenzo Sonego ließ er seinen Frust am Schläger aus
Im Match gegen Karen Khachanov geriet er nun wieder mit dem Schiedsrichter in Konflikt. Dieser verpasste ihm eine Strafe wegen Missachtung der Shot-Clock. Kyrgios verlangte daraufhin eine Toilettenpause, die ihm der Unparteiische verweigerte, woraufhin Kyrgios ausrastete
Vielleicht war auch die Vorgeschichte schuld an der Eskalation. Fergus Murphy und Kyrgios waren bereits im Juni 2019 beim Tennisturnier im Queens Club aneinandergeraten
Auf jeden Fall verließ Kyrgios frustriert den Platz und ging in die Katakomben, wo er seine Wut an zwei Schlägern ausließ und mit den völlig demolierten Spielgeräten wieder das Feld betrat
Auch gegen den Schiedsrichter teilte er aus. "Du bist ein verdammter Angeber", tobte er Richtung Murphy und spuckte vor dessen Stuhl auf den Boden. Kyrgios verlor das Match und verweigerte dem Schiedsrichter den Handschlag. Die ATP reagierte mit der rekordverdächtigen Strafe von 113.000 US-Dollar
Beim Laver Cup 2019 kam wieder der Bad Boy zum Vorschein: Unkonzentriert beginnt er seinen zweiten Satz gegen Roger Federer. Beim 1:2 verrät er auf dem Weg zur Bank seinen Teamkollegen den Grund dafür: "Ich sah eine heiße Frau im Publikum. Ich bin absolut ehrlich, ich würde sie heiraten. Sofort." Seine Teamkollegen fanden seine Begründung amüsant
Als die Reporter ihm und Trainer John McEnroe nach einer Partie bei der Pressekonferenz Fragen stellen, greift Kyrgios zunächst gelangweilt zu seiner Bierflasche. Unbeeindruckt stürzt er den Inhalt in nur sechs Sekunden seinen Rachen hinunter, bevor er den Journalisten ein Ohr schenkt
Kyrgios' Skandale: Bad Boy legt gegen Djokovic nach
Nick Kyrgios ist aktuell der bunteste Vogel im ATP-Zirkus. Kein Spieler polarisiert mehr als der Australier. Während ihn seine Fans für seine lockere Art und sein freches Mundwerk feiern, werfen ihm Kritiker vor, dass er keinen Respekt vor Gegenspielern und Zuschauern zeigt
@Getty Images
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